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Marktbericht : Dax unter 6.000 Punkten - Wall Street und Tokio schwach

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Bild: F.A.Z.

Angesichts der großen Verunsicherung der Anleger tendierten am Donnerstag die Börsen in Europa und Amerika schwach. Die Kursverluste setzen sich am Freitag an den meisten asiatischen Börsen fort, während sich der Euro erholt.

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          Angesichts der großen Verunsicherung der Anleger tendierten am Donnerstag die Börsen in Europa und Amerika schwach. Die Kursverluste setzen sich am Freitag an den meisten asiatischen Börsen fort.

          Der Sammelindex MSCI Asia Pacific Index erreichte den tiefsten Stand seit neun Monaten und sank 1,7 Prozent auf 111,47 Punkte. Die schwachen amerikanische Arbeitsmarktdaten wurden für den Verlusttag ebenso verantwortlich gemacht wie die als unzulänglich angesehenen Bemühungen der Europäer zur Bekämpfung der Schuldenkrise.

          „Eine Kombination von Ereignissen bewegt die Anleger dazu, den Ausblick für die Weltwirtschaft neu einzuschätzen“, sagte Stephen Halmarick, Leiter der Anlagemarkt-Analyse bei Colonial First State Global Asset Management in Sydney. „Der Risikoappetit ist deutlich gesunken und es ist schwer zu erkennen, wie sich die Situation kurzfristig stabilisieren sollte.“

          Die Aktien von exportorientierten Unternehmen waren entsprechend schwach. Die Kurse der Papiere von Honda Motor sanken um 3,5 Prozent in Tokio und reagierten damit nicht zuletzt auf die Frühindikatoren aus den Vereinigten Staaten , die unter den Erwartungen geblieben waren. Die des Schwergewichts BHP Billiton sanken in Australien 1,6 Prozent und jene von Sonic Healthcare brachen gar um 17 Prozent ein. Das Unternehmen hatte niedrigere Gewinne in Aussicht gestellt.

          Der Nikkei 225 Stock Average gab um 2,5 Prozent nach, der australische S&P/ASX 200 Index verlor 0,3 Prozent und der taiwanische Taiex sank 2,2 Prozent. Die Märkte in Südkorea und Hongkong waren wegen eines Feiertages geschlossen. In China erholten sich die Kurse an den Inlandsbörsen von anfänglichen Kursverlusten. Der Shenzhen Composite Index liegt im späten Handel mit einem Plus von 1,7 Prozent bei 16.681 Zählern, der Shanghai Stock Exchange Composite Index legt um 0,3 Prozent zu auf 7.700 Punkte.

          Euro legt im frühen Handel zu

          Der Euro hat am Freitag im frühen Handel an Boden gewonnen. Vor allem die Deckung von Verkaufspositionen und Spekulationen über eine geldpolitische Intervention zur Stärkung des Euro gaben der europäischen Gemeinschaftswährung Auftrieb. Der Euro legte auf 1,2617 Dollar zu von 1,2507 Dollar im späten amerikanischen Handel. Der Dollar machte einen Teil seiner Verluste von mehr als zwei Prozent gegenüber dem Yen wieder wett und wurde zu 89,85 Yen gehandelt. Der Euro stieg in einem volatilen Handel zur japanischen Währung auf 113,70 Yen, nachdem er am Vortag mehr als 1,5 Prozent nachgegeben hatte. Der Schweizer Franken notierte bei rund 1,1549 Franken je Dollar und bei etwa 1,4571 Franken je Euro.

          Kurse an Wall Street brachen ein

          Der massive Abzug von Risiko-Assets hat am Donnerstag an Wall Street die Kurse einbrechen lassen. Der Dow-Jones-Index verzeichnete punktemäßig den höchsten Tagesverlust 2010 und notiert damit in der Nähe der Marke von 10.000 Punkten. Vor allem in den letzten Handelsminuten gerieten die Kurse noch einmal deutlicher unter Druck. Hintergrund waren die steigenden Sorgen bezüglich der Schuldenkrise in der Eurozone. Die von dort ausgehende Verunsicherung der Kapitalmärkte führte dazu, dass Investoren ihre Positionen abbauten. Dies war sowohl in den Preisen bei den Rohstoffen wie auch in den Aktienindizes abzulesen. Der Dow-Jones-Index für 30 Industriewerte (DJIA) gab um 3,6 Prozent oder 376 Punkte auf 10.068 nach und schloss damit nur zwei Punkte über seinem Tagestief. Für den S&P-500-Index ging es um 3,9 Prozent oder 43 Punkte auf 1.072 nach unten. Damit wurde die wichtige Marke von 1.100 Punkten deutlich unterschritten. Der Nasdaq-Composite-Index reduzierte sich um 4,1 Prozent oder 94 Punkte auf 2.204. Umgesetzt wurden 2,12 (Mittwoch: 1,63) Milliarden Aktien. Den 160 Kursgewinnern standen 2.983 -verlierer gegenüber, unverändert schlossen 32 Titel. Die Verluste erstreckten sich durch alle Branchen und alle Indizes. Sowohl der DJIA als auch der S&P-500 und der Nasdaq-Composite schlossen unter ihren 200-Tage-Linien, was am Freitag für weiteren Abgabedruck sorgen könnte. Im DJIA schlossen alle Werte im Minus, im S&P-500 schafften lediglich drei Aktien den Sprung ins Plus. Besonders unter Druck standen die Energie- und Rohstoffwerte.

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