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Marktbericht : Dax nähert sich der 6.200-Punkte-Marke

  • Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Angetrieben von einem steigenden Euro hat der deutsche Aktienmarkt nach anfänglichen Verlusten in die Erfolgsspur zurückgefunden. Der Markt hat positiv aufgenommen, dass es für Anleihen aus Spanien und Irland eine starke Nachfrage gab.

          Angetrieben von einem steigenden Euro hat der deutsche Aktienmarkt am Dienstag nach anfänglichen Verlusten in die Erfolgsspur zurückgefunden. Der Leitindex Dax stieg um 0,82 Prozent auf 6175,05 Punkte. Der MDax legte um 0,66 Prozent auf 8453,73 Punkte zu, der TecDax schloss mit plus 0,40 Prozent bei 775,79 Punkten. Der Euro war im Tagesverlauf über die Marke von 1,23 Dollar gestiegen. Zudem hatte der Markt positiv aufgenommen, dass es für Anleihen aus Spanien und Irland eine starke Nachfrage gab.

          „Wie schon in den vergangenen Tagen haben die Aktienmärkte bei einem starken Euro zugelegt“, sagte ein Börsianer. Das habe auch die Sorgen wegen der Herabstufung der Kreditwürdigkeit Griechenlands durch die Ratingagentur Moody's gedämpft.

          Der Optimismus überlagert wieder einmal alles

          Vor diesem Hintergrund fanden selbst eingetrübte Konjunkturerwartungen deutscher Finanzexperten (ZEW-Index) nur kurzzeitig Beachtung. „Der Markt wartet auf Mitte der Woche anstehende amerikanische Daten, da interessiert ein schwacher ZEW-Index doch weniger“, sagte Oliver Roth, Chefhändler von Close Brothers Seydler.

          Stärkster Wert im Dax war Infineon, der sich um 3,38 Prozent auf 5,107 Euro verteuerte. Nach einem Bericht der „Financial Times Deutschland“ denkt das Unternehmen darüber nach, sich von seiner Handychip-Sparte zu trennen, die nach wie vor als Sorgenkind gilt. Gut im Rennen lagen auch die Aktien der Deutschen Post mit einem Aufschlag von mehr als zwei Prozent. Finanzvorstand Lawrence Rosen hatte gesagt, dass das Expressgeschäft in den Vereinigten Staaten gut laufe.

          Gegen den Trend entwickelten sich die Aktien des Industriegase- Herstellers Linde mit einem Minus von 0,71 Prozent auf 87,05 Euro. Das japanische Analysehaus Nomura Equity Research hatte seine Bewertung der Titel in einer Studie zur Chemiebranche wegen des jüngsten Höhenfluges herabgestuft. Von einem positiven Kommentar in dieser Studie profitierten im MDax Lanxess-Titel- sie stiegen um 1,90 Prozent auf 37,765 Euro und zählten damit zu den stärksten Aktien im Index für mittelgroße Werte.

          Noch besser schlugen sich die Papiere des Pay-TV-Senders Sky Deutschland, die um 18,20 Prozent auf 1,617 Euro nach oben sprangen. Börsianern zufolge kam ihnen zugute, dass Medienmogul Rupert Murdoch den britischen Sender British Sky Broadcasting (BSkyB) komplett übernehmen will. Nun werde spekuliert, ob das auch mit dem deutschen Sender passieren könnte.

          Abgeschlagen am Ende des MDax lagen mit einem Verlust von mehr als acht Prozent die Aktien von Heidelberger Druck. Als Grund nannten Börsianer eine geplante Kapitalerhöhung, die 420 Millionen Euro einbringen soll. Damit will das Unternehmen seine Schulden abbauen und die Eigenkapitalstruktur verbessern. Marktteilnehmer kritisierten indes, dass die Maßnahme den Anteil der Altaktionäre verwässere. Im TecDax blieb Drägerwerk dank positiver Kommentare von Analysten auf Erfolgskurs. Die Aktien gewannen mehr als fünf Prozent auf 56,250 Euro.

          Börsen Europas schließen zum fünften Mal im Folge im Plus

          Europas wichtigste Aktienbörsen sind am Dienstag zum fünften Mal in Folge mit Gewinnen aus dem Handel gegangen. Die starke Nachfrage nach irischen und spanischen Anleihen habe die Sorgen über die Finanzprobleme in der Eurozone erst einmal verdrängt, sagten Händler. Insofern hatte eine Abstufung Griechenlands durch die Ratingagentur Moody's die europäischen Börsen nur anfangs belastet. Vielmehr gaben im späteren Handel positiv aufgenommene Konjunkturdaten aus den Vereinigten Staaten den Kursen dies- und jenseits des Atlantiks Rückenwind. Die amerikanische Importpreise waren im Mai auf Monatssicht um 0,6 Prozent gesunken. Dies deutet Börsianern zufolge darauf hin, dass die Inflation kontrolliert werden kann. Der EuroStoxx 50 legte am Ende um 1,22 Prozent auf 2.716,30 Punkte zu. Der Pariser Cac 40 gewann 0,98 Prozent auf 3.661,51 Punkte und der Londoner FTSE 100 stieg um 0,30 Prozent auf 5.217,82 Punkte.

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