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Marktbericht : Moderate Gewinnmitnahmen im Dax

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Bild: F.A.Z.

Nach der jüngsten Rally am deutschen Aktienmarkt haben einige Anleger am Dienstag Gewinne mitgenommen. Ein freundlicher Leitindex in den Vereinigten Staaten half dem Dax allerdings, seine Verluste zum Handelsschluss zu begrenzen.

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          Nach der jüngsten Rally am deutschen Aktienmarkt haben einige Anleger am Dienstag Gewinne mitgenommen. Ein freundlicher Leitindex in den Vereinigten Staaten half dem Dax allerdings, seine Verluste zum Handelsschluss zu begrenzen. Mit minus 0,36 Prozent bei 7500,70 Punkten beendete das deutsche Börsenbarometer den Tag. Für den MDax mittelgroßer Werte ging es um 0,44 Prozent abwärts auf 10 752,05 Punkte. Der TecDax sank um 1,08 Prozent auf 922,54 Punkte.

          Nachdem der Dax seit Mitte März um mehr als 1000 Punkte zugelegt hat, hätten nun einige Anleger Kasse gemacht, sagte Marktstratege Frank Geilfuß vom Berliner Bankhaus Löbbecke. Vor allem die zuletzt besonders gut gelaufenen Autowerte seien dabei zeitweise unter Druck geraten.

          Die BMW-Aktie, die im Tagesverlauf weitgehend Schlusslicht im Dax gewesen war, schloss mit minus 1,66 Prozent auf 63,370 Euro und erholte sich damit etwas. Der Daimler-Titel gab um 1,64 Prozent auf 51,650 Euro nach. Die VW-Vorzugsaktie verlor 1,67 Prozent. Neben Gewinnmitnahmen belastete die Titel nach Meinung von Händlern auch ein Gutachten für das Bundesumweltministerium. Laut der „Financial Times Deutschland“ wird darin die Steuersubvention für Dienstwagen als ökonomisch und ökologisch unsinnig eingestuft.

          Die Anteilsscheine der Deutschen Bank wurden am Nachmittag davon belastet, dass die amerikanische Regierung dem deutschen Branchenprimus Betrug beim Geschäft mit Hypothekenfinanzierungen vorwirft und klagt. Ein Händler sagte dazu: „Das kann die Deutsche Bank sicher eine halbe Milliarde kosten, schließlich wirft ihr die Vereinigten Staaten Betrug in einem Massenmarkt vor.“ Die Aktien, die zeitweise bis auf 42,58 Euro gefallen waren, schlossen mit minus 2,14 Prozent auf 43,250 Euro.

          Wegen des im ersten Quartal fehlenden Ostergeschäfts hatte der Einzelhandelskonzern Metro einen Umsatz nur stabil halten können, was der Aktie ein Minus von 2,16 Prozent auf 48,370 Euro eintrug. Damit war sie Dax-Schlusslicht. Laut Analyst Jürgen Elfers von der Commerzbank blieb zudem der Umsatzzuwachs in Osteuropa hinter den Markterwartungen zurück. Die überraschungslose Quartalsbilanz des Lkw- und Dieselmotorenbauers MAN enttäuschte einige Marktteilnehmer ebenfalls. Das Papier gab um 0,64 Prozent auf 93,32 Euro nach. Viele hatten nach zahlreichen sehr positiven Kommentare zur gesamten Branche auch sehr hohe Erwartungen in MAN gesetzt.

          Weiter aufwärts ging es dagegen für die Titel von Infineon mit plus 2,33 Prozent auf 7,920 Euro. Der Halbleiter-Spezialist blieb dank Auto-Boom und Aufschwung auf der Erfolgsspur. Nach bereits vor zwei Wochen bekanntgegebenen Eckzahlen zum abgelaufenen zweiten Geschäftsquartal folgten nun die detaillierten Zahlen, die am Markt freudig aufgenommen wurden. Nach einem Gewinnsprung schraubten die Münchener zudem erneut ihre Jahresprognosen nach oben.

          Moderate Kursverluste an Europas Börsen

          Nach den Kursgewinnen der vergangenen Tage hat der EuroStoxx 50 belastet von Gewinnmitnahmen am Dienstag moderat nachgeben. Börsianer sprachen von einer Verschnaufpause und verwiesen zudem auf den starken Euro. Die Gemeinschaftswährung strebe der Marke von 1,50 amerikanische Dollar entgegen, was Exportwerte belaste, hieß es am Markt. Auch ermutigende Konjunkturdaten aus den Vereinigten Staaten konnten das Minus beim paneuropäischen Leitindex nicht verhindern. So waren im März die Auftragseingänge der amerikanischen Industrie überraschend deutlich gestiegen.

          Der EuroStoxx 50 ging mit minus 0,28 Prozent bei 3.000,39 Punkten aus dem Handel. Der Cac 40 in Paris sank um 0,29 Prozent auf 4.096,84 Punkte. An der Börse in London, die am Montag geschlossen geblieben war, legte der FTSE 100 dagegen um 0,21 Prozent auf 6.082,88 Punkte zu. Auf Unternehmensseite standen unter anderem die Aktien der France Telecom im Blickpunkt. Der französische Telekommunikationskonzern hatte im ersten Quartal wegen eines starken Wettbewerbs auf dem Heimatmarkt schrumpfende Margen verzeichnet, sein Jahresziel jedoch bekräftigt. Die Titel verloren daraufhin 0,57 Prozent auf 15,770 Euro.

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