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Marktbericht : Dax markiert ein neues Jahrestief

  • Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Der deutsche Aktienmarkt erwischte, verursacht durch schwache Vorgaben, einen schlechten Wochenstart. Der Dax rutschte gleich zum Auftakt auf ein neues Jahrestief. Händler berichten von großem Verkaufsdruck.

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          Der deutsche Aktienmarkt befindet sich nach den jüngsten Kursverlusten charttechnisch gesehen in einer prekären Situation. Und seine Lage verschlechterte sich am Montag weiter, denn gleich zum Wochenauftakt rutschte der Index, verursacht durch schwache Vorgaben, auf ein neues Jahrestief ab.

          Er ging mit einem Minus von 2,35 Prozent auf 3.729,23 Punkte aus dem Handel. Das liegt noch einmal deutlich unter dem bisher in diesem Jahr erreichten Verlaufstief von 3.775,11 Punkten, wobei das Tagestief am Montag sogar schon bei 3.696,18 Punkten lag.

          Händler berichten dabei von großem Verkaufsdruck, nachdem wichtige charttechnische Unterstützungen verletzt wurden. Von Interesse seien in diesem Zusammenhang die Chartmarken bei 3.880, 3.775 und 3.750 Punkten gewesen. Deren Unterschreitung habe größere Stopp-Loss-Orders ausgelöst. Auch gebe es noch Überhänge vom Verfallstermin am Freitag. Anleger hätten noch zu viele Aktien in den Büchern, die sie nun verkauften, heißt es. Die Entwicklung wurde am Nachmittag auch dadurch verstärkt, daß die Kurse an der Wall Street ebenfalls deutlich abtauchten.

          Terror- und andere politische Sorgen belasten

          Zudem herrsche Sorge darüber, daß die Krise im Nahen Osten eskaliere, nachdem der Hamas-Gründer Ahmad Jassin bei einem Luftangriff der israelischen Armee getötet wurde. Dies könnte weltweit zu verstärkten Anschlägen islamistischer Extremisten führen, heißt es. Die wieder aufgeflammten Terrorängste halten die Aktienmärkte somit weiter in Schach, und auch die wachsenden Spannungen zwischen Taiwan und China sind nicht dazu angetan, wieder für mehr Vertrauen zu sorgen.

          Unternehmensnachrichten standen unterdessen eher im Hintergrund. Zu den größten Verlierern zählten die Banken und Versicherer. Aber nicht nur, denn auch andere Werte verloren deutlich. Die Papiere von ThyssenKrupp, der HypoVereinsbank, Conti und der Commerzbank gaben jeweils mehr als vier Prozent nach. Deutliche Verluste verzeichneten aber auch Metro, Lufthansa, SAP, VW und DaimlerChrysler in dieser Reihenfolge.

          Der TecDax ist ebenfalls mit sehr schwachen Kursen in die Woche gestartet. Die Notierungen gaben auf breiter Basis nach. Der Index wies am Aschluß ein Minus von 4,37 Prozent auf 552,42 Zähler auf. Die Umsätze seien „ordentlich“ gewesen, sagte ein Händler. Zu den größeren Verlierern zählten Evotec mit einem Minus von 7,68 Prozent auf 4,57 Euro, Süss MicroTec mit einem Kursverlust von 7,51 Prozent auf 8,01 Euro, aber auch Jenoptik, Lion Bioscience, Teles, Freenet und SCM Microsystems mit Verlusten von jeweils mehr als sechs Prozent.

          Gleichzeitig verloren Rofin Sinar bei ihrem Einstand als TecDax-Wert kräftig an Boden. Ein Händler berichtet, vor allem Fonds hätten den Kurs im späten Freitagshandel bis auf 30 Euro hochgezogen. Nun realisierten Anleger, die auf diese Bewegung spekuliert hatten, Gewinne. Rofin-Sinar gaben die Aufschläge vom Freitag fast komplett wieder ab und fielen um 6,7 Prozent auf 26,30 Euro.

          Veränderte Zusammensetzung der Indizes beachten

          Zur Erinnerung: Die Aktienindizes MDax und TecDax der Deutschen Börse werden ab diesem Montag in leicht veränderter Zusammensetzung berechnet. Im MDax mit 50 Unternehmen aus den klassischen Branchen ersetzt der Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate die Aktie des Zementkonzerns Dyckerhoff. Neu im Technologie-Index TecDax mit 30 Werten sind Dialog Semiconductor, QSC und Rofin Sinar. Dafür scheiden Ixos Software, Lion Bioscience und Wedeco aus. Im wichtigsten Börsenbarometer Dax bleibt alles beim alten.

          Außerdem teilte die Deutsche Börse am Montag mit, daß die Aktie von CTS Eventim mit Wirkung zum Mittwoch außerplanmäßig in den SDax aufgenommen wird. Das Unternehmen ersetze die Titel der Hamburger Holsten-Brauerei , deren Streubesitz aufgrund der Übernahme durch die Carlsberg Deutschland GmbH unter fünf Prozent liege. Damit erfülle Holsten nicht mehr die Voraussetzung für einen Verbleib im SDax.

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