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Marktbericht : Dax im Flirt mit 5.000 Punkten

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Der deutsche Aktienmarkt setzt am Freitag den Aufwärtstrend der vergangenen fünf Handelstage zunächst fort und tendiert freundlich. Händler verweisen auf die positiven Kursvorgaben von den Übersee-Börsen und die „positiven Überraschungen“ von Unternehmensseite.

          Nach vier Gewinntagen in Folge sind die deutschen Aktienmärkte auch mit Aufschlägen in den Wochenausklang gestartet. Der Dax übersteigt dabei erstmals seit rund fünf Wochen wieder zeitweise die Marke von 5.000 Punkten. „Zuerst Goldman Sachs und Intel, jetzt IBM und Google - die Reihe der überraschend positiven Quartalsberichte setzt sich fort. Das zwingt immer mehr institutionelle Investoren, auf den schneller werdenden Zug aufzuspringen“, sagt ein Händler. Gegen 9.40 Uhr steigt der Leitindex um 1 Prozent oder 48 Zähler auf 5.005. Im Tageshoch hatte er bereits 5.017 Punkte erreicht.

          Für die gute Stimmung unter den Börsianern haben in erster Linie die Zahlenwerke der beiden Technologie-Giganten IBM und Google gesorgt. Beide Unternehmen haben die jüngste Reihe der positiven Überraschungen fortgesetzt und die Gewinnschätzungen der Analysten übertroffen. „Big Blue“ hat darüber hinaus seine Prognose für das laufende Jahr angehoben. Nachdem die Gewinnerwartungen seit nunmehr sechs Quartalen unter Druck gestanden hätten, zeichne sich nunmehr erstmals eine Stabilisierung ab, glaubt Aktienmarktstratege Andreas Hürkamp von der Commerzbank.

          Gleichzeitig steht der Markt im Schatten des Eurex-Verfalls. Händler erwarten unter Verweis auf die offenen Positionen, dass der Dax zum Verfall bei 5.000 Punkten gedeckelt sein könnte. Weitere Impulse werden von den Geschäftszahlen von General Electric um 12.30 Uhr erwartet. Daneben legen Bank of America und Citigroup Quartalsberichte vor. Außerdem , am Nachmittag werden Zahlen zum amerikanische Immobilienmarkt veröffentlicht.

          Gesucht sind angesichts der sich aufhellenden Perspektiven für Konjunktur und Unternehmensgewinne in erster Linie Zykliker und Finanzwerte. Die Aktien der Deutsche Börse rücken um 2,5 Prozent auf 57,90 Euro vor, die Werte der Hannover Rück steigen um 1,8 Prozent auf 25,83 Euro. Für Deutsche-Bank-Aktien geht es um 1,1 Prozent auf 48,50 Euro nach oben, nachdem die UBS die Aktie auf seine Liste der „Key Calls“ genommen hat.

          Für BMW-Aktien geht es um 1,8 Prozent auf 29 Euro nach oben. Nomura hat die Einstufung auf „Neutral“ von „Reduce“ angehoben und das Kursziel auf 31 Euro von 26 Euro erhöht. Bayer verteuern sich um 1,4 Prozent auf 37,88 Euro. Die gute Stimmung im Technologiesektor zieht SAP um 1,7 Prozent auf 30,39 Euro nach oben.

          Am anderen Ende des Index fallen die Aktien von K+S um 1,3 Prozent auf 38,37 Euro zurück. Laut Wettbewerber Potash sind die Lagervorräte für Kali im Juni weiter gestiegen und betragen nunmehr 115 Prozent des Durchschnittbestands der vergangenen 5 Jahre. „Das deutet nicht auf ein Ende des Preisdrucks hin“, sagt ein Händler.

          Die Metropapiere stehen mit Prognosen zum Cash-and-Carry-Geschäft im Blick des Markts. Das Unternehmen rechnet mit einem Ende der Talfahrt. Heino Ruland von Ruland Research beurteilt die Entwicklung allerdings eher negativ. Dies zeige der Ausblick auf das Ebit von 130 Millionen bis 150 Millionen Euro im Jahr 2012. „Das ist nichts anderes als das Einsparvolumen“, so Ruland. Metro will 150 Millionen Euro einsparen, unter anderem mit dem Streichen von 1.340 Stellen. Für Metro geht es um 0,2 Prozent auf 37,79 Euro nach unten.

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