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Marktbericht : Dax nach impulslosem Handel unverändert

  • Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Nach einem Handel ohne nennenswerte Impulse hat der Dax am Dienstag kaum verändert geschlossen. „Wir haben im Dezember schon steigende Kurse gesehen, und die meisten institutionellen Anleger haben ihre Bücher bereits geschlossen“, heißt es.

          In einem Handel ohne nennenswerte Impulse hat der Dax am Dienstag minimal verloren. Der Leitindex ging mit minus 0,03 Prozent bei 7027,40 Punkten aus dem Handel. Für den MDax ging es um 0,18 Prozent auf 9901,55 Punkte nach unten, der TecDax verlor nach neun Handelstagen mit Gewinnen 0,10 Prozent auf 836,06 Punkte.

          Marktanalyst Heino Ruland von Ruland Research sprach von einem eher antriebslosen Geschäft. „Wir haben im Dezember schon steigende Kurse gesehen, und die meisten institutionellen Anleger haben ihre Bücher bereits geschlossen“, sagte er.

          Anleger üben sich in Zurückhaltung und blicken nach Übersee

          Die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland hätten keinen Einfluss gehabt, weil Investoren mehr auf das Ifo-Geschäftsklima schauten, das am Freitag ansteht. Analyst Gregor Kuhn von IG Markets sagte mit Blick auf die am Abend anstehende Zinsentscheidung der amerikanischen Notenbank Fed: „Anleger üben sich in Zurückhaltung und blicken nach Übersee.“ Experten erwarten keine Veränderung des Leitzinssatzes.

          Im Fokus standen am deutschen Markt die Titel von Tui, nachdem der weltgrößte Reisekonzern seine Zahlen zum Geschäftsjahr 2009/2010 vorgelegt hatte. Tui hatte sich nur dank des Booms bei der Reederei Hapag-Lloyd in der Gewinnzone gehalten. Händler nannten die Resultate dennoch „solide“ und lobten den Ausblick. Für Tui-Titel ging es um 5,09 Prozent auf 9,827 Euro nach oben. Für 2011 sieht das Unternehmen zudem gute Chancen für einen Börsengang von Hapag-Lloyd. Überdurchschnittlich entwickelten sich nach Zahlen zudem die Papiere des Kupferproduzenten Aurubis mit einem Plus von 0,87 Prozent auf 42,385 Euro. Börsianer sprachen auch hier von soliden Zahlen. Dass sich das Kursplus in Grenzen hielt, führten sie auf Gewinnmitnahmen zurück. Im Dax profitierten Aktien der Lufthansa von einem positiven Analystenkommentar der Schweizer Bank Credit Suisse und legten an der Spitze 1,73 Prozent auf 17,340 Euro zu. Übernahmepläne und deutlich erhöhte Preise für Eisenoxid kamen Lanxess-Titeln zugute, sie verteuerten sich um 0,83 Prozent auf 56,000 Euro. Am MDax-Ende zeigten sich die Titel von ProSiebenSat.1 mit einem Abschlag von 5,74 Prozent auf 21,680 Euro. Einem Pressebericht zufolge erwägen die Finanzinvestoren KKR und Permira einen Rückzug aus dem Unternehmen. Das hätte die Aktie nach Meinung von Börsianern eigentlich stützen sollen. Dass am Ende ein Minus zu Buche stand, führten sie darauf zurück, dass einige Anleger nach dem jüngsten Kursanstieg Kasse gemacht hätten.

          Deutsche Anleihen tendieren deutlich schwächer

          Der deutsche Rentenmarkt hat am Dienstag nach optimistisch interpretierten amerikanischen Einzelhandelsumsätzen deutlich schwächer tendiert. Der Kurs des richtungsweisenden Euro-Bund-Future sank bis zum späten Nachmittag um 0,30 Prozent auf 124,20 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe lag bei 3,019 Prozent. Die besser als erwartet ausgefallenen Einzelhandelsumsätze in den Vereinigten Staaten hätten die Anleihen belastet, sagten Händler. In den Vereinigten Staaten sind die Umsätze der Einzelhändler im November stärker als erwartet gestiegen. Im Vergleich zum Vormonat seien die Umsätze um 0,8 Prozent geklettert. Experten hatten lediglich mit einem Anstieg um 0,6 Prozent gerechnet. Die Schuldenkrise in der Eurozone bleibt weiter im Fokus. So stiegen die Renditen für Staatsanleihen der Randländer der Eurozone wieder an. Während sich Spanien am Geldmarkt bei deutlich steigenden Renditen frisches Kapital besorgte, prüft die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) eine Herabstufung der Kreditwürdigkeit Belgiens. Der Ausblick für die Bonität des hochverschuldeten Euro-Landes werde von „neutral“ auf „negativ“ gesenkt, teilte S&P mit. Für gewöhnlich deutet dies auf eine Herabstufung in den kommenden Monaten hin. Derzeit verfügt Belgien mit „AA+“ über die zweithöchste Ratingnote im langfristigen Bereich. S&P begründet seine Entscheidung in erster Linie mit politischen Unsicherheiten.

          Dem Euro geht am Nachmittag die Luft aus

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