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Marktbericht : Innehalten am Aktienmarkt

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Bild: F.A.Z.

Gewinnmitnahmen drücken den deutschen Aktienmarkt am Dienstag wieder ins Minus. Vor allen die Kurse der zuletzt besonders gut gelaufenen Autowerte stehen unter Druck.

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          Nach zwei Wochen steilen Aufstiegs hält der Dax am Dienstag inne. Gewinnmitnahmen drücken den Leitindex um 0,9 Prozent auf 7460 Punkte. Für den MDax mittelgroßer Werte geht es gleichfalls um 0,9 Prozent auf 10.704 Punkte nach unten, der TecDax sinkt ebenso stark auf 924 Punkte.

          Autoinvestoren machen Kasse

          Vor allem bei den Autowerten im Dax machen Investoren Kasse. Angeführt von VW mit einem Minus von 4,5 Prozent verlieren auch BMW und Daimler 3,2 bzw. 2,6 Prozent. Immerhin haben die Aktien des Wolfsburger Konzerns allein seit Mitte April ein Viertel an Wert gewonnen - so viel wie kein anderes Dax-Unternehmen. BWM legten in diesem Zeitraum rund 16 Prozent zu, Daimler rund 10 Prozent.

          Im Nebenwerteindex MDax führen die Aktien des Auto-Zulieferers Leoni die Verliererliste mit einem Minus von 4,9 Prozent an. „Der Markt ist schon ordentlich heiß gelaufen, und etliche Titel sind überkauft“, sagt ein Händler. „Da ist etwas Atemholen mal ganz gut, und da werden nach guten Bilanzen auch gern mal Gewinne mitgenommen. Dann kann es mit neuem Schwung weiter nach oben gehen.“

          Hannover Rück enttäuscht mit Auflösung von Reserven

          Als „ganz ordentlich“ werten Börsianer die Zahlenwerke von MAN, Metro oder Infineon. Die Aktien des Halbleiterkonzerns heben sich denn auch vom Markttrend ab und klettern um 2,7 Prozent auf 7,949 Euro. Der Ausblick sei doch sehr erfreulich und heize die Nachfrage an, sagen Börsianer. Infineon hat seine Jahresprognose zum zweiten Mal aufgestockt und erwartet 2011 nun einen Umsatzschub von 20 Prozent auf nahezu vier Milliarden Euro. Auf dem zweiten Rang im Dax hielten sich gestützt von Analystenlob die Aktien von Merck mit einem Plus von 2,1 Prozent auf 73,50 Euro.

          Metro geben trotz einer als recht zufriedenstellend eingeordneten Bilanz um 2,7 Prozent nach. Offenbar überwiegt die Sorge, dass den Verbrauchern angesichts der anziehenden Preise das Geld in den kommenden Monaten nicht so locker in der Tasche sitzen werde, sagen Händler. Die Aktien des Lkw-Herstellers MAN verlieren nach einem 7,5-prozentigen Kursplus seit Mitte April 1,6 Prozent.

          Mit Unmut reagieren Anleger auf die Nachricht, dass Hannover Rück zur Verbesserung des Ergebnisses Reserven aufgelöst hat. „Dass sie das tun, war zwar zu erwarten, aber der Betrag, den sie aufgelöst haben, war höher als gedacht“, sagt ein Händler. Der Aktienkurs rutscht um 2,7 Prozent auf 39,94 Euro ab.

          Dank einer Kaufempfehlung der Deutschen Bank setzten sich unterdessen Bertrandt mit einem Plus von 5,6 Prozent an die Spitze des SDax. Analystin Flora Benhakoun sagt für das abgelaufene Quartal einen Rekord-Umsatz und die Ausweitung der Marge auf 10,4 Prozent voraus.

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