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Marktbericht : Deutsche Aktienmärkte uneinheitlich

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Nach verhaltenen Vorgaben ist der deutsche Aktienmarkt am Montag uneinheitlich in den Handel gegangen. Der Leitindex Dax fiel in den ersten Minuten. Der MDax der mittelgroßen Werte gab nach, während der TecDax leicht vorrückte.

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          Nach verhaltenen Vorgaben ist der deutsche Aktienmarkt am Montag uneinheitlich in den Handel gegangen. Der Leitindex Dax fiel in den ersten Minuten um 0,74 Prozent auf 5.418,73 Zähler. Der MDax der mittelgroßen Werte gab um 0,36 Prozent auf 6.443,87 Punkte nach. Der Technologiewerte-Index TecDax aber rückte um moderate 0,09 Prozent auf 679,31 Zähler vor.

          Die Übersee-Börsen geben uneinheitliche Impulse: Die Wall Street hatte zwar am Freitag im Plus geschlossen. Der Future auf den Dow Jones gab aber seit Xetra-Schluss um 0,49 Prozent nach. Der Tokioter Leitindex schloss am Morgen fest.

          Anleger am deutschen Aktienmarkt müssen laut Experten nach dem Höhenflug der vergangenen Wochen mit fallenden Notierungen rechnen. „Wir sind weiterhin der Auffassung, dass die euphorischen Kursgewinne seit Mitte März übertrieben sind und auf keinem soliden Fundament stehen“, warnen etwa die Experten der Landesbank Berlin (LBB). Die Marktentwicklung preise bereits viel Optimismus ein. Der anhaltend positive Grundton der jüngsten Unternehmensberichte habe bisher stärkere Rückschläge verhindert und die Ausblicke seien insgesamt besser ausgefallen als zum Ende des ersten Quartals. Mit dem allmählichen Auslaufen der aktuellen Berichtssaison falle jedoch ein wichtiger Stabilisator und Antreiber der vergangenen Wochen aus, so dass „wir zunächst von einer - auch kräftiger ausfallenden - Korrektur an den heimischen Aktienbörsen ausgehen“.

          Nach der Zahlenflut der vergangenen Woche hat die laufende Berichtssaison ihren Höhepunkt überschritten. Im Dax berichten aus dem Versorgersektor am Mittwoch Eon und einen Tag darauf Konkurrent RWE über das zweite Quartal. „Ob die Aussagen von beiden über ein stabiles operatives Ergebnis für das Gesamtjahr 2009 aufrecht erhalten wird, gehört mit zu den spannendsten Fragen“, glaubt Stabel von ICF.

          Am Donnerstag legt neben dem Salz- und Düngemittelspezialisten K+S auch der Stahlkonzern Salzgitter Zahlen vor. Am Freitag beschließt der Stahl- und Industriegüterkonzern ThyssenKrupp den Zahlenreigen, zu dem auch noch viele Unternehmensberichte aus der zweiten Reihe beitragen. Nach Einschätzung Stabels dürfte Thyssen auf Neunmonatssicht kaum rote Zahlen vermeiden können. Konkurrent Salzgitter sei zwar wegen des weniger zyklischen Großröhrengeschäfts etwas besser positioniert, werde aber wohl ebenfalls kein positives Ergebnis erreichen.

          Von Seiten der Konjunktur dürften vor allem Nachrichten aus den Vereinigten Staaten für Bewegung sorgen. Am Mittwochabend richten sich die Blicke der Anleger auf den Zinsentscheid der amerikanischen Notenbank (Fed), wobei allerdings keine Änderung des Leitzinses erwartet wird. Einen Tag später stehen Einzelhandelsdaten auf der Agenda und am Freitag das von der Universität Michigan ermittelte Verbrauchervertrauen. Aus Europa dürften laut Experten noch am ehesten Daten zum Bruttoinlandsprodukt einzelner EU-Länder am Donnerstag für Bewegung am Markt sorgen.

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