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Marktbericht : Dax tendiert gehalten

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Obwohl die Impulse der Übersee-Börsen verhalten waren zeigen sich die deutschen Aktienindizes am Dienstag im frühen Handel gehalten. Konjunkturdaten dürften die weitere Richtung bestimmen. Den Auftakt machen am Vormittag die ZEW-Konjunkturerwartungen für September. Am Nachmittag rücken dann in den Vereinigten Staaten die Erzeugerpreise und Einzelhandelsumsätze in den Fokus. Daneben steht der Empire State Index auf der Agenda.

          Der deutsche Aktienmarkt ist am Dienstag mit moderaten Aufschlägen in den Handel gestartet. Die Übersee-Börsen hätten keine großen Impulse geliefert, sagten Börsianer. Der Leitindex Dax legte in den ersten Handelsminuten um 0,16 Prozent auf 5629 Zähler zu. Tags zuvor hatte er zeitweise deutliche Verluste ausgeglichen und nur noch 0,07 Prozent im Minus geschlossen. Für den MDax der mittelgroßen Werte ging es um 0,36 Prozent auf 7155 Punkte nach oben. Der Technologiewerte-Index TecDax rückte um 0,53 Prozent auf 739,72 Zähler vor.

          ThyssenKrupp gewannen 1,57 Prozent auf 24,62 Euro und Salzgitter rückten um 1,40 Prozent auf 70,40 Euro vor. Die Experten der Citigroup erhöhten das Kursziel für ThyssenKrupp von 24,00 auf 26,00 Euro. Das Ziel von Salzgitter hoben sie sogar von 76,00 auf 90,00 Euro an. Die Stahlunternehmen könnten von Lageraufstockungen und damit einhergehenden Preiserhöhungen profitieren, schrieben die Analysten. Sie bewerten die ThyssenKrupp-Aktien weiterhin mit „Hold“ und die Titel von Salzgitter unverändert mit „Buy“.

          Auch Aktien von Automobilbauern rückten mit Beginn der Internationalen Automobilausstellung (IAA) in den Blick. Volkswagen-Stämme (VW) etwa fielen um 0,09 Prozent auf 125,09 Euro. Anteilsscheine von BMW verloren 0,30 Prozent auf 34,915 Euro. Medienberichten ließ hat VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piech die Möglichkeit offen, dass die Wolfsburger weitere Marken erwerben. Einem Börsianer zufolge könnte die Nachricht Spekulationen schüren, wonach eventuell der Nutzfahrzeugbauer MAN eines der Ziele von VW sein könnte. Kurzfristig sollte der Nutzfahrzeugbauer jedoch kein Übernahmeziel sein, schränkte er ein. Zudem veröffentlichte VW Absatzzahlen für August, die einem Händler zufolge „sehr solide“ ausgefallen sind. MAN-Papiere legten um 0,99 Prozent auf 58,08 Euro zu.

          An der Dax-Spitze setzen die Titel der Commerzbank (Coba) ihren am Montag unterbrochenen Höhenflug fort. Sie gewannen 3,50 Prozent auf 8,435 Euro.

          Deutsche Anleihen: Leichte Kursverluste zum Start

          Der deutsche Rentenmarkt ist am Dienstag mit leichten Kursverlusten in den Handel gegangen. Der richtungsweisende Euro-Bund-Future sank am Morgen um 0,09 Prozent auf 121,27 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe lag bei 3,272 Prozent. Experten halten das Erholungspotential bei den Staatspapieren am Dienstag für begrenzt. Als Grund gelten vor allem die am Vormittag anstehenden ZEW-Konjunkturerwartungen. Am Markt wird mit einer abermaligen Stimmungsaufhellung gerechnet, was die Festverzinslichen belasten könnte. Am Nachmittag dürften dann die amerikanischen Einzelhandelsumsätze und die amerikanische Anleihen den Trend vorgeben, erwartet die HSH Nordbank. Den Bund-Future sieht die Landesbank im Tagesverlauf zwischen 121,01 und 121,74 Punkten.

          Euro nach Neunmonatshoch etwas leichter

          Nachdem der Euro am Montag mit 1,4653 Dollar ein Neunmonatshoch zum Dollar markiert hat, startet die Gemeinschaftswährung etwas leichter in den Dienstag. Zu Beginn des europäisch geprägten Devisengeschäfts notiert sie bei 1,4612 Dollar und damit exakt zu dem Wechselkurs aus dem späten montäglichen Handel in New York. Im asiatisch dominierten Geschäft wechselte der Euro am Dienstag im Tageshoch für 1,4648 Dollar den Besitzer. Zum Yen legt die Gemeinschaftswährung hingegen etwas zu, der Greenback erholt sich verglichen mit der japanischen Landeswährung weiter leicht. „Die Stimmung für den Dollar ist weiter schlecht. Der Markt macht sich wirkliche Sorgen über die Bereitschaft und die Fähigkeit der amerikanische Administration, die Haushaltsprobleme anzugehen“, sagt Vassili Serebriakov, Währungsstratege bei Wells Fargo. Allerdings sei die Schwäche des Greenback wohl etwas überzogen, nachdem der Euro wichtige technische Widerstände herausgenommen habe. Dies habe wohl fundamental nicht ganz gerechtfertigte Anschlusskäufe hervorgerufen. Für neue Impulse im Devisenhandel dürfte die gut gefüllte Agenda der Konjunktudaten sorgen. Aus Deutschland sind die ZEW-Konjunkturerwartungen für September angekündigt, Highlight unter den amerikanische Daten dürfte am Nachmittag der Einzelhandelsumsatz für August sein. Darüber hinaus stehen aus der größten Volkswirtschaft der Welt der Empire-State-Manufacturing-Index für September und die Erzeugerpreise für August auf der Tagesordnung. Charttechnisch trifft die Gemeinschaftswährung nun im Bereich von 1,4673 Dollar auf Widerstand, Unterstützung findet sich auf dem Niveau von 1,4505 Dollar. Die Feinunze Gold kostet am Dienstagmorgen 999,25 Dollar, am Montag wurde sie zum Londoner Nachmittag-Fixing ebenfalls mit 999,25 Dollar festgestellt.

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