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Marktbericht : Enttäuschende amerikanische Daten drücken Dax ins Minus

  • Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Die Furcht vor einer Eintrübung der weltweiten Konjunktur hat den Dax am Mittwoch ins Minus gedrückt. Schwache Daten vom amerikanischen Immobilienmarkt und leicht rückläufige Einkaufsmanagerindizes in den Euro-Ländern dämpften die Stimmung.

          Enttäuschende Daten vom amerikanischen Immobilienmarkt haben den Dax am Mittwoch ins Minus gedrückt. Nach einem wechselhaften Verlauf notierte der deutsche Leitindex zum Börsenschluss 1 Prozent schwächer bei 6205 Punkten. Der MDax verlor 0,9 Prozent auf 8387 Punkte und der TecDax büßte 1 Prozent auf 772 Punkte ein.

          Laut IG-Markets-Analyst Patrick Pflüger verlief das späte Geschäft sehr ruhig. In den auch für den deutschen Markt wichtigen Londoner Handelsräumen hätten die entscheidenden Fußball-WM-Vorrundenspiele von England und den Vereinigten Staaten im Fokus gestanden. Nun warteten die Anleger mit Spannung auf die Sitzung der amerikanischen Notenbank Fed am Abend. Eine Leitzinserhöhung scheine derzeit zwar sehr unwahrscheinlich, doch dürften die Marktteilnehmer sehr genau auf die Wortwahl von Fed-Chef Ben Bernanke achten.

          Cognis-Übernahme durch BASF begrüßt

          Die angekündigte Übernahme des Spezialchemiekonzerns Cognis für 3,1 Milliarden Euro bescherte den Aktien von BASF gegen den Trend bescheidene Kursgewinne von 0,2 Prozent auf 46,83 Euro. Die Transaktion ist zwar keine wirkliche Überraschung, da Börsianer diesen Schritt seit längerem erwartet hatten. Analysten hätten allerdings mit einem etwas höheren Preis von 3,2 Milliarden Euro gerechnet, hieß es am Markt. Lufthansa-Titel kletterten dank positiver Analystenkommentare mit plus 2,3 Prozent auf 12,03 Euro an die Dax-Spitze.

          Dagegen gehörten die Aktien der Deutschen Bank und der Commerzbank zu den größten Verlierern. Börsianer verwiesen auf die allgemeine Schwäche der Bankentitel, die nach ihrem Anstieg seit Mitte Juni nun wieder etwas zurückfielen. Zudem habe es zuletzt negative Analystenkommentare zur Branche gegeben. Deutsche Bank verloren 1,8 Prozent auf 48,78 Euro und Commerzbank verbilligten sich um 2,5 Prozent auf 5,996 Euro.

          Anteilsscheine des Dax-Neulings Heidelbergcement fielen als Index-Schlusslicht um 4,1 Prozent auf 42,90 Euro. Händler verwiesen auf Berichte, der Baustoffe-Konzern könnte sich an einem Bieterkampf um die Zementsparte des indischen Wettbewerbers Murli Industries beteiligen.

          Gerüchte treiben Dialog Semiconductor an

          Aktien von Dialog Semiconductor setzten sich mit Gewinnen von 5 Prozent auf 10,30 Euro an die TecDax-Spitze. Händler sprachen von vagen Gerüchten, der Halbleiterkonzern Infineon habe ein Auge auf den Schaltkreis-Hersteller geworfen. Solarwerte litten indes unter kritischen Aussagen eines spanischen Solar-Lobby-Verbandes.

          Die Vorzugsaktien von Villeroy & Boch stürzten außerhalb der führenden Indizes um 24 Prozent auf 3,883 Euro ab. Sechs deutsche Sanitärunternehmen, darunter Villeroy & Boch, müssen wegen verbotener Preisabsprachen Bußgelder zahlen. Villeroy & Boch erhielt mit 71,5 Millionen Euro die höchste Strafe - sie entspricht einem Börsianer zufolge in etwa der gesamten aktuellen Marktkapitalisierung der Vorzugsaktien.

          Immobiliendaten belasten Wall Street

          Nach einem kaum veränderten Start drücken enttäuschende Nachrichten vom amerikanischen Häusermarkt die Aktienindizes an Wall Street ins Minus. Der Dow-Jones-Index verliert 0,3 Prozent auf 10.265 Punkte. Für den S&P-500-Index geht es um 0,6 Prozent auf 1.089 Zähler nach unten. Der Nasdaq Composite-Index fällt um 0,6 Prozent auf 2249 Stellen zurück.

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