https://www.faz.net/-gv6-6nfjh

Marktbericht : Hexensabbat im Fokus der Anleger

  • Aktualisiert am

Die deutschen Aktienindizes sind am Freitag kaum verändert gestartet. Die Börse in Tokio zeigt sich im Verlauf gut behauptet. Die Hoffnung auf eine baldige Erholung der amerikanischen Wirtschaft hat den Aktien an der Wall Street am Donnerstag Auftrieb gegeben.

          5 Min.

          Die deutschen Aktienindizes sind am Freitag mit zum Teil nur leichten Gewinnen in den Handel gestartet. Der Leitindex DAX kletterte in den ersten Minuten um 0,05 Prozent auf
          4840 Punkte. Für den MDAX der mittelgroßen Werte ging es um 0,53 Prozent auf 5659 Zähler nach oben. Der Technologiewerte-Index TecDAX arbeitete sich um 0,55 Prozent auf 614 Punkte vor.

          Händler sehen den großen Verfall an den Terminmärkten, den so genannten „Hexensabbat“, allein im Fokus. Der Tag des Auslaufens von Terminkontrakten auf Aktien und Indizes wird an den Börsen als „Hexensabbat“ bezeichnet. Vom „Großen Verfall“ sprechen Börsianer dann, wenn der letzte Handelstag aller vier Derivate-Typen, also der Optionen und Futures auf Indizes und einzelne Aktien, auf den gleichen Tag fällt.

          Ohne zu erwartende, starke weitere Impulse dürften sich die Börsianer voll und ganz auf diesen einmal im Quartal anstehenden Termin konzentrieren. Einzelwerte könnten zudem vor den Gewichtsverschiebungen in den Dax-Indizes bewegt werden, die nach dem heutigen Verkettungstermin zum Montag wirksam werden. Die amerikanischen Indizes hatten sich am Vorabend mehrheitlich gut behauptet. Der Future auf den amerikanischen Leitindex Dow Jones gewann seit dem Xetra-Schluss am Vortag um 17.35 Uhr 0,20 Prozent. Die Börsen in Asien tendierten am Morgen freundlich.

          Deutsche Anleihen: Weitere Kursverluste zur Eröffnung

          Die deutschen Anleihen sind am Freitag mit weiteren Kursverlusten in den Handel gegangen. Der richtungsweisende Euro-Bund-Future sank am Morgen um 0,18 Prozent auf 119,06 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe lag bei 3,513 Prozent. Mit der schwachen Tendenz zum Handelsstart wurden Erwartungen von Experten bestätigt. „Der Ausblick auf die in der nächsten Woche anstehenden Auktionen von amerikanischen Staatsanleihen dürfte die Rentenmärkte auch heute leichter tendieren lassen“, heißt es bei der HSH Nordbank. So habe das amerikanischen Finanzministerium gestern Auktionen in Höhe von 104 Milliarden Dollar für die nächste Woche angekündigt - ein Rekordvolumen. Dies bedeute Rückschlagspotenzial für die deutschen Anleihen. Die Commerzbank sieht den Rentenhandel auch vom heutigen „Hexensabbat“, also dem Verfallstag von Optionen und Terminkontrakten an den Aktienmärkten, bestimmt. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass dort eine Richtungsentscheidung ansteht. „Da Renten und Aktien zuletzt eine hohe Interdependenz aufwiesen, erachten wir es für wahrscheinlich, dass der Wochenausklang für die Anleihen von der Entwicklung der Aktien abhängt.“

          Aktien in Tokio gut behauptet

          Die Börsen in Fernost haben nach positiven Vorgaben aus New York und der Hoffnung auf eine baldige Erholung der amerikanischen Wirtschaft höher tendiert. Die Wall Street hatte unter anderem von positiven Arbeitsmarktdaten profitiert. Trotz der Gewinne verzeichnete der japanische Leitindex Nikkei auch wegen Gewinnmitnahmen auf die gesamte Woche gesehen die größten Verluste seit drei Monaten. In der Vorwoche war er noch auf ein Acht-Monatshoch über die 10.000-Punkte-Marke geklettert.

          Der Nikkei-Index der 225 führenden Werte schloss am Freitag bei 9786 Zählern, einem Plus von 0,9 Prozent. Der breiter gefasste Topix-Index beendete den Handel mit einem Plus von ebenfalls 0,9 Prozent bei 918 Zählern. Auch die üblichen Märkte in Fernost notierten höher.

          Devisen: Euro steigt wieder in Richtung 1,40 Dollar

          Der Euro ist am Freitag wieder in Richtung 1,40 amerikanischen Dollar gestiegen. Im frühen Handel kostete die Gemeinschaftswährung 1,3945 Dollar und damit rund einen halben Cent mehr als am späten Vorabend. Ein Dollar war damit 0,7171 Euro wert. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Donnerstagmittag auf 1,3920 (Mittwoch: 1,3840) Dollar festgesetzt. Schon seit Tagen pendelt der Euro in einer Spanne zwischen 1,38 und 1,40 Dollar. Bislang habe die Gemeinschaftswährung nach oben keine Dynamik entwickeln können und die Marke von 1,40 Dollar nicht nachhaltig überwinden können, beschreibt die Landesbank Hessen- Thüringen (Helaba) den Kursverlauf der laufenden Woche. Bei nur wenigen fundamentalen Impulsen rechnet die Helaba auch zum Wochenausklang mit einer Handelsspanne des Euro zwischen 1,38 und 1,40 Dollar.

          Weitere Themen

          Optimisten am Zug

          Aktienmarkt : Optimisten am Zug

          Der Aktienmarkt zeigt sich am Dienstag abermals von seiner freundlichen Seite. Es dominieren die Hoffnungen auf ein baldiges Ende der Krise.

          Bayer lässt den Dax im Plus starten

          Glyphosat-Streit : Bayer lässt den Dax im Plus starten

          Die politischen Spannungen um Hongkong haben den deutschen Aktienmarkt zum Wochenstart zunächst unbeeindruckt gelassen. Positive Nachrichten im Konflikt um den Unkrautvernichter von Bayer verleihen dem Kurs des Chemiekonzerns Auftrieb.

          Topmeldungen

          Einer lernt noch schreiben, einer kann es schon.

          Corona und Gleichstellung : Wir erleben keinen Rückschritt

          Allerorten wird erzählt, durch Corona fielen die Geschlechter zurück in die fünfziger Jahre. Viele Familien erleben das gerade ganz anders. Die Erzählung vom Rückfall ist nicht nur für sie die falsche Geschichte.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.