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Marktbericht : Dax schwächelt zum Start

  • Aktualisiert am

Der Dax ist zu Handelsbeginn am Freitag leicht ins Minus gerutscht. Händler rechnen mit einem sehr ruhigen Handelstag. In Japan hingegen stieg der Nikkei-225-Index deutlich über 10.000 Punkte auf den höchsten Stand seit acht Monaten.

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          Nach gemischten Vorgaben hat sich der deutsche Aktienmarkt am Freitag zum Auftakt uneinheitlich präsentiert. Der Leitindex Dax fiel in den ersten Minuten um 0,46 Prozent auf 5.083,91 Punkte. Beim MDax der mittelgroßen Werte standen Verluste von 0,23 Prozent auf 5.948,92 Zähler zu Buche. Der Technologiewerte-Index TecDax gewann hingegen 0,09 Prozent auf 660,69 Punkte. Am deutschen Markt dürfte es laut Händlern ruhig bleiben, aber Arcandor stand weiter im Blick, wie das prozentual zweistellige Plus zeigte.“Aus technischer Sicht bleibt der Dax belastet“, schrieb Analyst Ralf Umlauf von der Helaba. Sinke der Index unter die Marke von 4.969 Punkte, dürften sich die Kursverluste bis 4.800 Punkte ausdehnen. „Ob es bereits heute dazu kommt oder erst in der nächsten Woche, wenn der große Verfallstermin ansteht, ist offen“, so Umlauf weiter. Ob der Ölpreis den amerikanischen Konsum belaste, werde das amerikanischen Verbrauchervertrauen der Uni Michigan am Nachmittag zeigen.

          In den Vereinigten Staaten hatte der Leitindex Dow Jones am Vorabend zwar im Plus geschlossen, im späten Handel jedoch einen Teil seiner Gewinne abgegeben. Der Future auf den amerikanischen Leitindex sank seit dem europäischen Handelsschluss über Nacht um 0,81 Prozent. In Japan hingegen schloss der Nikkei-225-Index nach überraschend positiven Industriedaten aus China fest.

          Deutsche Anleihen: Deutliche Kursgewinne zum Start

          Der deutsche Rentenmarkt hat sich am Freitag von seinen deutlichen Kursverlusten am Vortag erholt. Der für den Anleihemarkt richtungsweisende Euro-Bund-Future kletterte zum Handelsstart um 0,51 Prozent auf 118,53 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe lag bei 3,561 Prozent. „Der Bund-Future setzt zur Erholung an“, heißt es beim Bankhaus HSBC Trinkaus. Aus Sicht der HSH Nordbank dürften sich die Akteure insbesondere wieder an der Aktienmarkttendenz und den Vorgaben vom amerikanischen Staatsanleihenmarkt orientieren. Die Entwicklung in den Vereinigten Staaten lasse auf eine moderate Fortsetzung der gestrigen Kurserholung hoffen. Der Bund-Future dürfte deshalb mit einem leichten Kursplus in den Tag starten und die Handelswoche mit nur geringen Kursausschlägen über der Marke von 118 Punkten beschließen. Bei einer Handelsspanne des Bund-Future im Tagesverlauf von 117,80 bis 118,60 Punkten sei insgesamt eine gut behauptete Tendenz zu erwarten.

          Nikkei schließt über 10.000 Punkten

          Der japanische Leitindex hat am Freitag mit deutlichen Kursgewinnen erstmals seit acht Monaten über der Marke von 10.000 Punkten geschlossen. (Siehe auch: Japan: Nikkei auf Acht-Monats-Hoch) Der Nikkei-225-Index gewann 1,55 Prozent auf 10.135,82 Zähler. Der breiter gefasste Topix stieg um 1,05 Prozent auf 950,54 Punkte. Börsianer machten überraschend positive Industriedaten aus China als wichtigste Triebfeder der breit angelegten Aufwärtsbewegung aus.

          Amerikanische Ölpreis hält sich über 72 amerikanischen Dollar

          Der amerikanische Ölpreis hat sich am Freitag trotz eines leichten Rückgangs über der Marke von 72 amerikanischen Dollar gehalten. Ein Barrel (159 Liter) der amerikanischen Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) zur Auslieferung im Juli kostete am Morgen 72,37 Dollar und damit 31 Cent weniger als zum Handelsschluss am Vortag. Öl ist derzeit wieder so teuer, wie seit gut sieben Monaten nicht mehr. Seit dem Tief Ende Dezember 2008 hat sich der Ölpreis inzwischen mehr als verdoppelt. Ein Fass der Nordseesorte Brent kostete am Morgen 71,51 Dollar und damit 28 Cent weniger als am Vortag. Die Hoffnung auf eine Konjunkturerholung hatte die Ölpreise an den vergangenen Tagen kräftig in die Höhe getrieben. Nun zeichne sich eine Verschnaufpause ab, hieß es am Markt.

