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Marktbericht : Dax auf technischem Erholungskurs

  • Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Der Dax hat sich am Donnerstag deutlich von den Kursverlusten der vergangenen Tage erholt. “Die Anleger reagieren derzeit auf alles positiv, was nach einem Hoffnungsschimmer im Kampf gegen die Katastrophe in Japan aussieht“, heißt es.

          Die Hoffnung auf einen Erfolg im Kampf gegen die Atomkatastrophe in Japan hat den Dax am Donnerstag angetrieben. Nach dem Kursrutsch der letzten Tage schloss der Leitindex deutliche 2,20 Prozent höher bei 6.656,88 Punkten. Für den MDax ging es um 1,83 Prozent auf 9.741,09 Punkte nach oben, der TecDax gewann 2,15 Prozent auf 873,22 Punkte.

          „Die Anleger reagieren derzeit auf alles positiv, was nach einem Hoffnungsschimmer im Kampf gegen die Katastrophe in Japan aussieht“, sagte Händler Thomas Stengl von der Postbank. Marktanalyst Andre Saenger sah eine Erholung der Börsen mangels neuer Schreckensnachrichten. Das japanische Militär kämpft mit allen Mitteln gegen Kernschmelzen im Katastrophen-Kraftwerk Fukushima. Mit Wasser-Abwürfen aus der Luft und Spritzkanonen am Boden versuchen die Soldaten, den havarierten Reaktor 3 zu kühlen. Der Betreiber Tepco wertete den Einsatz als Erfolg.

          Konjunktursensible Aktien gehörten zu den größten Gewinnern im Dax. Sie waren zuletzt angesichts der Atomkatastrophe stark unter Druck geraten. Nun verteuerten sich etwa die Siemens-Titel - auch dank einer positiven Studie - um 4,37 Prozent auf 90,21 Euro. Ein Börsianer verwies ferner auf die starke Positionierung des Konzerns im Bereich Alternativer Energien. Auch die zuletzt gebeutelten Versicherungstitel Allianz, Munich Re und Hannover Rück konnten sich deutlich erholen. Händler verwiesen auf Medienberichte, denen zufolge die zuständige europäische Regulierungsbehörde davon ausgehe, dass die Branche die Folgen der Ereignisse in Japan auffangen könne.

          Die Aktien von HeidelbergCement kletterten als Dax-Spitzenreiter um 4,70 Prozent auf 46,855 Euro. Für das laufende Geschäftsjahr peilt der Baustoffkonzern weitere Zuwächse bei Umsatz und operativem Ergebnis an. Die Papiere der Lufthansa gaben einen Teil ihrer frühen Gewinne ab und legten nur noch um unterdurchschnittliche 1,33 Prozent auf 13,745 Euro zu. Die Fluggesellschaft erwartet im laufenden und im kommenden Jahr trotz harter Zeiten einen höheren operativen Gewinn.

          Im MDax rückten die Papiere der SGL Group um 8,71 Prozent auf 35 Euro vor. Der Kohlenstoffspezialist erfüllte mit einem kräftigem Umsatz- und Gewinnplus seine Jahresziele 2010 und will im laufenden Jahr weiter deutlich zulegen. Der Spezialchemiekonzern Lanxess ließ dank starker Kautschuk- und Kunststoffgeschäfte die Krise 2010 mit einem Rekordergebnis hinter sich. Börsianer aber konnten sich dafür kaum begeistern. In der Folge sanken die Aktien um 1,57 Prozent auf 48,335 Euro.

          Der EuroStoxx 50 beendete den Tag 2,39 Prozent höher bei 2786,16 Punkten. In Paris und London ging es für die Börsen ebenfalls deutlich nach oben. Der New Yorker Dow Jones Industrial stand zum europäischen Handelsschluss rund 1,3 Prozent im Plus.

          Kurse von Yen, Franken und Euro zeigen sich sehr fest

          Am Devisenmarkt zeigen sich am Donnerstagnachmittag leichte Gegenbewegungen - sowohl, was den Yen betrifft, als auch was das Verhältnis Euro/Dollar angeht. Der Euro, der am Vormittag mit 1,4053 Dollar den höchsten Stand in diesem Jahr markiert hat, liegt mittlerweile nur noch leicht über 1,40 Dollar. Marktteilnehmer verweisen auf die amerikanische Konjunkturdaten und dabei in erster Linie auf den Index der Federal Reserve Bank von Philadelphia, der im März einen kräftigen Satz auf 43,4 von 35,9 Punkten gemacht hat. „Der Indikator befindet sich damit auf seinem höchsten Stand seit 1984 und liegt deutlich über den Spitzenwerten, die in den letzten Boom-Phasen erreicht wurden“, merkt ein Volkswirt der Postbank an. Allerdings wiesen die Preisindikatoren auf einen deutlichen Aufwärtstrend des Preisniveaus hin. „Dies ist ein weiteres Indiz, dass sich der Aufwärtstrend der Preise in den Vereinigten Staaten weiter beschleunigen dürfte“, so der Volkswirt. Der Anstieg der amerikanische Verbraucherpreise unterstreicht die inflationäre Entwicklung. Er hat sich im Februar infolge höherer Energie- und Nahrungsmittelpreise um 0,5 Prozent gegenüber dem Vormonat verstärkt. Die wider Erwarten leicht gesunkene amerikanische Industrieproduktion hat dagegen keine große Rolle gespielt. Sollte der Euro die Marke von 1,40 Dollar doch noch nachhaltig überwinden, sei ein Anstieg an das November-Hoch bei knapp 1,43 Dollar möglich, heißt es mit Blick auf die technische Situation.

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