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Marktbericht : Dax schließt mit leichten Verlusten

  • Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Der Dax hat am Dienstag nach einem überwiegend freundlichen Verlauf leichte Verluste verbucht. Trotz positiver Daten zum Verbrauchervertrauen in den Vereinigten Staaten drehte der deutsche Leitindex am Nachmittag ins Minus und schloss tiefer.

          Der Rekordgewinn des Industrieriesen Siemens hat die Anleger am deutschen Aktienmarkt am Dienstag nicht aus der Reserve gelockt. „Gute Zahlen werden derzeit nur als Bestätigung für den jüngsten Aufwärtstrend gesehen, und ob der in den kommenden Monaten tatsächlich anhält, bleibt die große Unbekannte“, sagte ein Börsianer.

          Der Dax dümpelte um seinen Vortagesschluss und schloss 0,1 Prozent tiefer bei 7059 Punkten. Der MDax der mittelgroßen Werte gab 0,2 Prozent auf 10.048 Punkte nach, während der TecDax praktisch unverändert mit 862 Punkten aus dem Handel ging.

          Investoren halten sich weiter zurück

          „Keiner weiß so recht, wo an den Aktienmärkten derzeit der Zug hinfährt“, sagte ein anderer Börsianer. Auch der unerwartet kräftige Anstieg des amerikanischen Verbrauchervertrauens zu Jahresbeginn überzeugte Anleger nicht. Die amerikanischen Börsen lagen bei Handelsschluss in Europa im Minus. Händlern zufolge enttäuschten einige Geschäftsberichte wie die von U.S. Steel Corp und 3M.

          In Frankfurt legte der Aktienkurs des Dax-Schwergewichts Siemens in der Spitze zwar um 2,3 Prozent zu, schloss aber 0,3 Prozent tiefer bei 93,61 Euro. Die Papiere hatten zuletzt allerdings schon Vorschusslorbeeren bekommen und so war ihr Kurs allein am Montag um 1,6 Prozent gestiegen. „Die Zahlen sehen solide aus. Allerdings hatte das Unternehmen schon vor einigen Wochen eine Orientierung für das Quartal gegeben. Deshalb ist die Überraschung begrenzt“, erklärte ein Börsianer. Der Gewinn aus dem fortgeführten Geschäft stieg bei den Münchenern von Oktober bis Dezember um fast ein Fünftel.

          Industriewerte wieder gefragt

          Unabhängig von den Siemens-Zahlen waren Industrie-Aktien wieder gefragt. „Die Anleger trauen sich wohl ein bisschen mehr und kaufen die an den Vortagen unter Druck stehenden konjunktursensiblen Werte wieder zurück“, sagte ein Händler. Von diesem Trend profitierten der Chipkonzern Infineon, dessen Aktienkurs um 4,8 Prozent stieg und Autowerte. Die Papiere von BMW und Daimler verteuerten sich um bis zu 1,5 Prozent. Der Aktienkurs des Nutzfahrzeug- und Maschinenbaukonzerns MAN legte drei Prozent zu.

          „Insbesondere nach der guten Kursentwicklung der reinen Pkw-Hersteller in 2010 erwarten wir nun eine stärkere Fokussierung auf die Nutzfahrzeughersteller“, begründete die DZ Bank ihre Kaufempfehlung.

          Verpflichtung von neuem Finanzchef treibt Merck-Aktienkurs und drückt Lanxess

          Die Verpflichtung von Matthias Zachert als neuen Merck-Finanzchef gab den Papieren des Darmstädter Pharma- und Chemieunternehmens Schwung. Sie legten 2,5 Prozent zu. Zachert ist bei Analysten und Investoren als Finanzexperte hoch angesehen. Die Aktien seines bisherigen Arbeitgebers Lanxess verloren im MDax dagegen 3,4 Prozent.

          Zu den schwächsten Aktien in Frankfurt zählten wie auch an anderen europäischen Handelsplätzen Finanzwerte. Die Papiere der Deutschen Bank und der Commerzbank verloren 2,7 beziehungsweise 1,6 Prozent, der europäische Stoxx-Bankenindex gab 1,8
          Prozent nach. „Das hat mit aufkeimenden Befürchtungen zu tun, dass die Europäer den Euro-Rettungsschirm EFSF nicht richtig einsetzen und dort weiter Unstimmigkeit zwischen den Regierungen herrscht“, sagte Marktanalyst Heino Ruland von Ruland Research.

          Auf Talfahrt gingen besonders spanische Bankenwerte: In Madrid gaben Bankinter, Banco de Valencia, Santander und BBVA zwischen drei und gut fünf Prozent nach. Den Analysten der Matrix Group zufolge könnte die von der spanischen Regierung geforderte Kernkapitalquote von über acht Prozent womöglich zu niedrig sein, um das Vertrauen in den spanischen Bankensektor zu stärken. In Helsinki drückten Spekulationen über eine Gewinnwarnung die Aktien von Nokia um 3,2 Prozent. Das Unternehmen wollte sich dazu nicht äußern.

          Bilanzdaten und Gewinnmitnahmen drücken Wall Street

          Enttäuschende Bilanzdaten von großen Unternehmen und Gewinnmitnahmen belasten die Wall Street am Dienstag. Marktteilnehmer sprechen von Gewinnmitnahmen. Mehrheitlich gute Zahlen der Unternehmen lieferten einen willkommenen Anlass dazu. Der Dow-Jones-Index für 30 Industriewerte (DJIA) verliert 0,4 Prozent auf 11.930 Punkte. Der S&P-500 gibt 0,5 Prozent auf 1.285 Zähler nach. Der Nasdaq Composite sinkt um 0,4 Prozent auf 2706 Stellen.

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