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Marktbericht : Dax tritt abermals auf der Stelle

  • Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Der Dax hat auch am Dienstag weitgehend auf der Stelle getreten. Der Markt sei weiter „sehr stabil“. Anleger seien angesichts der üppigen Liquidität auf der Suche nach Sachwerten wie eben Aktien.

          Ein milliardenschwerer Zukauf in der amerikanischen Chipbranche hat die Aktienmärkte am Dienstag gestützt. Der Dax ging auf dem Vortagesniveau von 7175 Punkten aus dem Handel, nachdem er zunächst von teurem Öl und einer wachsenden Skepsis gegenüber den portugiesischen Staatsfinanzen belastet worden war. Der TecDax legte indes um 0,55 Prozent auf 949 Punkte zu. Der MDax dagegen gab moderat um 0,1 Prozent auf 10.551 Punkte nach.

          „Die Aufwärtsbewegung ging von den amerikanischen Börsen aus, wo nach der Ankündigung von Texas Instruments (TI), den Rivalen National Semiconductor zu kaufen, Technologiewerte gefragt waren“, sagt ein Börsianer. Die Transaktion heizt Händlern zufolge die Übernahmefantasie im ganzen Sektor an. In Frankfurt legten Infineon-Aktien um fast 4 Prozent zu und waren damit größter Dax-Gewinner. In Paris führten STMicroelectronics mit einem Plus von 2,5 Prozent den französischen Leitindex CAC40 an. Dieser verlor allerdings gut ein Prozent, unter anderem wegen Kursverlusten der beiden Versorger EDF und GDF Suez.

          Teures Öl belastet Aktien von Fluggesellschaften

          Die europäischen Aktienmärkte wurden von einer abermaligen Herunterstufung der Bonitätsnote des hoch verschuldeten Portugal belastet. Am Lissaboner Aktienmarkt verlor der Leitindex PSI20 ein Prozent. Ein weiterer Belastungsfaktor war laut Händlern das teure Öl. Nordseeöl der Sorte Brent kostete mehr als 122 Dollar pro Fass. Das drückte vor allem die Kurse der Fluggesellschaften, für die Kerosin ein wichtiger Kostenfaktor ist. Lufthansa-Aktien büßten 0,7 Prozent ein, die Papiere des Rivalen Air France-KLM 0,4 Prozent.

          In Frankfurt waren die Aktien von Siemens und Bayer mit Verlusten von 3,6 beziehungsweise 1,3 Prozent die schwächsten Dax-Werte. Auf Bayer lasten gemischt ausgefallene Studienergebnisse für einen wichtigen Hoffnungsträger, das Thrombosemittel Xarelto. „Das ist ein richtiger Rückschlag für Bayer“, kommentierte ein Händler.

          Die Aktien des Elektrokonzerns Siemens litten unter einem zurückhaltenden Ausblick. Die Münchener verwarfen wegen des Konzernumbaus ihre Prognose. „Die Anleger sind derzeit sehr optimistisch gestimmt“, sagte ein Börsianer. „Sie setzten auf ein anhaltend starkes Wachstum. Da hört man Aussagen über eine Abschwächung der Nachfrage natürlich nicht gern.“

          Perspektiven von Hapag-Lloyd stützen Tui

          Gefragt waren die Titel der Commerzbank, die drei Prozent zulegten. Händler begründeten dies mit charttechnischen Signalen und Eindeckungskäufen. Wie Reuters aus Finanzkreisen erfuhr, ist die zweitgrößte deutsche Bank grundsätzlich für die erwartete Kapitalerhöhung startklar.

          Im MDax waren Tui mit einem Plus von knapp 3 Prozent auf 8,778 Euro der beste Wert. Hilfreich war laut Händlern, dass der Reisekonzern laut Medienberichten direkt nach Käufern für Deutschlands größte Container-Reederei Hapag-Lloyd sucht. Es gebe derzeit Gespräche mit möglichen Investoren. Medienberichten zufolge soll Tui bereits einen 15-Prozent-Anteil an den Staatsfonds Onyx aus dem Sultanat Oman verkauft haben. Auch das chinesische Logistikunternehmen HNA hat angeblich Interesse.

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