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Marktbericht : S&P 500 schließt auf Fünf-Jahres-Tief

  • Aktualisiert am

Der Irakkonflikt und Gewinnwarnungen strapazieren weiterhin die Nerven der Börsianer. Am Montag verlor Sears Roebuck 14,3 Prozent .

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          Die mit Spannung erwartete Fernsehansprache von US-Präsident George W. Bush zum Irak-Konflikt hat am Montag für nervöses Geschäft an der Wall Street gesorgt. Die Unsicherheit der Marktteilnehmer wurde nach Händlerangaben verstärkt durch die trübe Geschäftsprognose des viertgrößten US-Einzelhandelskonzerns Sears Roebuck und die Senkung der Gewinnprognosen einer Bank für den Netzwerkausrüster Cisco Systems.

          Der Dow Jones schloss 1,40 Prozent im Minus bei 7.423,32 Punkten. Der Nasdaq Composite verlor 1,78 Prozent auf 1.119,66 Zähler. Der breiter gefasste S&P-500-Index gab 1,91 Prozent auf 785,32 Zähler nach. Das ist der tiefste Stand der vergangenen fünf Jahre.

          Marktteilnehmer sind weiterhin verunsichert

          „Es gibt viel Unsicherheit vor der Bush-Rede heute Nacht. Das hat den Markt beunruhigt", sagte Robert Mikkelsen, Leiter Institutioneller Handel für Nasdaq-Aktien bei The Advest Group. „Die Berichtssaison beginnt, und die Leute machen sich Sorgen. Nicht so sehr über die Zahlen, aber über das, was über den Ausblick gesagt werden wird.“

          US-Präsident Bush will in der Nacht zum Dienstag in einer TV-Ansprache um Unterstützung für einen Krieg gegen Irak werben. Neben Sorgen um die Entwicklung der Konjunktur und der Unternehmensgewinne hatten in den vergangenen Wochen auch Kriegsängste die Aktienkurse in den USA deutlich belastet. „Es gibt eine Fülle von Dingen, um die man sich sorgen kann ... die Senkung von Prognosen und Herabstufung von Aktien, die jüngsten schwachen Konjunkturdaten, schwache Auslandsmärkte und nicht zuletzt eine mögliche Konfrontation mit dem Irak", sagte A.C. Moore, Chefinvestment-Stratege bei Dunvegan Associates.

          Gewinnwarnung bei Sears Roebuck

          Die Aktien des viertgrößten US-Einzelhandelskonzerns Sears Roebuck verloren rund 14,3 Prozent auf 32,25 Dollar. Das Unternehmen hatte angekündigt, der Gewinn im dritten Quartal werde die Analystenprognosen verfehlen. Die Aktien des Netzwerkausrüsters Cisco Systems waren die meist gehandelten Papiere an der Nasdaq und verloren rund vier Prozent auf 9,08 Dollar, nachdem Deutsche Banc Securities die Ergebnisprognosen für das Unternehmen gesenkt und dies mit der schwachen US-Konjunktur begründet hatte. Die Titel von Cisco-Konkurrent Juniper Networks gaben rund acht Prozent auf 4,43 Dollar ab.
          Der Dow-Jones-Index wurde dagegen gestützt von den Aktien des weltgrößten Zigarettenherstellers Philip Morris, die nach deutlichen Kursverlusten Ende vergangener Woche am Montag 5,4 Prozent auf 38,58 Dollar zulegten. Ein Geschworenengericht hatte den Konzern am Freitag zu einer Schadenersatzzahlung von 28 Milliarden Dollar an eine Lungenkrebs-Patientin verurteilt.

          Intel gibt sich optimistisch

          Die Aktien des weltgrößten Chipproduzenten Intel stiegen dagegen gegen den Markttrend rund 0,8 Prozent auf 13,82 Dollar. Intel-Chef Craig Barrett hatte am Sonntag gesagt, er beurteile den Technologiesektor optimistischer als je zuvor. Die gegenwärtige Krise dürfte Anfang 2003 beendet sein, sagte Barrett weiter.

          US-Anleihen schließen fester

          Mit festerer Tendenz haben die die US-Anleihen am Montag im späten New Yorker Handel notiert. Zehnjährige Papiere mit einem Kupon von 4,375 Prozent stiegen um 14/32 auf 106-8/32. Die Rendite fiel von 3,668 Prozent auf 3,609 Prozent. Der mit 5,375 Prozent verzinste Longbond stieg um 8/32 auf 110-16/32, die Rendite belief sich auf 4,699 Prozent, nach 4,719 Prozent am Freitag. Die uneinheitliche Tendenz am Aktienmarkt habe den Anleihen angesichts fehlender Konjunkturdaten zu einem positiven Verlauf verholfen, hieß es von Teilnehmern. Nervöse Anleger würden sich wieder verstärkt bei den Treasurys engagieren. Der Markt warte zudem mit Spannung auf die für zwei Uhr MESZ angesetzte Rede des US-Präsidenten Bush zur Irak-Frage.

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