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Marktbericht : Dax auf neuem 19-Monats-Hoch

  • Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Spekulationen auf begrüßenswerte Unternehmensergebnisse treiben den Dax am Montag auf eine neues 19-Monats-Hoch. Indes wirkt die sich weiter zuspitzende Spekulation gegen Griechenland belastend.

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          Gestützt auf kräftige Kursgewinne des Index-Schwergewichts Siemens ist der Dax am Montag auf ein neues Jahreshoch geklettert. Der deutsche Leitindex stieg um 1,2 Prozent auf 6332 Punkte und liegt damit auf dem Niveau vom September 2008. Der MDax legte um 1,2 Prozent auf 8642 Punkte zu und der TecDax gewann 0,6 Prozent auf 845 Punkte.

          Grund sind anhaltende Spekulationen auf gute Unternehmensergebnisse. „Für den Aktienmarkt sieht es nicht so schlecht aus, denn die Bilanzsaison verläuft sowohl in den Vereinigten Staaten als auch in Deutschland ermutigend“, sagt ein Börsianer. „Außerdem ist immer noch jede Menge Liquidität vorhanden, die dringend nach Anlagemöglichkeiten sucht.“

          Einige Händler warnten allerdings vor Euphorie: „Beim Thema Griechenland ist die Kuh noch lange nicht vom Eis. Sollte aus dieser oder einer anderen Ecke neue Hiobs-Botschaften kommen, kann alles wie ein Kartenhaus in sich zusammenfallen.“

          Griechenland-Krise spitzt sich weiter zu

          Die Erleichterung über das offizielle Hilfe-Ersuchen Griechenlands an die EU und den Internationalen Währungsfonds (IWF) war über das Wochenende verflogen. Die von Anlegern geforderten Risikoaufschläge (Spreads) für zehnjährige griechische Staatsanleihen kletterten auf neue Hochs von 6,3 Prozentpunkten über der Bundesanleihe.

          Am Markt für Kreditausfall-Versicherungen zogen die griechischen Credit Default Swaps (CDS) abermals auf einen Rekordwert von 626 Basispunkten an. Der Euro gibt den Großteil seines Gewinns vom Freitag wieder ab und notierte bei 1,33 Dollar.

          Hoffnung auf Siemens und Commerzbank

          An der Spitze im Dax standen Siemens mit einem Plus von 4 Prozent auf 75,72 Euro. Medienberichten zufolge will der Münchener Technologiekonzern seine Prognose für den operativen Gewinn im laufenden Jahr auf „mindestens 7,5 Milliarden Euro“ anheben. „Für weitere Kursgewinne wäre eine Anhebung wünschenswert, denn die Aktie ist bereits recht teuer“, sagt ein Börsianer. Siemens will am Donnerstag seine Quartalsergebnisse veröffentlichen.

          Stark gefragt waren auch die Aktien der Commerzbank, deren Kurs um 2,5 Prozent auf 6,278Euro steigt. Dem Börsenbrief „Platow Brief“ zufolge verzeichnete das Institut ein starkes erstes Quartal.

          Auf der Verliererseite stehen dagegen Merck, nachdem sich die Analysten der Citigroup pessimistisch zu den Geschäftsaussichten des Pharma- und Spezialchemiekonzerns geäußert hatten. Mögliche Kürzungen der Arzneimittelausgaben in Europa spiegelten sich bislang weder in den Analystenprognosen noch im Aktienkurs wider. Der Aktienkurs fiel um 0,9 Prozent auf 63,22 Euro.

          Hoffnungen auf Conti und Heideldruck

          Im Nebenwerte-Index MDax gehörten Gildemeister zu den Spitzenreitern. Börsianern zufolge löste der Sprung über die Marke von 10,59 Euro, an der die Aktie in den vergangenen Wochen mehrfach gescheitert war, neue Käufe aus. Die Titel schlossen 3,9 Prozent fester bei 10,73 Euro.

          Diskussionen über gute Gewinnaussichten sorgten auch bei den Aktien von Continental und Heidelberger Druckmaschinen für steigende Kurse. Laut Medienberichten hat der Autozulieferer im ersten Quartal die Erwartungen übertroffen, worauf die Continental-Aktien 4 Prozent auf 43,235 Euro gewannen. Die Papiere des Druckmaschinenherstellers aus Baden-Württemberg legten 3,6 Prozent auf 6,058 Euro zu. Jüngste Gewinnprognosen hatten Börsianer zu der Vermutung veranlasst, dass der Konzern die Wende geschafft haben könnte. Die Papiere des Agrarkonzerns BayWa waren nach dem Sprung über die 30-Euro-Marke gesucht und schlossen 5,5 Prozent höher bei 30,80 Euro.

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