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Marktbericht : Dax dreht zum Handelsende hin noch ins Minus

  • Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Der Dax ist am Freitag einmal mehr im späten Handel ins Minus gerutscht. Als Grund führten Börsianer erneut enttäuschende Daten aus Amerika an. Der deutsche Leitindex schloss mit einem Verlust von 0,28 Prozent bei 6.211,34 Punkten.

          Dieses Mal war nach Angaben von Händlern eine stärker als erwartet eingetrübte Stimmung der amerikanischen Einkaufsmanager im verarbeitenden Gewerbe Auslöser für die späten Kurseinbußen. Auf Wochensicht ging es mit dem deutschen Leitindex um knapp 1,4 Prozent nach unten. Der MDax sank am Freitag um 0,05 Prozent auf 8.763,35 Punkte, der TecDax um 0,35 Prozent auf 778,72 Punkte.

          Die amerikanischen Börsen sind am Freitag verhalten in das letzte Jahresviertel gestartet. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,4 Prozent höher bei 10.829 Punkten, nachdem er im Handelsverlauf zwischen 10.780 und 10.866 Zählern gependelt war. Der breiter gefasste S&P-500 legte ebenfalls 0,4 Prozent auf 1146 Zähler zu. Der Index der Technologiebörse Nasdaq tendierte 0,1 Prozent höher bei 2370 Punkten.

          Im Tagesverlauf hatten zwischenzeitlich noch Konjunkturdaten aus China die deutschen Indizes in die Pluszone gehoben. Dort war der Einkaufsmanager-Index (PMI) auf den höchsten Stand seit fünf Monaten gestiegen. „Vor dem Hintergrund unterschiedlicher Impulse aus Asien und Amerika mussten sich die Anleger am heutigen Handelstag erstmal sortieren“, sagte Analyst Tobias Reichert von IG Markts. Insgesamt herrsche nach wie vor eine große Unsicherheit am Markt.

          BMW-Aktie leidet unter Rückrufaktion

          Abgeschlagen am Ende des Dax lagen die Aktien von BMW, die sich um 4,16 Prozent auf 49,300 Euro verbilligten. Belastend wirkten Händlern zufolge Gewinnmitnahmen sowie Nachrichten aus Amerika: Dort ruft der Münchener Autobauer etwa 200.000 Fahrzeuge wegen möglicher Probleme mit Bremssystemen in die Werkstätten. Nicht einmal starke Absatzzahlen konnten den Kurs stützen: Diese hatte BMW im September den Absatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 16 Prozent gesteigert.

          Ebenfalls klar im Minus notierten die Aktien von Metro. Sie verloren 2,58 Prozent auf 46,520 Euro. Dies führten Börsianer auf überraschend schwache August-Umsätze im deutschen Einzelhandel zurück.

          Am anderen Ende des Dax zeigten sich mit plus 2,55 Prozent auf 24,530 Euro die Papiere von ThyssenKrupp. Sie profitierten davon, dass sich Experten des Analystenhauses Nomura angesichts positiver Konjunkturerwartungen, voller Orderbücher und anhaltend hoher Kapazitätsauslastungen optimistisch zur Stahlbranche geäußert hatten.

          Solarwerte unter den Tagesfavoriten

          Chemiewerten kam ebenfalls eine positive Studie zugute, in der BASF und Lanxess die stärkste Gewinndynamik in der Branche in Aussicht gestellt wurde. Entsprechend gewannen BASF-Titel 1,33 Prozent auf 46,870 Euro, Lanxess-Papiere im MDax sogar 4,04 Prozent.

          Übernahmefantasien verhalfen den Papieren des Pharmahändlers Celesio zu einem Aufschlag von 3,45 Prozent auf 16,510 Euro. Ein Händler sagte, das Unternehmen werde nach wie vor als Übernahmekandidat gehandelt. Der Großaktionär Haniel halte immer noch mehr als 50 Prozent, wolle aber raus aus dem Investment.

          Im TecDax zählten Solarwerte zu den Favoriten. Phoenix Solar und Centrotherm Photovoltaics gewannen zwischen 2,55 und 1,20 Prozent. In einer Studie war auf Statistiken der Bundesnetzagentur verwiesen worden, wonach die Zahl der Photovoltaik-Installationen im ersten Halbjahr 2010 stärker als erwartet gestiegen sind.

          Dollar zum Euro weiter auf dem Rückzug

          Der EuroStoxx 50 büßte 0,55 Prozent auf 2.732,91 Punkte ein. Der Pariser Cac 40 machte Verluste, während der FTSE 100 in London im Plus schloss. An der Wall Street lag der Leitindex Dow Jones Industrial Industrial zum europäischen Handelsschluss über seinem Vortagsschluss.

          Am Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 2,08 (Vortag: 1,98 Prozent). Der Rentenindex Rex fiel um 0,26 Prozent auf 128,03 Punkte. Der Bund Future lag um 0,08 Prozent niedriger bei 131,33 Punkten. Der Kurs des Euro legte zu: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3726 (1,3648) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7285 (0,7327) Euro.

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