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Marktbericht : Dax verliert deutlich

  • Aktualisiert am

Der Dax startet am Dienstag mit Kursverlusten. Die Angst vor der weltweiten Ausbreitung der Schweinegrippe drückt die Kurse. Auch die japanische Börse ist deutlich ins Minus gerutscht.

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          Am deutschen Aktienmarkt tendieren die Kurse am Dienstag zur Eröffnung sehr schwach. Der Dax fällt um 2,5 Prozent oder 119 auf 4.576 Punkte. Belastet wird die Stimmung von schwachen Vorlagen aus Asien, der Angst vor einer Pandemie wegen der Schweinegrippe, schwachen Zahlen von U.S. Steel und einem Rückschlag bei den Bankentiteln. Auch Deutsche Bank geben deutlich nach, obwohl Händler und Analysten die Quartalszahlen der Bank als sehr gut bezeichnen.

          Aus technischer Sicht könnte der Dax mit den neuen Hochs über 4.688 Punkten die Erholung erst einmal beendet haben, so technische Analysten. Unterstützt sei der Dax beim mittelfristigen Aufwärtstrend bei knapp 4.450 Punkten, eine erste Unterstützung wird bei 4.572 Punkten gesehen. Ein Widerstand liege bei 4.713 Punkten.

          Deutsche Bank verlieren 7,5 Prozent auf 40,02 Euro. Die Deutsche Bank habe für das erste Quartal noch stärkere Zahlen vorgelegt als erwartet, sagen Händler. Neben den Quartalszahlen wird auch die Vertragsverlängerung für Vorstandssprecher Josef Ackermann positiv gesehen. „Allerdings ist die Aktie zuletzt schon sehr gut gelaufen“, so ein Händler mit Blick darauf, dass sich der Kurs seit den Tiefstständen mehr als verdoppelt hat. Er ergänzt, der Markt handele nun nach dem Motto „sell on good news“.

          Im weiteren Handelsverlauf stehen auch die Aktien von Daimler im Blick. Der Autobauer einigte sich mit dem Mehrheitseigner Cerberus und der staatlichen Pensionsaufsicht auf den Verkauf des verbliebenen Anteils an dem schwer angeschlagenen amerikanischen Branchenkollegen Chrysler. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von Daimler wird dadurch im zweiten Quartal mit bis zu 700 Millionen amerikanischen Dollar (529 Millionen Euro) belastet. Händler werteten die Nachricht positiv: „Damit ist das Abenteuer Chrysler endgültig beendet.“ Der Automobilhersteller legt seine Quartalszahlen am späten Vormittag vor. Die Papiere gaben vorbörslich leicht nach. Derweil hat die weltweite Wirtschaftskrise den Kohlenstoffspezialisten SGL Group zum Jahresauftakt kräftig belastet.

          Deutsche Renten: Behauptete Tendenz

          Am Rentenmarkt stieg der Bund-Future kurz nach der Eröffnung um 44 Ticks auf 123,22 Punkte. „In der Eurozone nehmen die Spekulationen im Vorfeld der Zinsentscheidung in der kommenden Woche zu“, schreibt die HSH Nordbank in einem Kommentar. So bleibe weiter unklar, ob die Europäischen Zentralbank (EZB) die Marke von einem Prozent als Zinsuntergrenze ansehe. Offenbar gebe es im EZB-Rat darüber unterschiedliche Auffassungen. Die Entwicklung der deutschen Verbraucherpreise dürfte unterdessen die ärgsten Deflationssorgen dämpfen. Die Emissionen aus Italien und den Niederlanden dürften vor dem Hintergrund von Rückflüssen über 50 Milliarden Euro in dieser Woche problemlos absorbiert werden. Zudem stütze die Verunsicherung um das Ausmaß der Schweinegrippe den Rentenmarkt. Das Bankhaus sieht den Bund-Future im Tagesverlauf zwischen 122,67 und 123,47 Punkten.

          Japans Börse im Minus

          Die japanische Börse ist am Dienstag deutlich ins Minus gerutscht. Der Nikkei-225-Index schloss mit einem Abschlag von 2,67 Prozent bei 8,493,77 Zählern auf dem tiefsten Stand seit knapp einem Monat. Händler verwiesen auf Gewinne beim Yen sowie erneut entfachte Sorgen um den Finanzsektor. Zudem hätten die Quartalsberichte von Sharp und Nippon Steel enttäuscht. Der breiter gefasste Topix schloss mit einem Abschlag von 2,53 Prozent auf 811,99 Zähler.

          Ölpreise sinken unter 50 Dollar

          Sorgen über eine mögliche Ausbreitung der Schweinegrippe haben die Ölpreise am Dienstag unter die Marke von 50 Dollar gedrückt. Ein Barrel (159 Liter) Rohöl der US-Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung im Juni kostete im frühen Handel 49,18 Dollar und damit 0,96 Dollar weniger als zum Handelsschluss am Vortag. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent fiel um 1,02 Dollar auf 49,30 Dollar. Die Schweinegrippe breitet sich unterdessen weiter aus: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erhöhte deshalb ihre Alarmstufe. Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt schließt eine weltweite Ausbreitung der Schweinegrippe nicht aus. Dadurch könnte aus Sicht von Händlern auch die Weltwirtschaft belastet werden. Auch werden negative Auswirkungen auf den globalen Flugbetrieb erwartet. All dies drückt die Ölnachfrage.

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