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Marktbericht : Dax startet leichter in die Woche

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Belastet von negativen Vorgaben aus Japan ist der deutsche Aktienmarkt am Montag mit Kursverlusten in den Handel gestartet. Die Erwartungsblase sei groß und niemand könne wirklich fundiert Prognosen abgeben, heißt es.

          Belastet von negativen Vorgaben von den asiatischen Börsen ist der deutsche Aktienmarkt am Montag mit Kursverlusten gestartet. Der Leitindex Dax fiel in den ersten Minuten um 1,94 Prozent auf 4.616,94 Punkte und damit auf den tiefsten Stand seit Ende April 2009. Für den MDax ging es um 1,39 Prozent nach unten auf 5.622,59 Zähler. Der TecDax sank um 1,53 Prozent auf 609,04 Zähler.

          In Tokio schloss der Nikkei-225-Index rund anderthalb Prozent im Minus. Dies und die deutlichen Verluste an der indischen Börse im Mumbai drückten auf die Stimmung, hieß es am Markt. Auch die hohen Erwartungen an die Berichtsaison schmeckten nicht jedem, sagte Marktanalyst Robert Halver von der Baader Bank. Die Erwartungsblase sei groß und niemand könne wirklich fundiert Prognosen abgeben. Zudem gebe es auch charttechnisch gesehen „Magenprobleme“. Auf der Agenda an diesem Tag stehen insgesamt kaum marktbewegenden Termine. Am Nachmittag könnte der ISM-Index für den Dienstleistungssektor der Vereinigten Staaten Impulse in den Markt bringen.

          Unter den Einzeltiteln gerieten Bankaktien unter Druck. So verloren die Titel der Commerzbank 2,67 Prozent auf 4,92 Euro. Die Papiere der Deutschen Bank sanken um 2,54 Prozent auf 41,61 Euro. Die Kritik an einer zu zögerlichen Kreditvergabe durch die Finanzinstitute wird immer lauter. Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) kündigte nun ein energisches Eingreifen der Regierung an. Ein Börsianer kommentierte: „Eventuell sind nun die Zeiten vorbei, in denen die Banken quasi umsonst Geld bekommen und es mit hohen Zinsen weiter verleihen können.“ Seiner Meinung nach leiden vor allem die Titel der Commerzbank unter der aktuellen Diskussion. Diese hatten letzte Woche von der Verabschiedung des Gesetztes zur Einführung einer „Bad Bank“ in Deutschland profitiert. Die Bank erhält bereits Geld vom Steuerzahler.

          Auch Stahlwerte wurde gemieden. ThyssenKrupp verloren 3,77 Prozent auf 16,35 Euro. Salzgitter büßten 3,04 Prozent auf 58,29 Euro ein. Im MDax fielen die Titel des Stahlhändlers Klöckner & Co (KlöCo) um 2,31 Prozent auf 14,80 Euro. Händlern zufolge notierten die Branchenwerte europaweit im Minus. Hinzu kämen negative Meldungen zu ThyssenKrupp, heiß es. Medienberichten zufolge hat der Industriekonzern das Vorhaben aufgegeben, seine Industrieservice-Sparte zu verkaufen. Potenzielle Käufer wie etwa Bilfinger Berger oder Hochtief hätten den Rückzug angetreten, heißt es. Auch der Verkauf der Dienstleistungstöchter Xervon und Safway könnte scheitern, da die Banken den potenziellen Käufern - etwa aus den Vereinigten Staaten - keine Finanzierungsangebote mehr unterbreiten würden, hieß es.

          Am Dax-Ende verloren die Titel von Volkswagen (VW) 4,87 Prozent auf 222,32 Euro. Händler begründeten dies neben der allgemeinen Marktschwäche auch mit den Verlusten der Papiere des Großaktionärs Porsche. Die UBS hatte die Einstufung für die Aktien des Sportwagenherstellers wegen der ungewissen Zukunft des Unternehmens von „Neutral“ auf „Sell“ und das Kursziel von 50,00 auf 38,00 Euro gesenkt. Porsche-Titel sanken um 2,96 Prozent auf 43,93 Euro.

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