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Marktbericht : Dax zeigt sich gehalten

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Wegen negativer Vorgaben aus Übersee ist der deutsche Aktienmarkt am Freitag nach einer mehrtägigen Gewinnserie mit Verlusten in den Handel gestartet, hat aber die Anfangsverluste rasch ausgeglichen. Börsianer sprachen von Gewinnmitnahmen und einer Atempause an den Börsen. Zudem sollte der dreifache Verfall oder sogenannte „Hexensabbat“ an den Terminbörsen die Kurse in Bewegung halten.

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          Wegen negativer Vorgaben aus Übersee ist der deutsche Aktienmarkt am Freitag nach einer mehrtägigen Gewinnserie mit Verlusten in den Handel gestartet, hat aber die Anfangsverluste rasch ausgeglichen. Börsianer sprachen von Gewinnmitnahmen und einer Atempause an den Börsen. Zudem sollte der dreifache Verfall oder sogenannte „Hexensabbat“ an den Terminbörsen die Kurse in Bewegung halten.

          Der Dax fiel zum Auftakt um 0,37 Prozent auf 5710 Punkte, lag aber im weiteren Handelsverlauf mit einem leichten Plus von 0,1 Prozent bei 5.737 Zählern. Für den MDax der mittelgroßen Werte ging es in den ersten Minuten um 0,20 Prozent auf 7419 Zähler bergab, der Technologiewerte-Index TecDax verlor 0,91 Prozent auf 759 Zähler.

          Bankenwerte litten laut Händlern besonders unter Gewinnmitnahmen, nachdem sie die vergangenen Tage besonders vom Aufwärtstrend an den Märkten profitiert hatten. Zudem musste die Deutsche Bank beim Ausbau des Geschäfts in den Niederlanden einen Rückschlag hinnehmen, da die seit Monaten laufenden Neuverhandlungen über den Kauf von Teilen des Firmenkundengeschäfts von ABN Amro scheiterten. Goldman Sachs hob zwar das Kursziel von 51,00 auf 53,00 Euro an, blieb aber beim Votum „Neutral“. Indes erhöhte ING ihr Votum für die Aktie von „Hold“ auf „Buy“ und das Ziel von 44,90 auf 61,60 Euro. Die Aktien der Deutschen Bank büßten 0,85 Prozent auf 52,900 Euro ein, für Commerzbank-Titel ging es sogar um 1,63 Prozent auf 8,725 Euro nach unten.

          Aktien von Siemens verbilligten sich um 0,11 Prozent auf 66,35 Euro. Der Industriekonzern muss einem Zeitungsbericht zufolge nach drei großen Übernahmen seine Ziele in der Medizintechniksparte noch einmal überprüfen. Es sei nicht sicher, ob die zehn Milliarden Euro schweren Einkäufe aus den Jahren 2006 und 2007 im nächsten Jahr tatsächlich einen positiven Beitrag zum Konzernergebnis je Aktie leisten werden, zitiert die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ den Chef der Sparte Siemens Healthcare, Hermann Requardt. Dies dürfte die Aktie etwas belasten, sagte ein Händler. Allerdings werde am Markt ohnehin damit gerechnet, dass der Konzern seine operativen Margenziele für 2010 bei der Hauptversammlung im Dezember senken wird.

          Munich-Re-Titel legten hingegen um 0,55 Prozent auf 104,57 Euro zu. Dem weltgrößten Rückversicherer drohen zwar Schäden von 200 Millionen amerikanische Dollar als Folge der internationalen Schifffahrtskrise, da das Unternehmen Deckungen für koreanische Werften rückversichert habe, auf die 55 Prozent sämtlicher Aufträge für Containerschiffe entfallen, berichtet die „Financial Times Deutschland“. Munich Re hatte aber 200 Millionen Dollar für die koreanischen Risiken zurückgestellt. „Weitere Aufwendungen für diesen Schadenkomplex erwarten wir nicht, jedenfalls nicht in signifikanter Höhe“, sagte ein Sprecher des Unternehmens.

          Deutsche Anleihen: Deutlich fester zur Eröffnung

          Die deutschen Anleihen sind am Freitag deutlich fester in den Handel gegangen. Der richtungsweisende Euro-Bund-Future stieg am Morgen um 0,21 Prozent auf 120,71 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe lag bei 3,341 Prozent. Experten rechnen trotz des freundlichen Starts mit nur geringem Aufwärtspotential am Rentenmarkt. Für den gesamten Handelstag sei das Kurspotential angesichts fehlender Konjunkturdaten begrenzt, heißt es bei der HSH Nordbank. „Insgesamt rechnen wir mit einem ruhigen Handel.“ Den Bund-Future sieht die Landesbank im Tagesverlauf zwischen 120,17 und 121,04 Punkten.

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