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Marktbericht : Dax schließt deutlich im Plus

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Bild: F.A.Z.

Die Aussicht auf einen positiven Verlauf der Berichtssaison hat die Kauflaune der deutschen Aktienanleger deutlich angefacht. Der Dax machte seine Verluste vom Freitag mehr als wett und schloss mit einem Plus von 3,2 Prozent auf 4722 Punkte.

          Die Aussicht auf einen positiven Verlauf der Berichtssaison hat die Kauflaune der deutschen Aktienanleger am Montag deutlich angefacht. Der Dax machte seine Verluste vom Freitag mehr als wett und schloss über der Marke von 4.700 Punkten. Am Ende stand ein sattes Plus von 3,19 Prozent auf 4.722,34 Punkte zu Buche. Für den MDax mittelgroßer Werte ging es um 2,05 Prozent auf 5.577,32 Zähler nach oben. Der technologielastige TecDax stieg um 2,48 Prozent auf 626,87 Punkte.

          Gesprächsthema Nummer eins waren Porsche und Volkswagen. Die Aktien des Sportwagenbauers kletterten um 9,71 Prozent auf 46,45 Euro hoch. Porsche-Chef Wendelin Wiedeking und Katar einigten sich laut Bankenkreisen über eine dringend notwendige Kapitalspritze. Das Emirat bietet insgesamt rund sieben Milliarden Euro für den Kauf von Stammaktien und VW-Optionen der Porsche Holding SE. „Die Summe würde das Unternehmen nahezu entschulden“, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur dpa. Thilo Müller, Fondsmanager bei MB Fund Advisory, wertete die Nachricht über den Einstieg Katars als „uneingeschränkt positiv“, da Bewegung in die Sache käme. VW-Titel rückten um 4,94 Prozent auf 223,74 Euro vor. Der Autobauer soll sein Angebot für die Übernahme von 49,9 Prozent an Porsche verbessert haben. Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulf (CDU) hält eine baldige Einigung für möglich.

          Anleger blicken auf Goldman Sachs

          Als Begründung für den breiten Kursaufschwung verwies Marktanalyst Heino Ruland von Ruland Research auf eine Studie der populären Analystin Meredith Whitney. Diese bezeichnete die Titel von Goldman Sachs als besondere aussichtsreich in einem Bärenmarkt und erhöhte ihre Einschätzung für die Papiere von „Neutral“ auf „Buy“. Börsianern zufolge finden die Einschätzungen der selbstständigen Analystin Gehör unter den Anlegern, da sie schon einmal mit einer Verkaufsempfehlung für die Anteilsscheine der Citigroup goldrichtig gelegen habe.

          Die amerikanischen Investmentbank Goldman legt am Dienstag ihre Zahlen für das zweite Quartal vor. Erfreulich fiel Händlern zufolge bereits das Zahlenwerk des niederländischen Elektronikkonzerns Philips aus. Auch dieses habe die Hoffnungen der Investoren auf positive Überraschungen im Zuge der laufenden Berichtssaison genährt.

          Entsprechend gefragt waren auch an der Börse in Frankfurt Finanz- und Industrietitel. So gewannen die Aktien der Commerzbank 4,27 Prozent auf 4,88 Euro, und die Titel der Deutsche Bank rückten um 4,21 Prozent aus 45,51 Euro vor. Für Anteilsscheine vom Philips-Wettbewerber Siemens gaben die Anleger 4,44 Prozent mehr aus und bezahlten 48,49 Euro.

          Daimler-Titel setzten sich derweil mit plus 6,04 Prozent auf 25,70 Euro an die Dax-Spitze. Händlern zufolge halfen insbesondere Aussagen des Branchenverbands VDA der Aktie bei ihrer Erholung. Gerade die jüngsten Absatzzahlen in der Oberklasse gäben Anlass zur Hoffnung, dass sich die Märkte wieder erholten, sagte VDA-Präsident Matthias Wissmann der „Stuttgarter Zeitung“.

          ThyssenKrupp-Aktien aber legten nur um 0,78 Prozent auf 16,79 Euro zu. Ein Bericht der „FTD“ belastete, wonach der Stahlkonzern im laufenden Jahr einen Verlust vor Zinsen und Steuern (Ebit) von mehr als 1,5 Milliarden Euro einfahren dürfte. Für Konkurrent Salzgitter ging es um 3,47 Prozent auf 61,43 Euro hoch. Ein Händler verwies auf die „Nabucco“-Pipeline, deren Startschuss am Montag gefallen ist. Wie der Börsianer weiter erklärte, hofft der Stahlkonzern, der Röhren für die Ostsee-Pipeline liefert, auf Folgeaufträge in diesem Bereich. Aktien von K+S sackten am Dax-Ende um 3,01 Prozent auf 36,75 Euro ab. Börsianer verwiesen auf Meldungen, wonach Indien sich für einen Teil seines Bedarfs mit dem russischen Düngemittel-Produzenten Silvinit geeinigt habe - zu einem Kalipreis, der deutlich unter den Markterwartungen liege.

          Im TecDax glänzten Solon nach einem Auftrag des norwegischen Energieversorgers Statkraft mit plus 8,17 Prozent auf 9,67 Euro. Der Solarmodulhersteller wird Photovoltaikkraftwerke mit einer Leistung von 40 MWp bauen. Händlern zufolge gab diese Nachricht der Aktie einen ersten Schub, danach seien noch charttechnische Gründe hinzugekommen.

          Finanzwerte helfen amerikanischen Börsen ins Plus

          Gestützt auf Finanzwerte haben die amerikanischen Börsen am Montag Gewinne verzeichnet. Ausschlaggebend war eine Heraufstufung der Goldman-Sachs-Aktie durch die einflussreiche Bankenanalystin Meredith Whitney. Anleger schöpften Hoffnung, dass die Quartalsergebnisse aus der Branche überraschend gut ausfallen könnten. In dieser Woche wollen neben Goldman Sachs auch JPMorgan, die Bank of America und die Citigroup ihre Zahlen vorlegen.

          Der Dow-Jones-Index der Standardwerte legte bis zum Mittag um 1,6 Prozent auf 8273 Punkte zu. Der breiter gefasste S&P-500 stieg 1,6 Prozent auf 893 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq kletterte um 1,4 Prozent auf 1780 Punkte. In Frankfurt schloss der Dax 3,2 Prozent im Plus bei 4722 Punkten. Bankenanalystin Whitney empfahl die Goldman-Sachs-Aktie zum Kauf, woraufhin das Papier fast fünf Prozent zulegte.

          Whitney zufolge könnten auch die Bank of America und JPMorgan Chase im zweiten Quartal gut abschneiden. Die Bank-of-America-Aktie schoss um sieben Prozent nach oben, die JPMorgan-Aktie um 3,2 Prozent. Abwärts ging es dagegen für die Anteilsscheine der CIT Group, die um über 17 Prozent einbrachen. Das Geldhaus, das auf die Finanzierung für kleine und mittelständische Betriebe spezialisiert ist, kämpft im Strudel der Wirtschaftskrise ums Überleben. Am späten Sonntagabend teilte das Unternehmen mit, die Verhandlungen mit den Regulierungsbehörden dauerten an, um kurzfristig zahlungsfähig zu bleiben. Das „Wall Street Journal“ berichtete, CIT habe eine Anwaltskanzlei angeheuert, um die Chancen einer Insolvenz auszuloten.

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