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Marktbericht : Start der Bilanzsaison bringt Dax keinen Schwung

  • Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Der Auftakt der amerikanischen Bilanzsaison hat dem deutschen Aktienmarkt nicht den von Börsianern erhofften Schwung gebracht. Der Dax schloss am Dienstag 0,3 Prozent tiefer bei 6230,83 Punkten.

          Der deutsche Aktienmarkt hat den Handel am Dienstag im Minus beendet. Börsianer begründeen die Gewinnmitnahmen in erster Linie mit dem enttäuschenden Auftakt der amerikanischen Berichtssaison. Der Dax verlor 0,3 Prozent auf 6231 Punkte. Der MDax büßte 0,6 Prozent auf 8327 Punkte ein. Der TecDax schloss kaum verändert bei 840 Punkten.

          „Die allgemeine Euphorie gerät nun zunehmend in Gefahr. Nun ist eine gute Bilanzsaison nötig, um die Vorschusslorbeeren zu bestätigen und den Konjunkturaufschwung auch in den Unternehmenszahlen zu belegen“, sagte Marktanalyst Patrick Pflüger von IG Markets. Falls diese Bestätigung ausbleibe, drohe eine mehrwöchige Korrektur. Branchenkollege Robert Halver von der Baader Bank wertet die negativen Zahlen von Alcoa ebenfalls als Stimmungsdämpfer.

          Scania macht Hoffnung

          Aktien von K+S rutschten nach einer Prognosesenkung des Wettbewerbers CF Industries um 0,96 Prozent auf 42,310 Euro ab. Stahlwerte wie Thyssen-Krupp und Salzgitter verbilligten sich nach den Alcoa-Zahlen ebenfalls.

          Nach Veröffentlichung von Verkehrszahlen reagierten die Papiere der Lufthansa zunächst positiv. Die Fluggesellschaft sah im Monat März eine deutliche Erholung im Passagier- und Frachtgeschäft. Zum Handelsschluss rutschten sie aber mit dem allgemeinen Markttrend wieder um 0,58 Prozent auf 12,875 Euro ins Minus.

          Von Händlern als stark bewertete Eckdaten von Scania beflügelten die Aktien von MAN und Daimler. MAN-Titel drehten nach den Aussagen des schwedischen Lkw-Herstellers ins Plus und gewannen an der Dax-Spitze 2,5 Prozent auf 66,37 Euro. Sie standen damit so hoch wie zuletzt Anfang September 2008, also vor der Lehman-Pleite.

          Daimler- Papiere legten um 1,67 Prozent auf 36,000 Euro zu. „Die Zahlen von Scania zeigen, dass die konjunkturelle Erholung an Breite gewinnt“, kommentierte Andreas Lipkow, Händler bei MWB Fairtrade. Zusätzlich sorgten erneute Integrationsgerüchte rund um MAN, Scania und VW für leicht optimistische Stimmung.

          Weitere Dax-Gewinner kamen aus dem Gesundheits- und Pharmasektor. Bayer-Aktien verteuerten sich um 0,85 Prozent auf 50,34 Euro. Händler verwiesen auf vage Gerüchte am Markt, dass der Schweizer Pharmakonzern Novartis an einer feindlichen Übernahme des deutschen Wettbewerbers basteln könnte. Hugo Boss kletterten dank guter Zahlen von LVMH und positiven Analystenstimmen um 6,24 Prozent auf 29,900 Euro und damit an die MDax-Spitze. Das war der höchste Kurs seit Juni 2008.

          Amerikanische Börsen leichter

          Der Start der amerikanischen Bilanzsaison mit den Zahlen des Aluminiumriesen Alcoa hat auch der Wall Street am Dienstag nicht den erhofften Schub verliehen. Vielmehr geben die Börsenbarometer nach. Die Investoren wurden in ihrer Hoffnung enttäuscht, schon bei Alcoa eine Bestätigung für den jüngsten Aufwärtstrend an den Börsen zu erhalten. Daher richteten sie ihr Interesse auf den weltgrößten Chiphersteller Intel, bei dem am Abend mit besseren Zahlen gerechnet wird.

          Der Dow-Jones-Index der Standardwerte notiert 0,1 Prozent leichter bei 10.990 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 fällt um 0,4 Prozent auf 1191 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq büßt 0,2 Prozent auf 2452
          Punkte ein.

          Anleger richten Blick auf Intel-Zahlen nach Börsenschluss

          Alcoa-Papiere notieren 2,5 Prozent im Minus. Ryan Detrick von Schaeffer's Investment Research bewertete den Alcoa-Umsatz als schwach. Schließlich sei der Umsatz in dieser Bilanzsaison die Kennziffer, die bei allen Unternehmen genau unter die Lupe genommen werde. „Hier wollen wir beeindruckendes Wachstum sehen“, sagte Detrick. Insgesamt würden die Bilanzen in den kommenden Wochen aber wohl gut ausfallen.

          Intel-Aktien legten in Erwartung guter Ergebnisse leicht um 0,1 Prozent zu. Anleger erhoffen sich von den Zahlen des Chipgiganten nach Handelsschluss Hinweise auf eine wachsende Nachfrage bei Elektronik und Computern.

          Vor Börsenbeginn vorgestellte Zahlen zum amerikanischen Außenhandelsdefizit bewerteten Händler als eher unspektakulär. Steigende Importe hatten die Differenz zwischen Ausfuhren und Einfuhren im Februar ausgeweitet, sie stieg auf 39,7 (Januar: revidiert 36,95) Milliarden Dollar. Von Reuters befragte Experten hatten mit einem Fehlbetrag von 38,50 Milliarden Dollar gerechnet. Weil die Vereinigten Staaten mehr konsumieren als sie produzieren, muss die Lücke durch massive Kapitalzuflüsse aus dem Ausland geschlossen werden.
          Bleiben diese aus, droht eine Dollar-Abwertung mit entsprechenden Auswirkungen für die Weltwirtschaft.

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