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Marktbericht : Dax legt mehr als ein Prozent zu

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Gestützt auf positiv interpretierte amerikanische Vorgaben hat der Dax am Freitag in einem freundlichen Umfeld die Marke von 5.500 Punkten zurückerobert. Vor allem die amerikanischen Börsen gaben freundliche Impulse, wie ein Händler sagte. Am Nachmittag rücken amerikanische Konjunkturdaten in den Fokus. Auf dem Plan stehen Daten zu persönlichen Einkommen und Ausgaben für Juli, sowie das von der Uni Michigan ermittelte Verbrauchervertrauen.

          Gestützt auf positiv interpretierte amerikanische Vorgaben hat der Dax am Freitag in einem freundlichen Umfeld die Marke von 5.500 Punkten zurückerobert. Der Leitindex stieg im frühen Handel um 1,4 Prozent auf 5.546 Punkte. Der MDax mittelgroßer Werte gewann 1,70 Prozent auf 6.841 Zähler, der Technologiewerte-Index TecDax legte um 1,6 Prozent auf 708,9 Punkte zu.

          Vor allem die amerikanischen Börsen gaben freundliche Impulse, wie ein Händler sagte. Nach einem Start im Minus hatten die wichtigsten amerikanische Indizes noch deutlich ins Plus gedreht. Der Future auf den amerikanische Leitindex gewann seit dem Xetra-Schluss des Vortags 0,83 Prozent. In Asien waren die Börsen uneinheitlich. Am Nachmittag rücken amerikanische Konjunkturdaten in den Fokus. Auf dem Plan stehen vor amerikanische Handelsbeginn Daten zu persönlichen Einkommen und Ausgaben für Juli, bevor kurz nach der Eröffnung vor allem das von der Uni Michigan ermittelte Verbrauchervertrauen für den August die weitere Richtung bestimmen dürfte. Von Unternehmensseite gab es kaum Nachrichten, so dass einmal mehr auch Analystenkommentare für Bewegung bei einzelnen Titeln sorgten.

          An der Dax-Spitze profitierten Beiersdorf-Aktien von positiven Aussagen des Konkurrenten L'Oreal und gewannen 4,17 Prozent auf 36,69 Euro. Der französische Kosmetikhersteller verdiente im ersten Halbjahr mehr als von Analysten erwartet und rechnet im zweiten Halbjahr mit einer leichten Erholung. Auch das technische Bild der Aktien sei positiv, wie ein Händler ergänzte. Aktuell erfolge über 36,20 Euro ein Ausbruchsversuch nach oben. Für Henkel-Titel ging es um 1,09 Prozent auf 27,81 Euro hoch.

          Anteilsscheine von MAN gewannen nach einem Pressebericht 2,32 Prozent auf 53,71 Euro. Der Lkw-Hersteller verschärft laut „Die Welt“ seinen Sparkurs. So sollen im Nutzfahrzeugbereich die Verwaltungskosten um ein Fünftel gesenkt werden, wie die Tageszeitung berichtet. Die Einsparungen sollen im Jahr 2011 wirksam sein. Ein Sprecher von MAN wollte die Angaben im Detail nicht kommentieren. „Wie bekannt ist, laufen im Bereich Nutzfahrzeuge verschiedene Initiativen, um Einsparungen zu erzielen“, sagte er der Zeitung.

          Im MDax verloren Anteilsscheine von Arcandor nach Anfangsgewinnen 2,36 Prozent auf 0,207 Euro. Der Reisekonzern Thomas Cook wird sich angeblich voraussichtlich in der kommenden Woche vollständig von Arcandor abnabeln. Die Gläubigerbanken des insolventen Handelskonzerns wollen die ihnen als Sicherheit überlassenen Thomas-Cook-Aktien an der Börse platzieren, berichtet eine Zeitung aus Finanzkreisen. Der Verkauf eines größeren Pakets an einen Einzelinvestor scheine damit vom Tisch. Die Liste potenzieller Ankerinvestoren sei immer weiter geschrumpft. Dagegen sei das Interesse unter institutionellen Anlegern groß, sagte Firmenchef Manny Fontenla-Novoa dem „Handelsblatt“.

