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Marktbericht : Unternehmensbilanzen beruhigen Anlegernerven

  • Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Nachlassende Sorgen um die griechische Schuldenkrise haben den deutschen Aktienmarkt am Donnerstag gestützt. Die Anleger klonzentrierten sich auf die reichlich vorgelegten Unternehmensergebnisse.

          Als überzeugend eingestufte Zwischenbilanzen von Großkonzernen wie Siemens haben die Nerven der Anleger am deutschen Aktienmarkt etwas beruhigt. Der Dax erholte sich am Donnerstag von seinen Vortagesverlusten und stieg um 1
          Prozent auf 6144,91 Punkte. Der MDax kletterte um 2,5 Prozent auf 8421 Zähler, der TecDax um 0,7 Prozent auf 806 Stellen.

          Das Handelsvolumen im Dax blieb auf hohem Niveau, ging aber im Vergleich zum Vortag auf 194 Millionen von 241 Millionen Aktien zurück. Der Umsatz betrug 6,5 (Vortag: 7,7) Milliarden Euro.

          Billiges Geld lässt Spekulationen blühen

          „Die Schuldenkrise hat ein wenig an Schrecken verloren“, so ein Marktteilnehmer mit Blick auf die Kreditmärkte, an denen die Risikoaufschläge etwas zurückgingen. Zum einen habe die erste große Welle an Quartalsberichten die Schuldenkrise etwas in den Hintergrund gedrängt, und zum anderen hat die amerikanische Notenbank laut Händlern für etwas Rückenwind gesorgt.

          Diese hat am Mittwochabend abermals für einen „ausgedehnten Zeitraum“ extrem billiges Geld in Aussicht gestellt. „Damit schwindet die Wahrscheinlichkeit, dass die Federal Reserve noch im dritten Quartal die Zinswende einleiten wird“, kommentiert die Helaba.

          Intensiver Derivatehandel hilft Deutscher Börse

          Händler rechnen mit weiter volatilen Kursen. „An der Optionsbörse Eurex sind am Mittwoch die Umsätze stark gestiegen, was auf verstärkten Absicherungsbedarf von Anlegern hindeutet“, sagt ein Händler.

          Von den hohen Umsätzen an der Terminbörse Eurex profitierten Deutsche Börse, deren Kurs um 5 Prozent auf 57,89 Euro stieg. An der Eurex waren am Mittwoch 330.000 Dax-Futures umgesetzt worden und damit soviel wie seit Oktober 2008 nicht mehr.

          Die Quartalsberichte vom Berichtstag liefern unterdessen ein gemischtes Bild: Siemens hat wie erwartet die Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr erhöht. Umsatz und Ergebnis im zweiten Quartal lagen über den Konsensschätzungen. Die Notierungen der Siemens-Aktien stieg um 1,5 Prozent auf 73,04 Euro. MAN profitieren vor allem von einem guten Auftragsbestand. Die Aktie gewann 5,1 Prozent auf 70,20 Euro, obwohl Umsatz und Gewinn etwas unter den Prognosen ausgefallen waren.

          „Sell on good news“ bei den Aktien der BASF

          Die Kurse der BASF-Aktien fielen dagegen nach Vorlage der Quartalszahlen um 1,5 Prozent zurück auf 45,715 Euro. Gleichwohl wird das Zahlenwerk positiv bewertet: „Alles in allem sehr gute Ergebnisse“, merkt Nadeshda Demidova von Equinet an und bestätigt die Aktie mit „Kaufen“. Ein Händler vermutet hinter dem Kursminus, dass Investoren nach dem Motto „Sell on good news“ verfahren. Aus der Branche habe es zuletzt bereits positive Überraschungen gegeben, beispielsweise von DuPont oder Dow Chemical.

          Bayer gaben um 2,7 Prozent auf 48,78 Euro nach. Das operative Ergebnis im ersten Quartal lagt unter der Konsensprognose von Analysten. Zudem hat Bayer die Ziele für die Sparten Pharma und Pflanzenschutz gesenkt. Die Gewinnschätzungen am Markt für die kommenden Jahre könnten nun ebenfalls gesenkt werden, vermutet ein Analyst.

          Daneben stiegen Lufthansa um 3,6 Prozent auf 12,645 Euro. Der Konzern hat trotz der Flugausfälle nach dem Vulkanausbruch die Jahresprognose bestätigt. VW stiegen nach Vorlage der Ergebnisse für einzelne Marken um 5,25 Prozent auf 72,20 Euro. Dagegen fallen K+S um 0,1 Prozent auf 43,12 Euro, nachdem der Konkurrent

          In der zweiten Reihe stießen Quartalsberichte ebenfalls auf ein gemischtes Echo. ProSiebenSat.1 gewannen nach „ordentlichen“ Zahlen 11,4 Prozent auf 14 Euro, und Hugo Boss ziehen mit einem präzisierten Umsatzausblick um 10,6 Prozent auf 32 Euro an. Im TecDax gaben nach dem Ausweis der Quartalszahlen Singulus und Aixtron um 7,3 bzw. 6,2 Prozent nach.

          Euro erholt sich

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