https://www.faz.net/-gv6-6mtu4

Marktbericht : Starke Kursverluste in Europa und an Wall Street

  • Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Nach starken Kursverlusten schon an den europäischen Börsen hat sich die Lage auch am amerikanischen Aktienmarkt am Donnerstag dramatisch verschärft. Während der Dax 3,4 Prozent seines Wertes verlor, gab der S&P-500-Index um 4,8 Prozent nach.

          Nach starken Kursverlusten schon an den europäischen Börsen hat sich die Lage auch am amerikanischen Aktienmarkt am Donnerstag dramatisch verschärft: Der Dow Jones Industrial stürzte um mehr als 500 Punkte ab und fiel erstmals seit Dezember 2010 wieder unter die Marke von 11.400 Punkten.

          Damit unterbot er deutlich sein bisheriges Jahrestief, das er im März während der sich zuspitzenden Reaktorkatastrophe in Fukushima erreicht hatte. Laut Händlern führten die Sorgen um das amerikanische Wirtschaftswachstum global zu einer beschleunigten Flucht aus Aktienwerten. Marktteilnehmer warten nun mit besonders großer Anspannung auf den am morgigen Freitag anstehenden amerikanischen Arbeitsmarktbericht.

          Der S&P 500 verlor am Donnerstag 4,78 Prozent

          Der Dow Jones schloss 4,31 Prozent tiefer bei 11.383,68 Punkten und damit weit unterhalb seines bisherigen Jahrestiefs. Von den vergangenen zehn Handelstagen hat er neun Tage im Minus beendet und in dieser Zeit 10,5 Prozent an Wert eingebüßt. Der breiter gefasste S&P 500 verlor am Donnerstag 4,78 Prozent auf 1.200,07 Punkte und erlitt seinen größten Tagesverlust seit Februar des Jahres 2009. Auch die Technologiewerte an der Nasdaq zeigten sich tiefrot: Der Composite Index unterbot wie der Dow Jones sein Jahrestief. Er sank um 5,08 Prozent auf 2.556,39 Punkte. Der Auswahlindex Nasdaq 100 büßte 4,57 Prozent auf 2.207,20 Punkte ein.

          Nicht einmal die mit Kursgewinnen in den Handel gestarteten Aktien von Kraft Foods konnten sich nach einem angekündigten Konzernumbau im Plus halten. Sie schlossen 1,52 Prozent tiefer als am Vortag bei 33,78 Dollar, waren damit aber neben McDonald's der beste Wert im Dow Jones. Die Konzernchefin des amerikanischen Lebensmittelmultis, Irene Rosenfeld, will das nordamerikanische Lebensmittelgeschäft abspalten. Nach einem Umsatz- und Gewinnanstieg im zweiten Quartal hatte der Konzern zudem seine Jahresprognose angehoben.

          Schwache Energie-, Rohstoff-, Finanz- und Industriewerte

          Angesichts deutlich nachgebender Ölpreise drehten Anleger vor allem den Energiewerten den Rücken zu. Aktien von Chevron büßten 5,76 Prozent ein und die Papiere von ExxonMobil standen dem mit einem Minus von knapp fünf Prozent nur wenig nach. Titel des Ölfeldausrüsters Schlumberger sackten um mehr als sieben Prozent ab. Der gesamte Rohstoffsektor litt unter fallenden Preisen. Aktien des Aluminiumkonzerns Alcoa stürzten um mehr als neun Prozent auf 12,94 Dollar ab und waren damit am Dow-Ende zu finden.

          Abgestraft wurden auch Aktien aus dem Industrie- und Bankensektor. Papiere der Bank of America etwa rutschten um 7,44 Prozent ab. Die Kurse der Anteilsscheine von United Technologies , Boeing , DuPont und Caterpillar verloren jeweils zwischen 6 und 7 Prozent. Titel von General Motors fielen trotz gut aufgenommener Zahlen um 4,34 Prozent auf 25,99 Dollar.

          Deutliche Kursverluste schon in Europa

          Der Dax hat am Donnerstag ein weiteres Tief markiert. Bei 6391,54 Punkten zeigte sich der deutsche Leitindex so schwach wie seit Mitte Oktober 2010 nicht mehr. Er schloss am Ende 3,40 Prozent schwächer bei 6414,76 Punkten.

          Weitere Themen

          Die Commerzbank kennt nur ein Tabu

          Umbau : Die Commerzbank kennt nur ein Tabu

          Die zweitgrößte Privatbank könnte ihr Filialnetz ausdünnen. Dabei geht es ihr weniger um die Kosten – vor allem sollen bessere Standorte her. Ein kostenfreies Girokonto soll es weiter geben.

          Topmeldungen

          TV-Talk mit Sandra Maischberger (r.). Zu Gast waren unter anderem Jan Fleischhauer (l.), Anja Reschke und Florian Schroeder.

          TV-Kritik: „Maischberger“ : Gedächtnisschwäche und Meinungsbildung

          Grönland-Debatte, Fleischkonsum oder Greta Thunberg: Schaffen die Medien unsere Wirklichkeit, oder bilden sie diese nur ab? Das war das eigentliche Thema dieses Abends, der an fast vergessene Ereignisse der letzten Wochen erinnerte.
          Der Steuerchef der OECD: Pascal Saint-Amans

          F.A.Z. exklusiv : OECD-Steuerchef lobt Trump

          Der höchste Steuerfachmann der OECD lobt die Trump-Regierung: Wegen Trump seien die Chancen auf eine internationale Einigung auf ein Steuersystem gestiegen. Für deutsche Sorgen hat er Verständnis.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.