          Praktiker-Papiere verteuerten sich dank einer positiven Studie um 3,09 Prozent auf 9,01 Euro. JPMorgan hob die Einstufung für die Anteile an der Baumarktkette von „Neutral“ auf „Overweight“ und stockte das Kursziel deutlich von 6,25 auf 11,00 Euro auf. Analyst Jaime Vazquez hob zudem seine Gewinnprognose für 2010 an. Der Experte begründete dies mit Anzeichen einer Verbesserung des Geschäftsumfelds in Deutschland. Bei Freenet trieb eine Hochstufung durch die Unicredit die Aktie um 5,36 Prozent auf 10,22 Euro hoch.

          Deutsche Anleihen: Schwächer zu Handelsbeginn

          Die Kurse deutscher Anleihen sind am Freitag schwächer in den Handel gegangen. Der für den Anleihemarkt richtungsweisende Euro-Bund-Future fiel um 0,18 Prozent auf 122,48 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe lag bei 3,259 Prozent. Die freundlich erwartete Eröffnung der Aktienmärkte laste auf den Anleihen, sagten Händler. Vor allem die deutliche Kurserholung der amerikanische Aktienmärkte am Donnerstag mache sich bemerkbar. Im weiteren Handelsverlauf könnten die Anleihen jedoch wieder unter Druck geraten, erwarten Beobachter. „Die amerikanische Konsumdaten für Juli dürften den Konjunkturpessimisten den Rücken stärken“, schreibt die HSH Nordbank in einer Tagesvorschau. Auf der anderen Seite dürfte die vermutlich positive Entwicklung der Geschäftsklima- und Verbrauchervertrauensindizes der EU ignoriert werden. Insgesamt sollte daher der Bund-Future im späteren Handelsverlauf leicht steigen, erwartet die HSH Nordbank.

          Devisen: Eurokurs nach Vortagesgewinnen weiter über 1,43 Dollar

          Der Eurokurs hat am Freitag nach deutlichen Vortagesgewinnen weiter über 1,43 amerikanische Dollar notiert. Die europäische Gemeinschaftswährung kostete 1,4359 Dollar. Ein Dollar war 0,6964 Euro wert. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Donnerstag auf 1,4268 (Mittwoch 1,4270) amerikanische Dollar festgesetzt. Der Euro habe am Donnerstag von einer Erholung der amerikanische Aktienmärkte und einer wieder optimistischeren Konjunktureinschätzung profitiert, sagten Händler. Durch den Anstieg habe sich auch das technische Bild für den Euro verbessert. Weitere Kursgewinne seien daher möglich.

          Aktien in Tokio schließen leicht im Plus

          Vor der Richtungswahl in Japan haben die Börsen in Fernost zum Wochenschluss uneinheitlich tendiert. Viele Anleger in Asien warteten Analysten zufolge offenbar die Entscheidung am Sonntag ab, die erstmals seit Jahrzehnten die Liberaldemokraten in die Opposition verweisen könnte. Positive Vorgaben der Wall Street gaben dem Markt in Tokio trotz schlechter Konjunkturdaten im eigenen Land etwas Auftrieb. Dagegen notierten die Indizes in China tiefer. Medienberichten zufolge vergaben die vier größten staatseigenen Banken der Volksrepublik im August deutlich weniger Kredite. An den chinesischen Börsen herrscht schon seit Wochen die Sorge, der Wirtschaftsaufschwung könnte ins Stocken geraten. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index stieg 0,6 Prozent auf 10.534 Punkte. Der breiter gefasste Topix-Index legte 0,5 Prozent auf 969 Zähler zu. Die Kursanstiege in Tokio kamen trotz schwacher Konjunkturdaten zustande. Im Juli fielen die Verbraucherpreise in Japan so stark wie nie zuvor. Zugleich erreichte die Arbeitslosenquote ein Rekordhoch von 5,7 Prozent. Der Markt gehe bereits von einem Machtwechsel aus, sagte Analyst Yutaka Miura von Mizuho Securities. Die Frage sei nun, ob die neue Regierung Maßnahmen auf die Beine stellen könne, die sich mittel- bis langfristig auf Unternehmensgewinne und die Wirtschaft auswirkten. In Tokio konnten Exportwerte einen Teil ihrer Vortagesverluste wieder wettmachen. Zu den größten Gewinnern gehörten die Aktien von Casio Computer nachdem aus Kreisen verlautete, das Unternehmen wolle zur Kostenersparnis künftig gemeinsam mit NEC und Hitachi Mobiltelefone bauen. Casio-Papiere stiegen um 8,5 Prozent, NEC 0,6 Prozent und Hitachi 1,6 Prozent. Die Anteilsscheine von Toyota gingen nach anfänglichen Verlusten unverändert aus dem Handel. Der Autobauer zieht sich aus einem seit 25 Jahren bestehenden Gemeinschaftsunternehmen mit General Motors zurück.

