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Marktbericht : Dax schließt nach schwachem Start freundlich

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Die optimistisch interpretierte Stimmung unter den amerikanischen Verbrauchern hat dem Dax am Dienstag nach einem schwachen Start schließlich noch nette Kursgewinne beschert. Dabei ist es in langfristiger Betrachtung nach wie vor sehr schwach.

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          Die optimistisch interpretierte Stimmung unter den amerikanischen Verbrauchern hat dem Dax am Dienstag nach einem schwachen Start schließlich noch nette Kursgewinne beschert.

          Der Leitindex stoppte seine Talfahrt, auf die er sich bereits seit vier Handelstagen in Folge begeben hatte, und ging mit einem Plus von 0,67 Prozent auf 5.668,93 Zählern aus dem Tag. Stützend wirkten zudem positiv aufgenommene Quartalszahlen großer amerikanischer Konzerne. Der MDax stieg um 0,11 Prozent auf 7.557,00 Punkte. Der TecDax rückte um 0,15 Prozent vor auf 809,58 Zähler.

          Amerikanisches Verbrauchervertrauen: Schwach, aber optimistisch interpretiert

          Neben einem positiv interpretierten Ifo-Index habe vor allem auch das vom privaten Forschungsinstitut Conference Board in den Vereinigten Staaten ermittelte deutlich gestiegene Verbrauchervertrauen im Januar habe den Börsen Auftrieb gegeben, sagte Händler Stefan Söllner von der Postbank. Das amerikanische Verbrauchervertrauen sei so gut wie seit September 2008 nicht mehr, verkündeten die Agenturen notorisch optimistisch. Dabei ist es in langfristiger Betrachtung nach wie vor sehr schwach. Sorgen bereitet den Amerikanern vor allem die Lage auf dem Arbeitsmarkt.

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          „Allerdings hat sich das Bild am deutschen Aktienmarkt stark eingetrübt und die bislang vorgelegten guten Unternehmensberichte wirken sich kaum auf die Gesamtstimmung aus“, sagte er und erinnerte daran, dass der Dax seit seinem Jahreshoch am 11. Januar zeitweise knapp neun Prozent verloren hat. „Vor allem die Pläne des amerikanische Präsidenten zur schärferen Regulierung der Bankenlandschaft werden die Börsen in den nächsten Tagen und Wochen weiter stark beeinflussen“, sagte er.

          Am deutschen Markt waren es in erster Linie die Quartalszahlen von Siemens, die den Markt bewegten. Der Mischkonzern hatte einen überraschend hohen Gewinn im ersten Geschäftsjahresviertel gemeldet, was die Aktie mit plus 5,14 Prozent auf 67,92 Euro an die Dax-Spitze katapultierte. Allerdings gab es seitens des Managements noch keine Einstimmung auf bessere Zeiten. Angesichts rückläufiger Umsätze und Aufträge erwägt der Konzern, in einigen Bereichen Stellen zu streichen.

          „Positive“ Gerüchte bewegen die Papiere von Infineon

          Dass amerikanische Investor Warren Buffett seinen Anteil am Rückversicherer Munich Re aufgestockt hat, ließ diese Aktie um 1,20 Prozent auf 109,80 Euro steigen. Gerüchte über einen Liefervertrag mit dem amerikanischen Technologiekonzern Apple sowie positive Geschäftszahlen von Texas Instruments und Siemens gaben Händlern zufolge dem Infineon-Titel Auftrieb. Das Papier stieg um 2,04 Prozent auf 3,898 Euro.

          Schlusslicht im deutschen Leitindex war dagegen der Anteilsschein der Deutschen Börse mit minus 3,28 Prozent auf 49,25 Euro. Vorstandschef Reto Francioni hatte zum Jahresempfang des Konzerns am Montagabend gesagt, dass 2010 ein schwieriges Jahr werde und dass die Deutsche Börse daher ihre Kostendisziplin fortsetzen werde. Im MDax schlossen die Titel von Wincor Nixdorf bei 47,77 Euro. Sie wurden ex Dividende von 1,85 Euro gehandelt.

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