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Marktbericht : Dax - mit Kursverlusten in die neue Woche

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Ein Kursrutsch an der Börse Shanghai hat am Montag den Dax ins Minus gedrückt. Zu den größten Verlierern am deutschen Markt zählten die schwer gewichteten Versorgerwerte von RWE und Eon. Sie litten unter den schlechten Abschneiden der CDU bei den Landtagswahlen vom Wochenende, sagten Börsianer. Eine schwarz-gelbe Regierung im Bund werde damit unwahrscheinlicher und damit auch eine Verlängerung der Laufzeiten für Atomkraftwerke.

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          Ein Kursrutsch an der Börse Shanghai hat am Montag den Dax ins Minus gedrückt. Er verlor innerhalb der ersten Handelsminuten 0,8 Prozent auf 5.473 Punkte. Der chinesische Leitindex SSE war um 6,7 Prozent eingebrochen. In den ersten Handelsminuten fiel der EuroStoxx 50 um 0,7 Prozent auf 2.785 Zähler. Für den Pariser CAC-40-Index ging es um 0,61 Prozent auf 3.669 Punkte nach unten. In London blieb die Börse wegen eines Feiertags geschlossen. An der Spitze des EuroStoxx 50 legten die Aktien von Vivendi als einziger Indexgewinner um 0,13 Prozent auf 19,80 Euro zu. Dagegen ging es für die Papiere der Deutsche Börse als Schlusslicht um 2,20 Prozent auf 52,56 Euro bergab.

          Die Aktien von Bayer zählten mit zu den schwächsten Dax-Werten und büßten 1,42 Prozent auf 42,36 Euro ein. Deutschlands zweitgrößter Pharmakonzern Boehringer Ingelheim hatte auf dem Fachkongress der European Society of Cardiology (ESC) positive Studienergebnisse zum Medikament Pradaxa mitgeteilt. Da diese Arznei in der gleichen Klasse angesiedelt ist wie das Bayer-Mittel Xarelto, habe dies auch Auswirkungen auf Bayer, sagte ein Händler. Die Einschätzungen am Markt über die Aktienkursauswirkung waren jedoch geteilt. Wenngleich durch die Nachricht von Boehringer Ingelheim zusätzlicher Wettbewerb für Bayers Xarelto entstehen könnte, seien die Ergebnisse grundsätzlich positiv für die Marktstimmung, meinte etwa Analyst Sachin Jain von Merrill Lynch.

          Ansonsten waren es vor allem Presseberichte, die Bewegung in einzelne Aktien brachten. Die Titel der Deutschen Post fielen mit minus 2,16 Prozent auf 11,995 Euro an das Dax-Ende. Laut der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ ist die Post bei einem Schnelligkeitstest ihrer Briefzustellung durchgefallen. Das Unternehmen habe sein Versprechen bei weitem nicht eingehalten, 95 Prozent aller Briefe innerhalb Deutschlands am nächsten Werktag zuzustellen, so die Zeitung. Von 99 Sendungen, die sie versuchsweise verschickt habe, seien nur 61 Prozent am nächsten Werktag angekommen.

          Ein Wochenmagazin schrieb spekulativ, dass die gescheiterte Übernahme von Volkswagen für Porsche noch ein teures Nachspiel haben könnte. Dem Sportwagenbauer drohten wegen möglicher Marktmanipulationen Schadenersatzklagen in Millionenhöhe, heißt es. Mehrere auf Kapitalmarktrecht spezialisierte Anwaltskanzleien bereiteten zum Teil Klagen von institutionelle Anleger wie Fonds oder Pensionskassen vor, die möglicherweise Schadenersatz in zwei- oder sogar dreistelliger Millionenhöhe geltend machen wollten. Die Porsche-Papiere fielen um 0,90 Prozent auf 52,62 Euro.

          Im MDax sprangen die Anteilsscheine des insolventen Handels- und Tourismusunternehmens Arcandor um 21,50 Prozent auf 0,260 Euro in die Höhe. Die Finanzierung der zu Arcandort gehörenden Versandsparte Primondo scheint nach Informationen der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ bis Ende des Jahres gesichert zu sein. Es ist jedoch mit dem Abbau jedes dritten Arbeitsplatzes verbunden. Die Aktien von Gagfah sahen nur auf den ersten Blick besonders schwach im Marktvergleich aus mit minus 4,58 Prozent oder 0,30 Euro auf 6,25 Euro. Sie wurden jedoch ex Dividende von 0,20 Euro je Papier gehandelt.

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