          Aktien in Hongkong tendieren mittags leichter - Esprit setzen Talfahrt fort

          Die sehr schwache Tendenz an der Börse in Schanghai belastet am Freitag auch die Stimmung an der Börse in Hongkong. Der HSI verliert zum Mittag (Ortszeit) 0,5 Prozent auf 20.144 Punkte. Der Umsatz wird mit 30,69 Milliarden Hongkong-Dollar als weiter dünn beschrieben. Ein Experte von Taifook spricht mit Blick auf das Minus von über 2 Prozent an den chinesischen Börsen von wieder verstärkt wahrgenommenen Abwärtsrisiken und bereits am Vortag zu beobachtenden Bevorzugung defensiver Aktien. Tagesfavorit sind unter den Einzelwerten BOC, die 6,1 Prozent auf 16,04 Hongkong-Dollar gewinnen, nachdem die Halbjahreszahlen des Unternehmens die Analystenerwartungen übertroffen haben. Unterdessen geht der Ausverkauf bei Esprit nach den enttäuschend ausgefallenen Quartalszahlen des Modeunterenehmens weiter. Esprit verbilligen sich um 4,8 Prozent auf 48,45 Hongkong-Dollar.

          Aktien in Singapur tendieren mittags knapp behauptet

          Nach vier Handelstagen in Folge mit Aufschlägen hat die Börse in Singapur am Freitag eine Atempause eingelegt. Nach anfänglichen Gewinnen verliert der STI zum Ende der ersten Handelshälfte 0,2 Prozent auf 2.638 Punkte und steht damit rund 10 Zähler unter dem Tageshoch. Eine erste Unterstützung liege bei 2.600 Punkten, ein erster Widerstand bei 2.700 Punkten, heißt es. Der Umsatz sei mit 1,62 Milliarden Aktien moderat, so Börsianer. Am stärksten sei die Handelsaktivität bei Energiewerten, sowie Nebenwerten und so genannten S-Aktien, berichten Teilnehmer. Viele zurückgebliebene S-Aktien und Technologiepapiere erfreuten sich verstärkter Nachfrage, so DBS Vickers, wo diese Entwicklung als potenziell „bullishes“ Signal interpretiert wird.

          Chinas Aktien unter Druck

          Die chinesischen Festlandbörsen stehen am Freitag deutlich unter Druck. Die Indizes in Schanghai und Schenzhen liegen im späten Handel mehr als 2,5 Prozent im Minus. Die Sorge, Maßnahmen zur Eindämmung des rasanten Kreditwachstums und der heiß laufenden Industrieproduktion, dämpften das Wirtschaftswachstum, führen schon seit vier Wochen zu Kursverlusten.

          Ölpreise kaum verändert nach deutlichen Vortagesgewinnen

          Die Ölpreise haben sich am Freitag nach deutlichen Vortagesgewinnen kaum verändert. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) Rohöl der amerikanische Referenzsorte West Texas Intermediat (WTI) zur Auslieferung im Oktober stieg im asiatischen Handel auf 72,54 amerikanische Dollar. Das sind 5 Cent mehr als zum Handelsschluss am Vortag. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent zur Auslieferung im Oktober fiel um 10 Cent auf 72,41 Dollar. Die Ölpreise waren am Donnerstag von unter 71 Dollar auf über 72 Dollar gestiegen. Positiv aufgenommene amerikanische Konjunkturdaten hätten den Ölpreis gestützt, sagten Händler. Zudem hätten auch die Kursverluste des amerikanische Dollar zum Euro den Ölmarkt beflügelt.

          Kurse und Meldungen nach Börsenschluss

          Nachbörslich haben die Kurse an der Wall Street am Donnerstag etwas fester tendiert. Der Nasdaq 100 After Hours Index legte um 0,23 Prozent zu auf 1644,69 Zähler.

