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Marktbericht : Dax schließt leicht im Plus

  • Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Besser als erwartet ausgefallene Daten vom amerikanischen Häusermarkt hätten den Dax im Plus schließen lassen, erklären Agenturen und Analysten. Absolut betrachtet war es aber die schlechteste Zahl, die jemals für einen Juni bekannt gegeben wurde.

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          Besser als erwartet ausgefallene Daten vom amerikanischen Häusermarkt hätten den deutschen Aktienmarkt am Montag im Plus schließen lassen, erklären die Agenturen. Dabei fiel die Anzahl der in den Vereinigten Staaten neu gebauten und verkauften Einfamilienhäuser allenfalls mit dem Vormonat etwas besser als befürchtet aus. Absolut betrachtet war es die schlechteste Zahl, die im Rahmen der Aufzeichnungen jemals für einen Juni bekannt gegeben wurde.

          Die amerikanischen Zahlen seien sehr gut und sorgten für gute Stimmung bei den Anlegern, sagte denn auch Marktanalyst Patrick Pflüger von IG Markets nach einer „scharfsinnigen“ Analyse. Trotzdem verbuchte der Leitindex Dax einen Kursgewinn von 0,45 Prozent auf 6.194,21 Punkte. Für den MDax ging es gar um 1,36 Prozent auf 8.616,30 Punkte hoch und der TecDax legte um 0,87 Prozent auf 793,12 Punkte zu.

          Auf die Stresstest-Ergebnissen der europäischen Banken reagierte der Markt dagegen kaum und der Dax notierte bis zur Bekanntgabe der amerikanischen Daten die meiste Zeit leicht im Minus. „Der Stresstest spielt für die Dax-Entwicklung letztlich eine eher untergeordnete Rolle“, sagte Marktexperte Heino Ruland von Ruland Research. Wichtiger seien die Konjunkturdaten und die nun auch in Deutschland anrollende Berichtssaison.

          Nur leichte Kursgewinne bei den deutschen Bankaktien

          Die deutschen Bankenwerte entwickelten sich nach den Ergebnissen der Stresstests zunächst uneinheitlich, schlossen aber im Zuge der positiven Gesamtmarktentwicklung allesamt im Plus. Die Postbank bestand den Test nur knapp, so dass am Markt nun mit einer Kapitalerhöhung gerechnet wird, „die wohl die Deutsche Bank als Großaktionärin komplett allein stemmen müsste“, sagte Heino Ruland. Deutsche-Bank-Titel gewannen 1,27 Prozent auf 50,38 Euro. Am Dienstag legt das Institut Quartalszahlen vor. Postbank-Aktien legten um 2,17 Prozent auf 23,805 Euro zu. Commerzbank gewannen an der Dax-Spitze gar 3,46 Prozent auf 6,665 Euro.

          Ein angehobener Gewinnausblick des amerikanischen Paketdienstes FedEx beflügelte die Titel der Deutschen Post . Sie verteuerten sich als einer der besten Dax-Werte um 1,45 Prozent auf 13,315 Euro. Im MDax sprangen die Aktien des TV-Konzerns ProSiebenSat.1 nach vorläufigen Zahlen um 12,35 Prozent auf 13,96 Euro hoch. Sowohl Umsatz als auch Gewinn legten im zweiten Quartal deutlich zu. Darüber hinaus habe der Konzern seine Kosten sehr gut in den Griff bekommen, sagte Analyst Jacques Abramowicz von Silvia Quandt Research.

          Morphosys profitierten im TecDax mit plus 1,85 Prozent auf 15,99 Euro davon, dass das Biotechnologie-Unternehmen sich die Exklusiv- Lizenz für einen Diagnostik-Antikörper gesichert hat. Qiagen fielen dagegen nach gekappten Gewinnprognosen des amerikanische Konkurrenten Beckman Coulter deutlich zurück.

          Am ersten Handelstag nach der Veröffentlichung der Ergebnisse des Banken-Stresstests haben die europäischen Aktienmärkte im Plus geschlossen. Vor allem Finanzwerte zählten am Montag zu den Favoriten. Der EuroStoxx 50 stieg um 0,88 Prozent auf 2.743,12 Punkte und schloss damit zum vierten Mal in Folge im Plus. In Paris legte der CAC-40-Index um 0,81 Prozent auf 3.636,18 Punkte zu. Der FTSE 100in London rückte um 0,72 Prozent vor auf 5.351,12 Punkte, während die Märkte in Italien und Spanien sogar etwas mehr als ein Prozent zulegen konnten.

          Im Blick der Anleger waren vor allem Bankenwerte, sie notierten zum Teil klar im Plus. Der Stoxx-600-Bankenindex legte 1,60 Prozent auf 215,02 Punkte zu und war damit der beste Branchenindex. In Paris gewannen etwa die Titel der Societe Generale an der Spitze des europäischen Leitindex EuroStoxx 50 5,24 Prozent auf 39,99 Euro zu, die der Credit Agricole 3,12 Prozent auf 9,647 Euro.

          Ein ähnliches Bild zeigte sich in London, wo Barclays-Titel um 4,52 Prozent auf 315,65 Britische Pence und Aktien der Royal Bank of Scotland (RBS) um 2,96 Prozent auf 46,67 Pence stiegen. Die Analysten der UBS betrachten die französischen und die britischen Banken neben den skandinavischen Instituten als Gewinner der Stresstests. Die Verlierer seien vor allem in der EU-Peripherie angesiedelt, schrieb Analyst John-Paul Crutchley in einer Branchenstudie.

          Zum Teil deutliche Kursgewinne bei den europäischen Bankaktien

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