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Marktbericht : Deutsche Aktien schließen im Minus

  • Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Verunsicherung hat die Anleger am Montag erneut Aktien verkaufen lassen. Der Volatilitätsindex VDax, der die Nervosität der Anleger misst, stieg um 6,6 Prozent.

          Der deutsche Aktienmarkt hat am Montag an seine Verluste vom Freitag angeknüpft. Zwar gelang dem Dax nach überraschend starken Industriedaten aus Deutschland zeitweise der Sprung ins Plus, doch verunsicherte Anleger schickten den Leitindex rasch wieder auf Talfahrt. Mit einem Minus von 0,6 Prozent auf 5905 Punkte ging er schließlich aus dem Handel. Der MDax gab um 1 Prozent auf 7865 Punkte nach. Der TecDax sank zugleich um 2,1 Prozent auf 731Punkte.

          Laut Aktienhändler Niklas Breckling von der Schnigge Wertpapierhandelsbank spielt die sehr hohe Nervosität skeptischer Anleger derzeit eine wichtige Rolle: „Sobald in diesem Markt eine Kleinigkeit kommt, reagieren die Marktteilnehmer ziemlich extrem.“ Marktstratege Stefan Risse vom Derivate-Anbieter CMC Markets verwies ebenfalls auf die aktuell starken Tagesschwankungen, in denen im Dax Gewinne und Verluste von 100 Punkten und mehr „mittlerweile keine Seltenheit“ mehr seien.

          Stellenabbau treibt Stada-Aktie

          „Alles in allem hat sich der Dax zum Wochenauftakt aber recht gut gehalten, nachdem er am Morgen bis auf 5853 Punkte gefallen ist“, sagte Analyst Christoph Schmidt von der N.M.F. AG. Zudem habe sich auch der Euro wieder etwas stabilisiert. Keinen Einfluss auf die Marktentwicklung habe das Sparpaket der Bundesregierung gehabt: „Dass gespart werden muss, überrascht keinen, und im Paket ist nichts Marktrelevantes drin.“

          Unter den Einzelwerten im Dax stachen vor allem die Adidas-Aktien hervor, die dank eines positiven Analystenkommentars um zwei Prozent zulegten. Zu den Verlierern zählten hingegen nach Studiendaten während der Krebsforscherkonferenz ASCO die Anteile von Merck KGaA. Sie büßten 0,8 Prozent auf 59,33 Euro ein. Im MDax zogen die Aktien des Generikaherstellers Stada nach einem angekündigten Stellenabbau um 1,3 Prozent auf 29,785 Euro an.

          Die Anteilsscheine von Heidelbergcement, die in zwei Wochen in den Dax aufgenommen werden, gaben um 1,1 Prozent auf 43,220 Euro nach, während die Salzgitter-Papiere, die dann in den MDax absteigen, um 1,2 Prozent fielen. Da der Platztausch erwartet wurde, gab es an diesem Tag keine Aktienreaktion. Die Titel des Börsenneulings Kabel Deutschland reagierten hingegen mit plus 0,2 Prozent auf 23,30 Euro positiv auf ihre anstehende Aufnahme in den MDax.

          Wall Street etwas leichter - Stabilisierung nach Verlusten=
          (In dem gegen 17.14 Uhr gesendeten Bericht muss es im letzten Satz des zweiten Absatzes korrekt heißen „als das von Volkswirten im Mittel erwartete Minus (NICHT Plus) von 0,5 Prozent zum Vormonat“. Es folgt eine korrigierte Fassung:)

          Wall Street unentschlossen

          Der amerikanische Aktienmarkt schwankt am Montag zwischen positivem und negativem Terrain. Nach den heftigen Verlusten am Freitag zeigt er sich damit stabilisiert. Der Dow-Jones-Index für 30 Industriewerte steigt um 0,2 Prozent auf 9948 Punkte. Der S&P-500 legt ebenso stark auf 1067 Zähler zu. Für Technologiewerte geht es abwärts: Der Nasdaq Composite fällt um 0,45 Prozent auf 2209 Punkte.

          Am Freitag war der Dow-Jones-Index nach einem enttäuschenden Arbeitsmarktbericht um 3,2 Prozent gefallen. Nun haben beruhigende Nachrichten aus Europa den Abwärtstrend gebremst, heißt es. Dazu zählt der Anstieg der deutschen Industrieaufträge im April, der
          mit 2,8 Prozent deutlich höher ausgefallen war als das von Volkswirten im Mittel erwartete Minus von 0,5 Prozent zum Vormonat.

          Studienergebnisse helfen Bristol-Myers Squibb

          Ein Blick auf die Gewinner- und Verliereraktien zeigt weiter keine große Risikobereitschaft der Anleger: Konjunktursensible und Bankenaktien verlieren. Bank of America sind mit einem Abschlag von 2,2 Prozent auf 15,0099 Dollar schwächster Standardwert. Gefragter sind dagegen die defensiven Konsum- und Telekommunikationswerte. Wal-Mart steigen um 1,7 Prozent auf 51,26 Dollar, AT&T um 1,6 Prozent auf 24,55 Dollar und McDonald's um 1,4 Prozent auf 67,6587 Dollar.

          Für Bristol-Myers Squibb geht es um 8,1 Prozent aufwärts auf 24,26 Dollar. Der Pharmakonzern hat positive Studienergebnisse bei einem Medikament zur Stärkung des Immunsystems von Menschen mit Hautkrebs veröffentlicht. Das Umsatzpotential für das Präparat wird auf 500 Millionen bis 1 Milliarden Dollar pro Jahr taxiert. Goldman Sachs hat die Aktie nach der Mitteilung auf „Buy“ hochgestuft.

          Sprint Nextel legen um 1,3 Prozent zu auf 4,842 Dollar zu, nachdem der Mobilfunkanbieter mitgeteilt hat, bei den Absätzen mit dem Handymodell HTC „Evo“ einen Tagesrekord erreicht zu haben.

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