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Marktbericht : Dax tendiert freundlich

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Gestützt auf positiv interpretierte Vorgaben von der Wall Street und schwachen, aber ebenfalls optimistisch betrachteten Zahlen von Alcoa tendieren die deutschen Aktienindizes am Donnerstag freundlich. Hoffnungen richten sich wieder auf eine allmähliche Erholung der Weltwirtschaft.

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          Positiv aufgenommene Vorgaben von der Wall Street können den deutschen Aktienmarkt am Donnerstag zum Handelsauftakt in die Gewinnzone schieben. Für den Leitindex Dax ging es in den ersten Minuten um 0,70 Prozent auf 4.604,80 Punkte hoch. Der MDax der mittelgroßen Werte verzeichnete Aufschläge von 0,92 Prozent auf 5.543,26 Zähler. Ein Plus von 0,87 Prozent auf 612,56 Punkte zeigte der Technologiewerte-Index TecDax. Die positive Schlusstendenz der amerikanische Börsen am Vorabend sowie der schwache, aber positiv interpretierte Start in die amerikanische Berichtssaison, die Alcoa am Vorabend traditionell eingeleitet hatte, haben den Kursen auf die Sprünge geholfen, sagte ein Börsianer.

          Der Future auf den amerikanische Leitindex Dow Jones gewann seit dem Xetra-Schluss am Mittwoch, als er bei 8.084 Punkten stand, 0,89 Prozent. Zudem dürften deutsche Aktien generell einen Schub erhalten durch eine positive Studie von JPMorgan. Die Bank bevorzugt Papiere aus der Eurozone im Vergleich zu Titeln aus Großbritannien und den Vereinigten Staaten . Innerhalb der Eurozone wiederum werden deutsche Werte bevorzugt.

          Profiteure der schwachen, aber optimistisch aufgenommenen Zahlen von Alcoa waren vor allem Stahlwerte wie ThyssenKrupp und Salzgitter. Der führende amerikanische Aluminiumkonzern schrieb zwar wegen der Wirtschaftskrise bereits das dritte Quartal in Folge rote Zahlen, dennoch schnitt das Unternehmen in den vergangenen drei Monaten weniger schlecht ab als von Experten befürchtet. Zum Auftakt der neuen amerikanische Bilanzsaison bestärkte der Aluminumkonzern damit die Hoffnungen auf eine allmähliche Erholung der Weltwirtschaft. Es gebe Anzeichen einer Stabilisierung, sagte der deutsche Alcoa-Konzernchef Klaus Kleinfeld nach amerikanische Börsenschluss. Die Aktien legten nachbörslich um mehr als vier Prozent zu.

          Titel von ThyssenKrupp stiegen um 1,99 Prozent auf 16,95 Euro, und die Salzgitter-Aktien verteuerten sich um 2,02 Prozent auf 58,45 Euro. Auch Autowerte standen auf der Einkaufsliste der Anleger. Die Aktien von Daimler stiegen um 1,37 Prozent auf 23,975 Euro und BMW rückten um 1,12 Prozent auf 25,325 Euro vor. Händler verwiesen als Antrieb auf das starke Absatzwachstum auf dem chinesischen Automarkt. An der Dax-Spitze kletterten die Aktien von SAP um 3,02 Prozent auf 28,79 Euro. Merrill Lynch erhöhte das Votum für die Aktie des größten deutschen Softwareherstellers nach den jüngsten Kursverlusten von „Neutral“ auf „Buy“ und beließ das Kursziel auf 34,00 Euro. Aufgrund der bereits sehr niedrigen Erwartungen für das zweite Quartal, welches das schlechteste im momentanen Zyklus werde dürfte, seien negative Überraschungen nicht mehr möglich, urteilte Analyst Raimo Lenschow.

          Deutsche Anleihen: Leichte Kursgewinne zum Handelsstart

          Der deutsche Rentenmarkt ist am Donnerstag mit leichten Kursgewinnen in den Handel gestartet. Der richtungweisende Euro-Bund-Future kletterte im frühen Handel um 0,07 Prozent auf 122,25 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe betrug 3,270 Prozent. „Die Luft wird dünner“, heißt es beim Bankhaus HSBC Trinkaus. Der Bund-Future sollte oberhalb von 122 Zählern zunächst einmal neue Kraft tanken. Aus Sicht der Commerzbank sollte das wahrscheinliche Bekenntnis der Bank of England (BoE) zu ihrer aktuellen Geldpolitik durch die Bekanntgabe des nun vollständigen Ausnutzens des Rahmens für Wertpapierkäufe einen kursstabilisierenden Effekt haben. Die amerikanische Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe dürften zwar verdeutlichen, dass amerikanische Treasuries teuer seien. Für einen nennenswerten Rückschlag der Kurse müssten sie aber stark fallen, heißt es bei der Commerzbank. Die Daten werden am Nachmittag veröffentlicht.

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