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Marktbericht : Ruhe nach dem Gipfel

  • Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Aktienbörsen und Anleihemärkte zeigen sich freundlich. Der Dax steigt und auch die Kurse italienischer und spanischer Staatsanleihen legen zu.

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          Die europäischen Börsen haben sich am Dienstag freundlich gezeigt und die am Vortag verzeichneten Kursrückgänge weitestgehend wettgemacht. Der deutsche Standardwerteindex Dax und der Euro  Stoxx 50, der die 50 wichtigsten börsennotierten Unternehmen des Euroraums abbildet, legten leicht zu. Überdurchschnittlich stiegen die Aktienkurse  von Finanzwerten wie der Société Générale, der ING Group und der beiden italienischen Institute Intesa und Unicredit. Der den breiten deutschen Aktienmarkt abbildende FAZ-Index legte gut einen halben Prozentpunkt zu - angeführt von kleineren Werten wie Sky Deutschland, Aareal Bank, Bertrandt und Leoni, deren Anteile sich jeweils um mehr als 4 Prozent verteuerten. Die Aktie des Stahlkonzerns Thyssen Krupp gewann gut 2 Prozent an Wert hinzu; noch am Vortag hatte ein Ultimatum der Thyssen-Arbeitnehmervertreter an den Käufer der Edelstahlsparte, der finnischen Outokumpu, verunsichert und zu Kursverlusten von bis zu 6 Prozent geführt.

          Unterdessen entspannte sich die Situation Italiens und auch Spaniens am Anleihemarkt weiter. Italienische Staatsanleihen mit zehn Jahren Laufzeit rentieren mit weniger als 6 Prozent, entsprechende spanische Titel mit weniger als 5 Prozent. Noch zu Wochenbeginn notierte die italienische Zehnjahres-Rendite oberhalb dieser Marke. Nachdem das Schatzamt in Rom allerdings wie geplant am Montag neue Anleihen mit zehnjähriger Laufzeit im Volumen von 2 Milliarden Euro plazieren konnte, wagten sich offenbar mehr Käufer auch an den Sekundärmarkt und erwarben bereits in Umlauf befindliche Schuldtitel der drittgrößten Volkswirtschaft des Euroraums.

          Weiter Sorgen um Portugal

          Weiter schwierig wird demgegenüber die Lage Portugals eingeschätzt. Die Anleihen des Landes zeigen im Trend weiter Kursverluste, am Dienstag überwand die Rendite zweijähriger Papiere die Marke von 21 Prozent - so hoch war sie noch nie seitdem es den Euro gibt. Zweifel werden am Markt daran laut, ob das Land wie geplant im kommenden Jahr an die Kapitalmärkte zurückkehren kann oder ein weiteres Hilfspaket braucht. Aus den Preisen portugiesischer Kreditausfallderivate (CDS) kann eine hohe Wahrscheinlichkeit dafür abgeleitet werden, dass das Land in den kommenden fünf Jahren zahlungsunfähig werden wird und wie Griechenland einen Schuldenschnitt brauchen könnte.

          Der Ölpreis für ein Fass (159 Liter) der Sorte Brent handelt auch nach Berichten über mögliche Mililtärmanöver der iranischen Marine in der Straße von Hormus mit 111 Dollar weiter in der Bandbreite, in welcher er sich seit dem Frühjahr des vergangenen Jahres vergleichsweise stabil bewegt. Der Außenwert des Euro blieb mit 1,31 Dollar kaum verändert gegenüber dem Vortag.

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