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Marktbericht : Dax schließt knapp über 6.200 Punkten

  • Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Die überaus optimistisch aufgenommene Platzierung spanischer Staatsanleihen hat den europäischen Aktienmärkten am Donnerstag den siebten Gewinntag in Folge beschert. Der Dax gewann 0,53 Prozent auf 6223,54 Punkte.

          Gestützt von erfolgreichen Verkäufen spanischer Anleihen hat sich der deutsche Aktienmarkt am Donnerstag trotz schwacher amerikanischer Daten im Plus gehalten.

          Der Dax gewann 0,53 Prozent auf 6223,54 Punkte. Der MDax stieg um 0,40 Prozent auf 8448,42 Zähler. Für den TecDax ging es um 0,61 Prozent auf 778,25 Zähler nach oben. Spanien hatte mit Staatsanleihen knapp 3,5 Milliarden Euro am Kapitalmarkt aufgenommen.

          „Die Märkte sind beruhigt, dass die Anleiheverkäufe sauber durchgelaufen sind“, sagte Analyst Heino Ruland von Ruland Research. Marktstratege Thilo Müller von MB Fund Advisory sagte: „Die jüngsten Auktionen sorgen weiterhin für Erleichterung und rücken mehr und mehr die guten fundamentalen Bedingungen in den Vordergrund.“ Kräftige, aber nur vorübergehende Dämpfer versetzten den Kursen enttäuschende Daten vom amerikanische Arbeitsmarkt sowie ein schwacher Philly-Fed-Index. Dieser misst die wirtschaftliche Aktivität in der Region Philadelphia und gilt als Frühindikator für die Entwicklung in den Vereinigten Staaten .

          VW-Papiere legen zu

          Größter Dax-Gewinner waren Vorzugsaktien von Volkswagen mit plus 3,81 Prozent auf 75,20 Euro. Händler führten das auf die anstehende Neugewichtung im Leitindex zurück. VW werde in der Gewichtung steigen, wenn am kommenden Montag HeidelbergCement an Stelle von Salzgitter-Aktien in den Dax aufsteigt, so ein Börsianer. Zudem wirke nach, dass VW am Vortag seine Prognosen für 2010 angehoben hatte.

          Auf dem Lkw-Markt gab es Neues aus Brasilien: Händlern zufolge plant Finanzminister Guido Mantega, auslaufende Steuerbegünstigungen zu verlängern. MAN-Papiere gewannen 2,02 Prozent. Der Lkw-Bauer hatte zudem einen neuen Auftrag aus dem südamerikanischen Land erhalten.

          Gefragt waren im Dax außerdem Infineon-Titel, die um 2,39 Prozent auf 5,217 Euro stiegen. Händler verwiesen auf zahlreiche Vorbestellungen für Apples neues iPhone, für das Infineon und Dialog Semiconductor als mögliche Zulieferer gehandelt werden. Aktien von Dialog waren im TecDax mit plus 2,97 Prozent auf 9,700 Euro der beste Wert. Die Papiere der Deutschen Post fielen dagegen um 0,28 Prozent auf 12,525 Euro. Belastend wirkte, dass Konkurrenten die Bundesnetzagentur einschalten wollen, um die Gewährung von Zusatzrabatten nach dem Wegfall des Steuerprivilegs zu unterbinden.

          Im MDax gewannen Hochtief-Aktien 2,11 Prozent auf 53,84 Euro. Ein Unternehmen der australischen Tochter Leighton soll Australiens Verteidigungsministerium fünf Jahre lang mit Dienstleistungen rund um den Breitbandausbau versorgen. Titel der Software AG verloren im Technologiewerte-Index 0,03 Prozent auf 89,37 Euro. Händler verwiesen auf einen Bericht, wonach der Softwareriese SAP kein Interesse an einer Übernahme des Wettbewerbers habe. SAP-Titel stiegen um 1,38 Prozent.

          Europas Börsen verzeichnen den siebten Gewinntag in Folge

          Die optimistisch aufgenommene Platzierung spanischer Staatsanleihen hat den europäischen Aktienmärkten am Donnerstag den siebten Gewinntag in Folge beschert. Negative Konjunkturdaten aus den Vereinigten Staaten aber dämpften die Kursgewinne. In den Vereinigten Staaten hatte sich das Geschäftsklima in der Region Philadelphia überraschend und deutlich eingetrübt. Ferner war die Zahl der amerikanischen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der vergangenen Woche unerwartet gestiegen.

          Zum Handelsschluss kletterte der EuroStoxx 50 um 0,35 Prozent auf 2.728,12 Punkte. Der Pariser Cac 40 gewann 0,19 Prozent auf 3.683,08 Punkte und der Londoner FTSE 100 stieg auch dank deutlicher Kursgewinne der BP-Aktie auf tiefem Niveau um 0,30 Prozent auf 5.253,89 Punkte.

          Euro fällt nach Stippvisite über 1,24 Dollar wieder zurück

          Als schwach interpretierte amerikanische Konjunkturdaten lassen den Euro am Donnerstagnachmittag von seinem zum Dollar markierten Tageshoch bei 1,2414 Dollar zurückfallen. Gegen Ende des europäisch geprägten Devisengeschäfts wechselt die Gemeinschaftswährung nur noch für 1,2362 Dollar den Besitzer und wird damit wieder auf dem bereits am Mittag erreichten Niveau gehandelt. Auch zum Yen gibt der Euro zuvor gewonnenes Territorium wieder preis. Die Zahl der Erstanträge auf Leistungen aus der amerikanische Arbeitslosenversicherung ist binnen Wochenfrist überraschend um 12.000 gestiegen, Ökonomen hatten hingegen einen Rückgang um 6.000 prognostiziert. Der Philly-Fed-Index sank auf 8 von 21,4 Punkten im Vormonat. Hier hatte der Volkswirtekonsens auf 21 Punkte gelautet. „Allerdings haben die ergänzend veröffentlichten Teilindizes diesen heftigen Rückgang gar nicht oder nur in geringerem Ausmaß mit vollzogen, so dass der im Vordergrund stehende Aktivitätsindex den negativen Eindruck überzeichnet“, relativiert allerdings Fabienne Riefer, Ökonomin bei der Deutschen Postbank.

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