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Marktbericht : Neues Erdbeben in Japan drückt Aktienmärkte ins Minus

  • Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Ein abermaliges schweres Erdbeben in Japan hat am Donnerstag die Kurse am deutschen Aktienmarkt belastet. Die erwartete Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank (EZB) blieb dagegen ohne größere Auswirkungen.

          Ein neues Erdbeben in Japan hat am Donnerstagnachmittag an den Aktienmärkten in Europa und den Vereinigten Staaten für Unruhe gesorgt. Der Dax schloss 0,5 Prozent schwächer bei 7178 Punkten, nachdem er zuvor nahezu unverändert notiert hatte. Der MDax gab am Ende noch deutlicher um 0,8 Prozent auf 10.488 Punkte nach. Auch der TecDax verlor 0,8 Prozent auf 937 Punkte.

          Die Meldungen über das Beben hätten die Anleger nervös gemacht, so dass sie vorsorglich einen Teil ihrer Gewinne in Sicherheit gebracht hätten, sagte ein Händler in Chicago. Das Beben der Stärke 7,4 traf den Nordosten Japans, der bereits im März von einem schweren Erdbeben erschüttert worden war. Dem japanischen Sender NHK zufolge gab es nach dem Beben am Donnerstag zunächst keine Berichte über Schäden oder Verletzte. Der Dollar rutschte zum Yen auf bis zu 84,57 Yen ab. Der Preis für Brent-Öl fiel auf ein Tagestief von 121,38 Dollar pro Barrel.

          Erleichterung über Portugals Hilfegesuch an EU

          Das neue Beben in Japan überschattete die positiv aufgenommene Bitte Portugals um Hilfe von der EU und die Erhöhung der Leitzinsen durch die EZB. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte zum ersten Mal seit Beginn der Finanzkrise die Leitzinsen erhöht, um 25 Basispunkte auf 1,25 Prozent. Doch nach Meinung von Marktbeobachtern wird das die Attraktivität von Aktien nicht schmälern. „Die Aktienmärkte geben bei Zinserhöhungen meistens kurzfristig nach. Aber unsere Untersuchungen zeigen, dass in den letzten 40 Jahren die Aktienmärkte in den zwölf Monaten nach einer Leitzinserhöhung eine deutlich positive Entwicklung gezeigt haben“, erklärte Dennis Nacken, Kapitalmarktanalyst bei Allianz Global Investors.

          Für etwas Unsicherheit sorgte nur die Frage, ob es zu einer ganzen Serie von Zinsschritten in diesem Jahr kommen wird. EZB-Präsident Jean-Claude Trichet erklärte indes, die Notenbank habe am Donnerstag nicht über eine Serie von Zinsschritten entschieden. Die Entscheidung der Regierung von Portugal, nach langem Zögern nun doch unter den Euro-Rettungsschirm zu schlüpfen, war Börsianern zufolge seit längerem erwartet worden. In Lissabon schloss der Leitindex 1,2 Prozent fester.

          Deutsche Bank gefragt

          Angesichts der baldigen Hilfe der EU für Portugal standen Bankentitel meist hoch im Kurs der Anleger - der europäische Branchenindex stieg um 1,1 Prozent. Für die Banken gehe es letztlich darum, ob die von ihnen gehaltenen Staatsanleihen bedient werden könnten, erklärte ein Händler. Daher seien viele erleichtert. Die Papiere der Deutschen Bank verteuerten sich um 1,3 Prozent und gehörten damit zu den größten Gewinnern im Dax. In Lissabon zogen die Titel der drei im Leitindex PSI gelisteten Banken - Banco BPI SA, Millennium und Banco Espirito Santo - zwischen fünf und vier Prozent an.

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