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Marktbericht : Dax gibt nach

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Der deutsche Aktienmarkt nimmt nach seinem starken Anstieg in den vergangenen Wochen einen Rückschlag hin. Nicht nur die Sorgen um eine weltweite Grippeepidemie nach dem Ausbruch der Schweinegrippe in Mexiko belasten.

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          Negative Vorgaben haben am Montag für Kursverluste am deutschen Aktienmarkt gesorgt und den Dax nach seinem kräftigen Anstieg am Ende der Vorwoche ausgebremst. Befürchtungen über eine weltweite Grippeepidemie nach dem Ausbruch der Schweinegrippe in Mexiko sorgten für neue Unsicherheit an den weltweiten Finanzmärkten, sagte Aktienhändler Matt Buckland von CMC Markets. Das habe die amerikanische Futures nach unten gedrückt. In den ersten Handelsminuten fiel der Leitindex Dax um 1,57 Prozent auf 4.600,82 Zähler. Der MDax der mittelgroßen Werte gab um 0,93 Prozent auf 5.402,76 Punkte nach, der Technologiewerte-Index TecDax verlor 1,08 Prozent auf 558,74 Punkte.

          An der deutschen Börse hätten die Anleger nach dem jüngsten Kursanstieg zudem ihre Gewinne mitgenommen, betonten Börsianer. Der Future auf den amerikanische Leitindex Dow Jones verlor seit Xetra-Schluss 1,41 Prozent. Im Fokus stehen neben dem GfK-Konsumklimaindex in Deutschland auch die Unternehmenszahlen von Merck KGaA, Kontron und Krones.

          Die Sorgen um eine weltweite Grippeepidemie belasteten vor allem Tourismus- und Luftfahrtwerte, sagten Händler. Die Aktien von Tui fielen um 5,73 Prozent auf 7,57 Euro, und für die Papiere von Air Berlin ging es um 5,25 Prozent auf 3,79 Euro nach unten. Titel der Lufthansa wurden ex Dividende in Höhe von 0,70 Euro bei 8,405 Euro gehandelt.

          Die Zahlen des Pharma- und Spezialchemiekonzerns Merck KGaA fielen einem Händler zufolge „gemischt“ aus. Während der Umsatz die durchschnittlichen Erwartungen etwas übertroffen habe, habe der Gewinn vor Zinsen und Steuern und der Ertrag je Aktie ein wenig enttäuscht. Der Nachfrageeinbruch im Chemiegeschäft hatte den Gewinn von Merck im ersten Quartal deutlich geschmälert. Der Ausblick hingegen klinge in Ordnung, sei aber nicht wirklich aufregend. Merck-Aktien zählten zu den wenigen Gewinnern im frühen Handel. Sie stiegen an der Indexspitze um 2,95 Prozent auf 68,32 Euro.

          Bankaktien hingegen notierten in der Verlustzone. Die Titel der Commerzbank etwa sanken um 5,89 Prozent auf 4,79 Euro. Die Finanzkrise trifft die deutschen Banken laut „Süddeutsche Zeitung“ deutlich stärker als bisher bekannt, was aus einer internen Aufstellung der Finanzaufsicht Bafin hervorgehe, die der Zeitung vorliege. Allein bei der Commerzbank seien nach der Bafin-Aufstellung Wertpapiere und Kredite im Wert von 101 Milliarden Euro von der Finanzkrise betroffen, wobei 49 Milliarden Euro aus der Bilanz der übernommenen Dresdner Bank stammten. Ein Sprecher der Commerzbank sagte der Zeitung: „Wir wissen nicht, wer die Zahlen zusammengestellt hat und können sie auch nicht nachvollziehen.“

          Titel der Deutschen Bank jedoch gaben weniger stark nach und gaben nur um 0,22 Prozent auf 41,00 Euro nach. Händler verwiesen auf einen Bericht des „Handelsblatt“, demzufolge der Branchenprimus im ersten Quartal das langfristige Ziel von 25 Prozent Eigenkapitalrendite vor Steuern voraussichtlich wieder erreicht haben soll.

          Im MDax fielen die Aktien von Kuka mit einem Abschlag von 7,34 Prozent auf 10,23 Euro an das Indexende. Die Autoflaute hat dem Roboterhersteller zu Jahresbeginn das Geschäft verdorben. Zudem enttäuscht Kuka mit seinem Gewinnausblick auf 2009.

          Kontron-Titel verloren im TecDax 2,99 Prozent auf 8,10 Euro. Der Umsatz des Minicomputer-Hersteller stagnierte im ersten Quartal und wegen der Produktionsverlagerung nach Asien verbuchte Kontron einen Gewinnrückgang. Damit lag Kontron etwas unter den Gewinnprognosen.

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