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Marktbericht : Dax & Co. mit spürbaren Abgaben - Rentenmarkt auf Rekordkurs

  • Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Gewinnmitnahmen prägen das Bild am deutschen Aktienmarkt. Am Rentenmarkt bewegt sich der Terminkontrakt Bund-Future auf Rekordkurs. Anleger warten derweil schon auf den Zinsbeschluß der amerikanischen Notenbank.

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          Gewinnmitnahmen prägen das Geschäft am deutschen Aktienmarkt am Montagmittag. Das teure Öl werde zum Anlaß genommen, erst einmal Gewinne einzufahren. Besonders betroffen davon seien ausgewählte zyklische Titel wie die Automobilhersteller, Lufthansa oder derzeit auch Linde. Kurzfristig sei im Dax ein Test der Marke von 4.500 Punkten möglich, über den Tag hinaus auch ein Rückschlag in den Bereich um das ehemalige Ausbruchsniveau bei 4.430 Punkten, heißt es. Für diesen Fall positionierten sich Marktteilnehmer derzeit in ausgewählten defensiven Werten wie FMC oder Altana.

          Der Dax büßt 0,84 Prozent auf 4.528 Zähler ein. Der MDax verliert 1,1 Prozent auf 6.235 Punkte. Der TecDax gibt 1,1 Prozent auf 534 Stellen nach. Freundlich sieht das Bild dagegen am Rentenmarkt aus. Nach einem verhaltenen Handelsauftakt legt der wegweisende, auf langlaufende Bundesanleihen gemünzte Terminkontrakt Bund-Future 19 Basispunkte auf 123,62 Prozent zu und könnte ein neues Rekordhoch auf Schlußkursbasis markieren. Der Euro verbessert sich gegenüber der amerikanischen Währung um 0,4 Prozent auf 1,2175 Dollar.

          Warten auf Zinsbeschluß der amerikanischen Notenbank

          Kurzfristig fehle Aktien die Unterstützung von der Währungs- und Zinsseite, heißt es unter Marktteilnehmern. Die Schatten voraus werfe bereits die Sitzung der amerikanischen Notenbank am Donnerstag, von der eine weitere Zinserhöhung um einen viertel Prozentpunkt erwartet wird. Der wie erwartet ausgefallene ifo-Index spielt keine Rolle. Ein Händler kann den Verlusten allerdings auch etwas Positives abringen. Nach den deutlichen Gewinnen zuletzt sei eine Gegenbewegung schon lange überfällig gewesen. Das könnte die Grundlage für spätere Kursschube bilden. Die nächste charttechnische Unterstützung liege für den Dax bei 4.500 Zählern.

          Unter Druck stehen Technologiewerte wie Siemens, die 1,5 Prozent auf 61,04 Euro nachgeben, oder SAP, die ein Prozent auf 139,37 Euro verlieren. Versorger geben ebenfalls nach. Der Automobilsektor leidet unter Gewinnmitnahmen, nachdem der Euro wieder deutlich über die Marke von 1,21 Dollar gestiegen ist. Volkswagen verlieren ein Prozent auf 37,64 Euro, BMW 0,6 Prozent auf 36,57 Euro und DaimlerChrysler 1,4 Prozent auf 33,46 Euro. Unter dem steigenden Ölpreis leiden Lufthansa, die 1,7 Prozent auf 9,99 Euro nachgeben.

          BASF im Plus

          Recht gut können sich Tui halten, die lediglich 0,2 Prozent auf 20,37 Euro nachgeben. Die “Berliner Zeitung“ schrieb, der Konzern habe sowohl bei den Buchungen als auch beim Umsatz für das Sommergeschäft ein Plus von 10 Prozent erzielt. Tui erklärte hierzu, die genannten Zahlen seien nicht neu gewesen, sondern hätten dem Stand des ersten Quartals 2005 wiedergegeben. Der Reisekonzern will am 29. Juli aktuelle Buchungszahlen für die laufende Sommersaison vorlegen, teilte ein Sprecher mit. Etwas Gegenwind für die Touristik-Aktien komme zudem vom hohen Ölpreis, heißt es. Im Plus notieren BASF. Händler verweisen auf Medienberichte, nach denen das Unternehmen die Ziele bekräftigt hat und bei den Sparmaßnahmen „Milestones“ erreicht habe. Die Aktie gewinnt 0,8 Prozent auf 55,31 Euro.

          Bei Adidas warten die Anleger auf die Bekanntgabe der Nike-Zahlen, die vor Börsenbeginn an der Wall Street erwartet werden. Bis dahin tendiert die Aktie mit einem Minus von 0,2 Prozent auf 139,95 Euro. Metro büßen 0,9 Prozent auf 41,26 Euro ein und Linde 1,2 Prozent auf 54,93 Euro. Im Pharmabereich stehen Stada weiter im Fokus der Anleger. Laut “Handelsblatt“ lässt das Unternehmen Abwehrstrategien gegen eine feindliche Übernahme ausarbeiten. Stada büßen im Zuge von Gewinnmitnahmen nach den massiven Aufschlägen vom Freitag drei Prozent auf 29,35 Euro ein, Schwarz Pharma verlieren 1,3 Prozent auf 38,09 Euro.

          Schering sitzt auf ordentlichen Barmitteln

          Schering halten sich mit einem Minus von 0,5 Prozent auf 51,47 Euro recht gut. Händler verweisen auf Aussagen vom Analystentag. Dort habe Schering auf einen ordentlichen Bestand an Barmitteln verwiesen. Das wiederum könnte Schering Zukäufe ermöglichen oder ein Aktienrückkaufprogramm, heißt es am Markt.

          Die amerikanischen Terminkontrakte auf Aktienindizes (Futures) indizieren eine knapp behauptete Eröffnung an Wall Street.

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