          Die Aktien von Dell waren am Donnerstag im nachbörslichen amerikanische Handel gesucht, nachdem der Computerbauer über den Erwartungen liegende Quartalszahlen bekanntgegeben hatte. Die Papiere zogen um 3 Prozent an auf 16,12 Dollar. Beim Ergebnis je Aktie wies Dell 0,24 Dollar aus, während Analysten mit 0,22 Dollar gerechnet hatten. Der Umsatz lag mit 12,76 Milliarden Dollar ebenfalls über der Prognose von 12,6 Milliarden Dollar. Die Aktien von Marvell Technology Group legten um 8,7 Prozent zu auf 15,90 Dollar. Das Halbleiterunternehmen hat mit seinen Zweitquartalszahlen die Erwartungen des Marktes übertroffen und zudem einen über den Erwartungen liegenden Ausblick abgegeben. Novell gaben dagegen um 2,8 Prozent nach auf 4,58 Dollar, nachdem das Softwareunternehmen knapp unter den Erwartungen liegende Geschäftszahlen für das dritte Quartal berichtet hatte. Für Die Aktien der J. Crew Group ging es um 5 Prozent nach oben auf 34,40 Dollar, gestützt von ebenfalls besser als von Analysten prognostiziert ausgefallenen Quartalszahlen des Einzelhandelsunternehmens.

          Wall Street schließt nach Erholung im Tagesverlauf etwas fester

          Deutlich erholt von den anfänglichen Verlusten haben die Kurse an Wall Street am Donnerstag mit einer etwas festeren Tendenz den Handel beendet. Vor allem das Kursplus von Boeing habe das Sentiment beflügelt. Ebenfalls gesucht waren Werte aus dem Industrie- und Finanzsektor. Die Erholung des Ölpreises, der zwischenzeitlich unter 70 Dollar gefallen war, wirkte sich ebenfalls positiv aus. Die amerikanische Konjunkturdaten fielen im Rahmen der Erwartungen aus. Der Dow-Jones-Index für 30 Industriewerte (DJIA) schloss mit einem Plus von 0,4 Prozent oder 37 Punkten bei 9.581 und legte damit den achten Handelstag in Folge zu. Dies gelang zuletzt im April 2007. Zwischenzeitlich war der Index schon bis auf 9.459 Punkte zurückgefallen. Der S&P-500-Index erhöhte sich um 0,3 Prozent oder 3 Punkten auf 1.031. Der Nasdaq-Composite-Index kletterte um 0,2 Prozent oder 3 Punkte auf 2.028. Der Umsatz lag bei 1,28 (Mittwoch: 1,16) Milliarden Aktien. Dabei standen den 1.616 Kursgewinnern 1.379 -verlierer gegenüber; 124 Aktien schlossen die Sitzung unverändert.

          Allerdings zeigte sich ein Analyst zurückhaltend in Bezug auf die jüngsten Kursaufschläge. „Die vergangenen acht Tage zählen nicht. Erst nach dem 'Labor Day' wird es wieder interessant“, so der Teilnehmer. Er verwies zur Begründung auch auf die zuletzt relativ geringen Umsätze. Viele Investoren würden sich derzeit weiter zurückhalten. Das amerikanische Bruttoinlandsprodukt ist im zweiten Quartal um 1,0 Prozent geschrumpft. Damit haben die Statistiker eine frühere Berechnung bestätigt. Der Markt hatte mit einer Korrektur auf ein stärkeres Minus gerechnet. Die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe fielen im Rahmen der Erwartungen aus. Diese sind um 10.000 zurückgegangen, erwartet worden war ein Minus von 11.000. Die Daten wurden zwar insgesamt positiv bewertet, doch werde derzeit vor allem auf die Entwicklung der Konsumausgaben geachtet, so ein Analyst mit Blick auf die wichtige Kaufsaison am Jahresende.

          Tagesgewinner im DJIA waren die Aktien von Boeing mit einem Plus von 8,4 Prozent auf 51,82 Dollar. Der amerikanische Flugzeughersteller hat einen neuen Zeitplan für die Auslieferung seines Modells 787 „Dreamliner“ bekannt gegeben. Der Erstflug soll nun Ende des Jahres durchgeführt werden, und die erste Auslieferung wird für das vierte Quartal 2010 erwartet. Das Langstreckenflugzeug liegt inzwischen zwei Jahre hinter den ursprünglichen Zielen zurück. Ebenfalls mit Aufschlägen zeigten sich die Papiere von American International Group (AIG), die um 26,9 Prozent auf 47,84 Dollar zulegten. Hintergrund sind Spekulationen, dass CEO Robert Benmosche den früheren AIG-CEO Maurice Greenberg wieder in den Konzern einbinden könnte. Dies dürfte eine Kapitalerhöhung erleichtern. Die Aktien der Citigroup legten um 9,1 Prozent auf 5,05 Dollar zu und stiegen damit erstmals seit Mitte Januar wieder über die Marke von 5 Dollar.

