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Marktbericht : Dax tendiert schwächer

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Belastet durch negative Übersee-Vorgaben starten die deutschen Aktienindizes etwas schwächer in die neue Handelswoche. Der Dax verliert am Montag im frühen Handel etwas mehr als ein Prozent auf 5564 Zähler. Die Konjunkturagenda ist sehr übersichtlich. Beachtung könnten daher die Daten zur EU-Industrieproduktion finden.

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          Der Dax ist am Montag mit Verlusten in den Handel gestartet. Nach sechs Gewinntagen in Folge hätten die Anleger nun Kasse gemacht, sagten Börsianer. Der Leitindex fiel in den ersten Handelsminuten um 1,45 Prozent auf 5542 Zähler, nachdem er in der Vorwoche von Jahreshoch zu Jahreshoch geklettert und letztlich um 4,45 Prozent vorgerückt war. Für den MDax der mittelgroßen Werte ging es um 2,25 Prozent auf 7029 Punkte nach unten und der Technologiewerte-Index TecDax sank um 2,25 Prozent auf 729 Zähler.

          Negative Vorgabe aus Übersee haben die europäischen Börsen am Montag ins Minus gedrückt. Nach einer mehrtägigen Gewinnserie hatten die wichtigsten Indizes vor dem Wochenende noch auf neuen Jahreshöchstständen geschlossen. Am Vormittag fiel der EuroStoxx 50 um 0,99 Prozent auf 2.803,46 Zähler. Der Pariser CAC-40-Index verlor ebenfalls 0,99 Prozent auf 3.697,75 Punkte. In London sank der FTSE 100 um 0,63 Prozent auf 4.979,42 Zähler. Marktstratege Stephen Pope von Cantor Fitzgerald sagte indes, jede Schwächephase biete eine Einstiegsgelegenheit: „Wenn man auf die Konjunkturdaten schaut, sieht man überall Zeichen einer Verbesserung“. Es sei zwar fraglich, wie lange die staatlichen Konjunkturprogramme fortgesetzt werden könnten, doch gehe er davon aus, dass die westlichen Regierungen alles tun werden, um ein abermaliges Abrutschen der Wirtschaft zu verhindern.

          Die wichtigsten amerikanischen Indizes waren am Freitag nach fünf Gewinntagen in Folge und ebenfalls neuen Jahreshöchstständen erstmals mit leichten Verlusten aus dem Handel gegangen. Der Future auf den Dow Jones verlor seit dem europäischen Börsenschluss vor dem Wochenende 0,93 Prozent. In Tokio schloss der Nikkei-225-Index sehr schwach. Die Konjunkturagenda ist sehr übersichtlich. Beachtung könnte später eine neue Konjunkturprognose der EU-Kommission zum Euroraum finden.

          Negativ aufgenommene Aussagen von Renault belasteten die Aktie des französischen Autobauers am Montag ebenso wie die des Konkurrenten PSA Peugeot Citroen. Der für das operative Geschäft zuständige Manager Patrick Pelata sagte gegenüber der Zeitung „La Tribune“, es gebe zwar Wachstumssignale, doch Renault habe die Krise noch nicht hinter sich. Die Renault-Aktie gab 3,45 Prozent auf 32,155 Euro ab, für Peugeot-Titel ging es als Schlusslicht des CAC-40-Index um 4,40 Prozent auf 20,430 Euro nach unten.

          Negative Nachrichten gab es zum Wochenauftakt bei Alcatel-Lucent. Ein amerikanische Gericht hob eine 358 Millionen amerikanische Dollar teure Strafe gegen den Softwarekonzern Microsoft im Rahmen eines jahrelangen Patentstreits mit dem Telekomausrüster auf. Die Aktien von Alctel-Lucent büßten 2,76 Prozent auf 2,682 Euro ein.

          Papiere von Air France-KLM verbilligten sich um 1,91 Prozent auf 11,28 Euro. Laut einem japanischen Medienbericht ist die französische Fluggesellschaft ebenso wie amerikanische Konkurrent Delta Air Lines an einer Beteiligung bei Japan Airlines interessiert.

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