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Marktbericht : Dax springt über 3800 Punkte

  • Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Der Deutsche Aktienindex hat am Mittwoch wieder über der Marke von 3800 Punkten geschlossen. Anleger machen sich Hoffnungen auf ein neues Konjunkturpaket in China.

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          Die Hoffnung auf ein Anziehen der Wirtschaft in China hat am Mittwoch die Anleger am Aktienmarkt in Kauflaune versetzt. Der Dax schloss 5,4 Prozent höher bei 3890 Zählern. Der Europa-Index Stoxx50 legte 3,7 Prozent auf 1703 Zähler zu. „China sei Dank. Das dortige Konjunkturpaket treibt die Kurse an. Es wird heute die Karte 'Erholung der Weltwirtschaft' gespielt“, sagte Aktienhändler Matthias Melms von der NordLB. Gefragt waren in Frankfurt vor allem Industrie- und Autowerte.

          Für den MDax mittelgroßer Werte ging es um 4,57 Prozent auf 4.557,12 Zähler nach oben. Der Auswahlindex für Technologiewerte TecDax stieg um 4,69 Prozent auf 439,67 Punkte.

          China plant, sein umgerechnet knapp 470 Milliarden Euro schweres Konjunkturpaket auszuweiten. Außerdem erhielten die dortigen Firmen zum ersten Mal seit vier Monaten wieder mehr Aufträge und bauten ihre Produktion aus.

          Die Börse in Schanghai schloss mit einem Plus von über sechs Prozent. „Dies ist zwar kein Grund zur Euphorie. Allerdings geben die neuesten Zahlen der Hoffnung neue Nahrung, dass die von der Regierung ergriffenen wirtschaftspolitischen Maßnahmen zu wirken beginnen und sich die wirtschaftliche Lage allmählich stabilisiert.“, erklärte Allianz-Volkswirt Gregor Eder.

          Stahlwerte können profitieren

          Von der Hoffnung auf zusätzliche Aufträge aus China profitierten insbesondere Stahlwerte. Die deutsche Stahlindustrie setzt zudem auf eine moderate Erholung im zweiten Halbjahr. An der Dax-Spitze standen die Aktien von Salzgitter mit einem Aufschlag von elf Prozent, ThyssenKrupp-Titel gewannen zehn Prozent. Im SDax gewannen die Titel des Stahlzulieferers SKW Stahl-Metallurgie nach einem Rekordgewinn 16 Prozent. Dagegen stürzten die im MDax notierten Papiere des Stahlhändlers Klöckner &Co nach der Streichung der Dividende und der Ankündigung von Stellenabbau um 14 Prozent ab.

          Bei dem Einzelhandelskonzern Metro AG brachte eine Kaufempfehlung von Bank of America den Kurs 4,1 Prozent nach vorn. Die Aktie des Sportartikelherstellers Adidas AG kletterte in der Spitze sieben Prozent und ging 0,1 Prozent fester aus dem Handel. Adidas hatte mit seinem Ergebnis die Analystenerwartungen übertroffen. In der zweiten Reihe brachen ProSiebenSat.1 Media AG 7,8 Prozent ein. Der TV-Konzern hatte einen Verlust für das Jahr 2008 berichtet.

          Mit einem Kurssprung von 18,7 Prozent führten die Symrise-Aktien die MDax-Gewinnerliste an. Die Analysten von LBBW und Merck Finck beschrieben die Bilanz des Duft- und Aromaherstellers als solide. An der TecDax-Spitze standen nach dem Erreichen der Geschäftsziele die Papiere des Windkraftanlagenbauers Nordex mit einem Plus von 18 Prozent.

          Die Nachrichten aus China zogen auch die Preise für Öl und Industriemetalle wie Kupfer nach oben, was wiederum Bergbau-Aktien anschob. In London schossen die Titel von Antofagasta 20 Prozent nach oben, Rio Tinto verteuerten sich um 14 Prozent. Gefragt waren auch Ölaktien. Shell gewannen in London 6,4 Prozent.

          Preise für Rohöl und Industriemetalle steigen

          Die Aussicht auf eine Nachfragebelebung in China trieb die Preise für Rohöl und Industriemetalle wie Kupfer. Das Fass amerikanischen Leichtöl verteuerte sich um fast sieben Prozent auf 44,50 Dollar.

          An der Wall Street stiegen Exxon Mobil um 2,8 Prozent. Gegen den positiven Markttrend in New York rutschten die Aktien von General Electric gut zehn Prozent ab. Händler verwiesen auf Sorgen über die Finanzsparte des Mischkonzerns.

          Der Dow-Jones-Index zog bis zum Mittag um zwei Prozent auf 6860 Punkte an, nachdem das Börsenbarometer am Montag erstmals seit Oktober 1997 unter die Marke von 7000 Punkten gefallen war. Der breiter gefasste S&P-500 gewann ebenfalls zwei Prozent auf 710 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq notierte 2,4 Prozent höher bei 1352 Punkten.

          Die Anteilsscheine des Alu-Riesen Alcoa stiegen um rund zwölf Prozent. Die Aktien des Minenbetreibers Freeport-McMoRan Copper & Gold verteuerten sich um fast 14 Prozent.

          Auch Autowerte legen zu

          Gefragt bei Anlegern waren trotz eines amerikanischen Absatzeinbruchs im Februar die Aktien von Autoherstellern, der europäische Branchenindex legte acht Prozent zu. Börsianer mutmaßten, dass einige Investoren noch Schlimmeres erwartet hatten. Analysten hoben hervor, dass die amerikanischen Konkurrenten noch heftigere Einbußen verzeichneten.

          „Die Papiere sind unterbewertet und eigentlich kann man die auf dem aktuellen Niveau ganz gut haben“, sagte ein Händler. Daimler- und BMW-Aktien legten je fast zehn Prozent, VW 7,4 Prozent zu. In Paris verteuerten sich Renault und Peugeot um sieben beziehungsweise gut fünf Prozent.

          Die Börse in Schanghai schloss mit einem Plus von über sechs Prozent. „Was gute Nachrichten für China sind, ist gut für die Welt“, erklärte Paul Mendelsohn von Windham Financial Services die verbesserte Stimmung der Anleger in New York.

          Zu den Verlierern gehörte dagegen General Electric. Sorgen um die Finanzsparte des Börsenschwergewichts drückte die Aktien des Mischkonzerns um rund acht Prozent ins Minus.

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