          Bei den Industriewerten gewannen die Papiere von General Electric 0,6 Prozent auf 14,19 Dollar und die Aktien von 3M verbesserten sich um 0,3 Prozent auf 71,63 Dollar. Ebenfalls gesucht waren die Finanzwerte. Hier stiegen J.P.Morgan um 0,3 Prozent auf 43,45 Dollar und American Express schlossen die Sitzung mit einem Aufschlag von 2,5 Prozent bei 33,96 Dollar. Intel reduzierten stiegen um 0,2 Prozent auf 19,47 Dollar, nachdem J.P. Morgan die Gewinnschätzungen erhöht und das Kursziel auf 17 Dollar von 12 Dollar angehoben hat. Microsoft gewannen 0,6 Prozent auf 24,69 Dollar. Der Konzern senkt die Preise für die Spielekonsole „X-Box 360“. Damit folgt Microsoft einer Preissenkung für die „Playstation 3“ von Wettbewerber Sony.

          Amerikanische Anleihen im späten Handel mit etwas leichterer Tendenz

          Mit Abgaben haben sich die amerikanische Anleihen am Donnerstag im späten Handelsverlauf in New York gezeigt. Die Nachfrage bei der Auktion siebenjähriger Anleihen fiel geringer aus als erwartet. Auch die Aussagen von Jeffrey Lacker, Präsident der Federal Reserve Bank von Richmond, drückten auf das Sentiment. Die amerikanische Notenbank wird nach seiner Aussage das Volumen ihrer Käufe von mit Hypotheken hinterlegten Wertpapieren möglicherweise nicht voll ausschöpfen. Zehnjährige Anleihen mit einem Kupon von 3,625 Prozent fielen um 7/32 auf 101-11/32 und rentierten mit 3,46 Prozent. Der mit 4,500 Prozent verzinste 30-jährige Staatsanleihe reduzierte sich um 15/32 auf 104-20/32. Seine Rendite stieg damit auf 4,23 Prozent.

          Die Wirtschaft stabilisiere sich und werde im späteren Jahresverlauf wieder wachsen und der Liquiditätsbedarf der Banken werde sinken, sagte Lacker. Daher werde er genau prüfen, ob der zusätzlichen Impuls durch weitere Käufe im Rahmen des Programms für MBS-Papiere benötigt werde. Auch die Bestätigung der Prognose für den Rückgang des amerikanische Bruttoinlandsprodukts (BIP) belastete. Entgegen den Erwartungen der von Dow Jones Newswires befragten Volkswirte kam es nicht zu einer Abwärtsrevision des vorläufigen BIP-Ausweises. Das BIP verringerte sich damit zwischen April und Juni um annualisiert 1,0 Prozent gegenüber dem Vorquartal, was der ersten Schätzung vom 31. Juli entsprach. Volkswirte hatten jedoch mit einer Revision des BIP-Rückgangs auf annualisiert 1,5 Prozent gerechnet. Im ersten Quartal war die amerikanische Wirtschaft um 6,4 Prozent geschrumpft. Die ebenfalls am Berichtstag veröffentlichten Daten zu den wöchentlichen Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe fielen im Rahmen der Erwartungen aus. Die Nachfrage institutioneller Investoren bei der Auktion siebenjähriger Papiere im Volumen von 28 Milliarden Dollar war geringer als noch im Vormonat. Die Zahl der indirekten Gebote, also von ausländischen Investoren und Notenbanken, lag bei 61,2 Prozent, nach 62,5 Prozent im Juli. Es sei weiterhin schwierig neue Anleihen am Markt zu platzieren, so ein Händler. Die Nachfrage ausländischer Investoren sei auch bei den beiden vorangegangenen Auktion in dieser Woche eher zurückhaltend gewesen, hieß es weiter.

          Aktien Lateinamerika Schluss: Erneut uneinheitlich

          Die größeren Börsen in Lateinamerika haben den Wertpapierhandel am Donnerstag uneinheitlich geschlossen. In der brasilianischen Wirtschaftsmetropole Sao Paulo verlor der Aktien-Index Bovespa 61,84 Punkte und gab damit um 0,11 Prozent auf 57.703,85 Zähler nach. In der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires blieb der Merval im Vergleich zum Mittwoch praktisch unverändert: Er schloss mit 1.778,34 Punkten (Vortag: 1.778,26 Punkte). In Mexiko-Stadt konnte der IPC-Index dagegen zulegen: Er stieg um 224,41 Zähler oder 0,80 Prozent auf einen Endstand von 28.437,26 Punkten.

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