https://www.faz.net/-gv6-6nmz5

Marktbericht : Dax schließt wieder im Minus

  • Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Anhaltende Zweifel an der Erholung der weltweiten Konjunktur haben den Dax zu Wochenbeginn Verluste eingebrockt. Der deutsche Leitindex verlor 0,7 Prozent auf 5912 Zähler. Das ist auch deshalb enttäuschend, weil die Vorgaben am Morgen viel verpsprechend waren.

          Ganz so trübe wie es das Dax-Ergebnis vermuten lässt, war der Handelstag aus Sicht der Bullen aber nicht. Denn für den MDax ging es nur um geringe 0,10 Prozent auf 8.108,52 Punkte nach unten, während der TecDax sogar 1,25 Prozent auf 742,91 Punkte zugelegt hat.

          Mit Blick auf den gefallenen Dax verwies Händler Stefan de Schutter von alpha Wertpapierhandel auf fehlende Anschlusskäufe, nachdem der amerikanische Notenbankchef Ben Bernanke mit seinen Aussagen vom Freitag bis zur Mittagsstunde noch für steigende Kurse gesorgt habe. „Der Aktienmarkt ist auf seinem Niveau gefangen“, sagte Marktstratege Thilo Müller von MB Fund Advisory. Deshalb hätten auch gute Daten zu den amerikanischen Konsumausgaben kaum Einfluss entfalten können, hieß es.

          Infineon trotz Verkauf der Handysparte im Minus

          Nach dem angekündigten Verkauf der Handysparte an den Chipriesen Intel gaben die Aktien von Infineon um 3,69 Prozent auf 4,44 Euro nach. Börsianer sagten, der Preis sei mit 1,4 Milliarden Dollar für einige Anleger wohl enttäuschend ausgefallen, weshalb nun Gewinne mitgenommen würden. Für NordLB-Analyst Jan Christian Göhmann kommt der Verkauf aber zum richtigen Zeitpunkt. Unter anderem aufgrund der hohen Forschungs- und Entwicklungskosten wäre ein Ausbau des Handy-Segments mit hohen Kosten und deutlichen Risiken verbunden gewesen, so der Experte.

          Die beiden großen deutschen Versorgeraktien entwickelten sich konträr. Während RWE-Titel mit minus 0,65 Prozent schlossen, gewannen Eon-Aktien 0,07 Prozent dazu. Kepler-Analyst Ingo Becker verwies auf die jüngsten Äußerungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), die Laufzeiten der Atomkraftwerke um 10 bis 15 Jahre zu verlängern.

          Tui gefragt - Smartrac haussieren

          Die Papiere von Tui waren im Index der mittelgroßen Werte MDax gefragt und legten 5,07 Prozent auf 7,956 Euro zu. Wie die österreichische Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) am Freitagabend mitteilte, will die S-Group Travel Holding GmbH, die dem russischen Oligarchen Alexej Mordaschow zuzurechnen ist, ihren Anteil an dem Reise- und Schifffahrtskonzern auf 25 bis 30 Prozent aufstocken.

          Im TecDax sprangen die Titel von Smartrac mit plus 16,56 Prozent auf 19,92 Euro an die Spitze, nachdem der niederländische Funktechnik-Anbieter eine Offerte vom amerikanischen Finanzinvestor One Equity Partners erhalten hatte.

          Der EuroStoxx 50 fiel um 0,52 Prozent auf 2616,57 Punkte. Auch der Markt in Paris verbuchte Verluste, während die Börse in London am Montag geschlossen blieb. An der Wall Street büßte der Leitindex Dow Jones bis zum europäischen Handelsschluss an Boden ein.

          Am Rentenmarkt kletterte die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 1,85 (Freitag: 1,81) Prozent. Der Rentenindex Rex kletterte um 0,09 Prozent auf 129,16 Punkte. Der Bund Future gewann 0,49 Prozent auf 134,31 Punkte. Der Referenzkurs des Euro fiel und die Europäische Zentralbank (EZB) setzte ihn auf 1,2700 (Freitag: 1,2713) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7874 (0,7866) Euro.

          Weitere Themen

          Amerikas Unternehmenslenker rufen zur Nachhaltigkeit auf

          Erklärung : Amerikas Unternehmenslenker rufen zur Nachhaltigkeit auf

          Eine der wichtigsten Interessengruppen amerikanischer Unternehmen trägt in einer Erklärung die Orientierung am „Shareholder Value“ zu Grabe. Nicht nur das Wohl der Anteilseigner, sondern das der ganzen Gesellschaft soll künftig zählen.

          Topmeldungen

          SPD-Vorsitz : Scholz will im Duo mit Klara Geywitz antreten

          Vizekanzler Olaf Scholz hat eine Frau für die Kandidatur zum SPD-Vorsitz gefunden: die wenig bekannte Klara Geywitz aus Brandenburg. Generalsekretär Klingbeil und Niedersachsens Ministerpräsident Weil wollen nicht antreten.

          Rentenangleichung : Das Märchen von der Armut

          Bald werden die Renten im Osten denen im Westen gleichgestellt sein. Manchen gilt das als Vollendung der deutschen Einheit. Es hat aber auch seine Tücken.
          Jamie Dimon, Vorstandsvorsitzender der Großbank JPMorgan Chase, ist auch Vorsitzender des „Business Roundtable“.

          Erklärung : Amerikas Unternehmenslenker rufen zur Nachhaltigkeit auf

          Eine der wichtigsten Interessengruppen amerikanischer Unternehmen trägt in einer Erklärung die Orientierung am „Shareholder Value“ zu Grabe. Nicht nur das Wohl der Anteilseigner, sondern das der ganzen Gesellschaft soll künftig zählen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.