https://www.faz.net/-gv6-6nmiv

Marktbericht : Dax hält sich knapp im Plus

  • Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Der gegen den Dollar korrigierende Euro hat dem Dax zum Wochenstart etwas auf die Beine geholfen. Der tiefere Wechselkurs komme der exportorientierten deutschen Wirtschaft entgegen, begründeten Händler das leichte Plus beim Dax.

          Ein gegen den Dollar weiter korrigierender Euro hat dem Dax zum Wochenstart etwas auf die Beine geholfen. Allerdings bremsten am Montagnachmittag enttäuschende amerikanische Daten und die verhaltene Entwicklung der Wall Street den deutschen Leitindex. Er schloss mit Gewinnen von 0,17 Prozent bei 6.066,92 Punkten deutlich unter seinem Tageshoch.

          Die Verfassung der Gemeinschaftswährung sei zwar Ausdruck der Schuldenkrise in der Währungszone, komme andererseits aber der exportorientierten deutschen Wirtschaft entgegen, begründeten Händler das leichte Plus beim Dax. Die anderen Indizes hielten sich weniger gut: Der MDax verlor 1,41 Prozent auf 8.171,70 Punkte und für den TecDax ging es um 0,83 Prozent auf 765,99 Punkte bergab.

          Aktien exportirientierter Unternehmen sind gefragt

          Die Aktien exportorientierter Unternehmen gehörten zu den Favoriten der Anleger. So verteuerten sich etwa Titel des Nutzfahrzeugherstellers MAN um 1,87 Prozent auf 71,49 Euro und Anteilsscheine des Chemie- und Pharmakonzerns Bayer legten um 0,92 Prozent auf 47,75 Euro zu. Im Bankensektor sah die Entwicklung indes uneinheitlich aus. Titel der Deutschen Bank, die wegen Berichten über Untersuchungen zu Betrugsvorwürfen den Aktien der Commerzbank zuletzt hinterher gehinkt waren, gewannen 0,77 Prozent auf 49,125 Euro. Dagegen wurden Commerzbank-Aktien von neuen Diskussionen um Bonuszahlungen belastet und büßten 1,31 Prozent auf 6,020 Euro ein.

          Erneute Behinderungen des europäischen Flugverkehrs durch Vulkanasche ließen die Papiere der Lufthansa um 1,64 Prozent auf 11,365 Euro sinken. Bei Infineon trieb dagegen ein Zeitungsartikel, dem zufolge der Chipkonzern mit dem amerikanische Rivalen Intel über den Verkauf seiner Sparte für Mobilfunkchips verhandelt, die Aktien um 0,87 Prozent auf 5,082 Euro hoch. Hochtief-Titel erlitten nach Zahlen am MDax-Ende Abschläge von 7,65 Prozent auf 54,33 Euro. Negativ werteten Börsianer vor allem einen Rückgang beim Auftragseingang des Bau- und Dienstleistungskonzerns. Auch ein schwacher Ausblick der australischen Tochter Leighton habe enttäuscht.

          Der europäische Leitindex EuroStoxx 50 beendete den Tag geringfügige 0,05 Prozent höher bei 2635,34 Punkten. Der Cac-40 in Paris schloss schwächer, der Londoner FTSE 100 dagegen kaum verändert. In New York notierte der Dow Jones zum europäischen Handelsschluss im Minus.

          Nur kurze Erholung des Euro - kurzzeitig unter 1,23 Dollar

          Der Euro ist am Montagnachmittag kurzzeitig bis über die Marke von 1,24 Dollar gestiegen, nachdem er im asiatischen Handel bei 1,2234 Dollar noch ein neues Vierjahrestief markiert hatte. „Wir werden immer wieder Zwischenerholungen in der Abwärtsbewegung sehen“, heißt es aus dem Handel. Nach dem deutlichen Wertverlust in der Vorwoche könnten diese auch stärker ausfallen. Doch oberhalb der 1,24 Dollar kam sofort Abgabebereitschaft an den Markt. „Erholungen werden momentan genutzt, Euro-Positionen abzubauen“, heißt eine Erklärung. Am späten Nachmittag rutschte der Kurs des Euro sogar unter die Marke von 1,23 Dollar.

          Beobachter befürchten mit Blick auf die Schuldenkrise in Griechenland nun nicht nur Ansteckungsgefahren für die gesamte Eurozone. Zunehmend mache man sich auch Sorgen um die wirtschaftlichen Folgen der Haushaltskonsolidierungspläne, heißt es. Anleger sorgten sich zunehmend über einen Verbleib oder Rückfall der Eurozone in die Rezession mit den entsprechenden Auswirkungen auf das globale Wirtschaftswachstum.

          Die Europäischen Zentralbank gab am Nachmittag bekannt, bis Freitag Staatsanleihen mit einem Volumen von 16,5 Milliarden Euro gekauft zu haben. Für die nächste Woche plant die Notenbank eine weitere Transaktion dieser Art. Die EZB hatte angesichts der Schuldenkrise in Europa beschlossen, ein Kaufprogramm für Staatsanleihen aufzulegen. Nach Händlerangaben wurden vor allem griechische, portugiesische, spanische, irische und italienische Staatsanleihen gekauft. Die Zentralbank gab zudem bekannt, dass die geldpolitischen Effekte der Staatsanleihenkäufe neutralisiert werden sollen. Die durch die Käufe von Staatsanleihen in den Markt gegebene Liquidität will die EZB durch verzinsliche Termineinlagen wieder abziehen. „Damit sorgt die EZB dafür, dass durch ihre Anleihekäufe der Euro nicht zusätzlich belastet wird“, heißt es aus dem Handel. Die Feinunze Gold notiert zum Nachmittag-Fixing bei 1.236 Dollar, nachdem sie am Vormittag in London mit 1.230,25 Dollar festgestellt wurde.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Handelsabkommen mit Bolsonaro : Berlin ist dafür, Paris dagegen

          Die Bundesregierung will das Mercosur-Freihandelsabkommens ratifizieren. Frankreich und andere EU-Staaten hatten wegen der Haltung Brasiliens zu den Bränden am Amazonas eine Blockade gefordert. Droht kurz vor dem G-7-Gipfel Streit zwischen Berlin und Paris?
          Wer macht’s? Annalena Baerbock und Robert Habeck

          Grüne Kanzlerkandidatur : Baerbock oder Habeck?

          Die grüne Spitze kommt gut an. Doch Annalena Baerbock und Robert Habeck wollen nicht darüber reden, wer Kanzlerkandidat wird und mit wem sie im Bund koalieren wollen.
          Verkehrsminister Andreas Scheuer

          Maut-Debakel : Neue Vorwürfe gegen Scheuer

          Die Pkw-Maut kommt nicht - jetzt werden die Verträge aufgearbeitet. Hat Verkehrsminister Scheuer getrickst, damit die Mauterhebung billiger aussieht?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.