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: Marktberichte

  • Aktualisiert am

          2 Min.

          US-Börsen können starke Verluste teilweise aufholen

          An den amerikanischen Börsen sind die Kurse nach Handelseröffnung zunächst auf breiter Front heftig gefallen, konnten sich aber im Handlesverlauf wieder teilweise erholen. Die Blus Chips des Dow Jones verloren 0,81 Prozent auf 10.517,25 Punkte, während der Nasdaq Composite mit einem Minus von 2,05 Prozent auf 2.966,72 Zähler erstmals seit einem Jahr unter der 3.000-Punkte-Marke schloss. Im Handelsverlauf hatte der Technologieindex sogar 169 Punkte verloren, konnte sich aber gegen Handelsende nahezu erholen.
          Hewlett-Packard hatte am Morgen mit unerwartet geringen Ertragszahlen den Markt geschockt. Die Analysten von Standard & Poors haben das Unternehmen auf der Basis dieser Zahlen von „Kaufen auf „Halten“ zurückgestuft. Die Aktie verlor 12,87 Prozent auf 34,125 Dollar. Langsam entstehe die Sorge, dass die goldenen Zeiten der Computerunternehmen vorbei seien, sagten Marktteilnehmer. Der Auftrieb kurz vor Handelsschluss sei von IBM, Intel und Cisco ausgegangen, sagten Händler.

          Schwäche am Aktienmarkt treibt Anleihen

          US-Anleihen haben am Montag im späten New Yorker Handel mehrheitlich mit Aufschlägen notiert. Zehnjährige Papiere mit einem Zinskupon von 5,75 Prozent legten um 4/32 auf 99-26/32 zu und rentierten mit 5,766 Prozent. Der 6-1/4-prozentige Longbond rückte um 13/32 auf 105-23/32 vor bei einer Rendite von 5,837 Prozent.
          Händler sagten, der Anleihemarkt habe in erster Linie von der Schwäche des Aktienmarktes profitiert. Mit Blick auf die ständigen Gewinnwarnungen von großen US-Unternehmen betrachten Investoren Anleihen als sichere Anlage. Marktteilnehmer richten ihren Blick auf die in dieser Woche anstehenden US-Konjunkturdaten. Sollten die am Dienstag erwarteten Einzelhandelsumsätze für Oktober im Vergleich zum Vormonat unverändert ausfallen, werde die Zinserhöhungsangst aus dem Markt weichen. Allerdings hänge das Ausmaß der Reaktion des Anleihemarktes im Wesentlichen von der Reaktion des Aktienmarktes ab, erklärte ein Marktteilnehmer.

          Europäische Aktien mit schweren Verlusten

          Im Einklang mit den Vorgaben aus den USA kamen die europäischen Börsen am Montag ordentlich unter die Räder. Während in Helsinki der KOP20 Indes nahezu drei Prozent verlor und der Dow Jones Euro Stoxx rund 1,9 Prozent im Minus schloss, befanden sich die Blue Chips des Dax Index mit einem Kursverlust von 1,6 Prozent auf 6.742,10 Punkte im Mittelfeld der Verlierer. Ein kleiner Gewinn war lediglich an der italienischen Börse zu finden.
          Heftig zur Sache ging es dagegen bei den Werten des Neuen Marktes. Der Nemax All Share gab 7,7 Prozent auf 3.545 Punkte nach. Händler führten als Begründung die schwachen Geschäftszahlen von Dell am vergangenen Freitag und vor allem auch die heutige Enttäuschung durch Hewlett-Packard an. Der Computer-Hersteller hatte nicht nur die erwarteten Ertragszahlen nicht erreichen können, sondern auch die Zukunftsaussichten heruntergeschraubt.

          Vorgaben aus Asien enttäuschend

          Sehr schwach zeigte sich der Aktienmarkt in Tokio am Montag. Der Nikkei-225-Index verlor 2,2 Prozent beziehungsweise 323,90 Punkte auf einen Schlussstand von 14.664,64. Der breiter angelegte Topix-Index reduzierte sich um 1,5 Prozent beziehungsweise 21,31 Punkte auf 1.395,71. Auch die Aktienbörsen in Hongkong und Singapur tendieren sehr schwach. Der Hang-Seng-Index reduzierte sich im Vormittagshandel um 3,3 Prozent, der Straits-Times-Index (STI) verliert bis zum Ende der ersten Sitzungshälfte 1,9 Prozent. Als Grund für den negativen Verlauf nennen Händler auch in Fernost die sehr schwachen Vorgaben von Wall Street und die weiter herrschende Unklarheit über den Ausgang der US-Präsidentenwahl.

          Schwache Aktienmärkte beflügeln Euro-Renten

          Die deutlichen Verluste an den europäischen Börsen beflügelten nach Händlerangaben die europäischen Rentenmärkte am Montag. Sie sprachen von einem Ansturm auf die kürzer laufenden Anleihen. Hintergrund sei nach wie vor die Unischerheit über den Ausgang der amerikanischen Präsidentschaftswahl. Der Bund-Future legte 32 Punkte zu und ging bei einem Stand von 105,84 Punkten aus dem Handel.
          Der Euro fiel im späten New Yorker Handel unter die 86-Cent-Marke und wurde mit 85,69/73 gestellt. Sollte sich die Schwächeneigung fortsetzen, wird am Dienstag wieder über das Eingreifen der Europäischen Zentralbank spekuliert werden können.

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