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Marktbericht : Ifo-Index gibt dem Dax etwas Rückhalt

  • Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Nach einem leichteren Start tendiert der Dax gehalten. Er wird unterstützt vom gestiegenen Ifo-Index. Gleichzeitig befinden sich jedoch Euro, Yen und der Bund-Future leicht in der Defensive.

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          Im Vorfeld einer ganzen Reihe von Zwischenberichten großer Unternehmen haben sich die Anleger am Dienstag zurückgehalten. Der Deutsche Aktienindex (Dax) pendelte meist in einer engen Spanne um seinen Vortagesschluß von 4.842 Punkten.

          Unterstützung bekam der Leitindex von den Aktien der Deutschen Telekom, die nach einem charttechnischen Kaufsignal überdurchschnittlich zulegten. Auch der überraschend deutliche Anstieg des Ifo-Geschäftsklimaindex stützte die Kurse. Dagegen bremsten nach einem enttäuschenden Zwischenbericht von Peugeot Citroen die Autowerte den Dax.

          „Der Markt ist sehr nervös. Keiner weiß, welche Richtung einschlagen wird“

          „Der Markt ist sehr nervös. Keiner weiß, welche Richtung einschlagen wird“, sagte ein Händler. Viele wollten die Quartalsberichte der Dax-Schwergewichte Siemens, Deutsche Bank und DaimlerChysler am Donnerstag abwarten, ehe sie sich neu positionierten.
          Die T-Aktien profitierten Händlern zufolge auch von der guten Stimmung im europäischen Telekomsektor und legten 1,6 Prozent auf ein Tageshoch von 16,22 Euro zu. Zudem habe das Überwinden der Widerstandsmarke bei 16 Euro Anschlußkäufe ausgelöst.

          Schwächer als der Dax tendierten die Autoaktien. „Der Gewinnrückgang bei Peugeot Citroen läßt bei den Anlegern Befürchtungen aufkommen, daß die höheren Rohstoffkosten auch die Ergebnisentwicklung der deutschen Autobauer belasten könnten“, sagte ein Händler. Peugeot Citroen hatte im ersten Halbjahr wegen höherer Rohmaterialkosten und ungünstiger Absatz-Entwicklungen einen unerwartet deutlichen Gewinnrückgang verbucht. Im Dax büßten die Aktien von DaimlerChrysler mit 0,7 Prozent, die von BMW mit 0,3 Prozent und die von VW mit 0,1 Prozent ihre Vortagesgewinne zum Teil wieder ein

          Im Fokus der Anleger standen zudem die Aktien von Europas größtem Chiphersteller Infineon, die zunächst mit einem Abschlag von 2,7 Prozent auf den unerwartet hohen Quartalsverlust reagierten. Im Verlauf drehten die Aktien ins Plus, was Händler unter anderem auf Aussagen von Infineon-Chef Wolfgang Ziebart zurückführten, wonach im vierten Quartal mit einem niedrigeren Verlust gerechnet wird. Analysten verwiesen auch auf leicht anziehende Chippreise. Zudem stütze der Zwischenbericht von Texas Instruments, dem weltgrößten Hersteller von Handy-Chips.

          Vossloh vor dem Kauf der Bahnschwellen-Sparte von Pfleiderer

          Im MDax trieb die Nachricht, wonach Vossloh vor dem Kauf der Bahnschwellen-Sparte von Pfleiderer steht, den Aktienkurs des Verkehrstechnik-Konzerns um sechs Prozent in die Höhe. Die beide Unternehmen verhandeln nach eigenen Angaben exklusiv und sind sich über wesentliche Konditionen bereits einig. Eine Reduzierung der Umsatz- und Gewinnprognose durch Vossloh rückte dadurch in den Hintergrund.
          Mehr als der MDax legten mit 2,6 Prozent auch die Aktien von Schwarz Pharma zu. Der Arzneimittelhersteller hatte für das laufende Jahr seine Umsatzprognose angehoben.

          Bei den Kleinwerten im SDax ragten die Papiere des IT-Reparaturdienstleisters Teleplan mit einem Kursanstieg von knapp 14 Prozent auf 2,21 Euro heraus. Teleplan habe die Gewinnschwelle früher erreicht als von vielen am Markt erwartet, erklärte ein Händler.

          Der Dollar zeigt sich sowohl gegen den Euro als auch den Yen etwas fester, nachdem die chinesische Zentralbank sich geäußert hat. Sie sagte, die jüngste Aufwertung des Yuans sei vorerst auch die letzte gewesen. Möglicherweise will sie damit allerdings nur Aufwertungserwartungen aus dem Markt nehmen, um ihn dann wieder einmal zu überraschen. Der Bund-Future befindet sich mit einem Minuns von 26 Stellen auf 122,40 Prozent leicht in der Defensive. Der Ifo-Index dürfte Zinssenkungshoffnungen in Europa weiter gedämpft haben, nachdem sie schon in den vergangenen Wochen deutlich nachgelassen haben.

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