          Wall Street setzt auf Erholung der amerikanischen Wirtschaft

          Konjunkturdaten und Finanztitel haben der Wall Street am Donnerstag zu Gewinnen verholfen. Nach den jüngsten Daten aus dem Einzelhandel und vom Arbeitsmarkt stieg die Hoffnung auf eine Stabilisierung der amerikanischen Wirtschaft. Der Ölpreis legte weiter zu und sorgte für Kursgewinne bei Rohstofftiteln. Zahlreiche Bankentitel profitierten von Kaufempfehlungen und zogen deutlich an.

          Der Dow-Jones-Index der Standardwerte stieg um 0,4 Prozent auf 8770 Punkte. Dabei pendelte er zwischen 8736 und 8877 Stellen. Der breiter gefasste S&P-500-Index gewann 0,6 Prozent auf 944 Zähler, der Index der Technologiebörse Nasdaq 0,5 Prozent auf 1862 Punkte. Die amerikanischen Konjunkturdaten halfen auch dem Dax ins Plus. Er stieg bei geringen Handelsumsätzen um 1,1 Prozent auf 5107 Punkte.

          Die amerikanischen Konjunkturdaten fielen besser aus, als von vielen Börsianern erwartet. Die Einzelhändler erwirtschafteten im Mai erstmals seit drei Monaten wieder mehr Umsatz. Zudem meldeten sich vergangene Woche bereits das vierte Mal in Folge weniger Menschen erstmals arbeitslos. „Viele Investoren, die die jüngste Rally verpasst haben, entscheiden sich jetzt, einzusteigen“, sagte Händler Anthony Conroy.

          Auch der steigende Ölpreis, der über 73 Dollar pro Fass amerikanischen Leichtöl kletterte und damit so hoch lag wie seit acht Monaten nicht mehr, wurde als positives Zeichen gewertet. „Das zeigt, dass die Nachfrage steigt und dass sich die Wirtschaft verbessert“, sagte Anleger Terry Morris. Die Papiere des Ölkonzerns Chevron legten in der Folge 2,4 Prozent zu, Aktien des Metallriesen Alcoa kletterten um 6,4 Prozent. „Derzeit helfen die Kursgewinne der Energieriesen dem Markt“, sagte Händler Todd Leone, der die Entwicklung mit gemischten Gefühlen betrachtet. „In der Zukunft kann der Ölpreisanstieg belasten“, warnt er. Ein steigender Ölpreise drohe die Inflation antreiben, die Konsumfreunde der Amerikaner zu hemmen und so die Erholung der Wirtschaft abzuwürgen. So standen die Papiere des amerikanischen Einzelhandelsgiganten Wal-Mart erneut auf der Verkaufsliste. Wal-Mart-Aktien verloren 1,5 Prozent. Die Papiere des Airbus-Rivalen Boeing gaben 3,1 Prozent nach, weil der Flugzeugbauer seine Prognose für Flugzeugbestellungen herunterschraubte.

          Bankentitel profitierten dagegen erneut von einer Reihe von Kaufempfehlungen. Die Aktie von Bank of America schoss nach einer Hochstufung des Brokerhauses KBW 8,3 Prozent nach oben. Nach einer Empfehlung von Goldman Sachs kletterten Papiere der Fifth Third Banc um 5,9 Prozent und von Regions Financial sogar um 9,3 Prozent. Auch die Ergebnisse einer Versteigerung von 30-jährigen amerikanischen Staatsanleihen wurde positiv aufgenommen. Das amerikanischen Finanzministerium, das die Papiere zu einem Zinssatz von 4,72 ausgab, verzeichnete eine hohe Nachfrage.

          An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,22 Milliarden Aktien den Besitzer. 1866 Werte legten zu, 1167 gaben nach und 98 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,47 Milliarden Aktien 1723 im Plus, 966 im Minus und 128 unverändert. An den amerikanischen Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Staatsanleihen um 21/32 auf 93-28/32. Sie rentierten mit 3,874 Prozent. Die 30-jährigen Bonds kletterten 33/32 auf 92-23/32 und hatten eine Rendite von 4,705 Prozent.

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