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Marktbericht : Aussicht auf billiges Geld der Fed hilft Dax ins Plus

  • Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Die Erwartung weiterer Geldspritzen für die amerikanische Wirtschaft hat die Aktienmärkte zum Wochenschluss angeschoben. Der Dax schloss 0,7 Prozent höher bei 5951 Zählern. Er büßte damit auf Wochensicht knapp ein Prozent ein.

          Der amerikanische Notenbank-Chef Ben Bernanke hatte erklärt, die Federal Reserve werde im Falle des Falles weitere Schritte zur Unterstützung der Wirtschaft ergreifen - auch eine Wiederaufnahme des Ankaufs von Staatsanleihen und anderer Wertpapiere sei denkbar. Der MDax stieg daraufhin um 0,45 Prozent auf 8116,38 Punkte, der TecDax gewann 1,21 Prozent auf 733,76 Punkte.

          Positiv aufgenommen wurde auch, dass in Amerika das Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal weniger stark nach unten revidiert wurde als befürchtet. Ein von der Uni Michigan nach unten überarbeitetes Konsumklima trübte die Stimmung dagegen nur kurzzeitig. „Die Nervosität bleibt aber hoch“, sagte Aktienhändler Jörg Heineke von TAO Capital. Weitere Daten aus Amerika dürften daher in der kommenden Woche sehr genau untersucht werden.

          Gerüchte um Kapitalerhöhung belasten Commerzbank-Aktie

          Commerzbank rutschten am Dax-Ende um 2,00 Prozent auf 6,27 Euro ab. Das „Handelsblatt“ berichtete, dass die teilverstaatlichte Bank bald neue Aktien ausgeben und damit den Staat ausbezahlen könnte. Ein Sprecher der Bank verwies jedoch auf Aussagen des Finanzvorstands Eric Strutz, wonach es keine konkreten Pläne für Kapitalmaßnahmen gebe. Heino Ruland von Ruland Research sah die genannte Summe von mindestens fünf Milliarden Euro angesichts einer Marktkapitalisierung von rund 7,5 Milliarden Euro als sehr ehrgeizig an.

          Infineon lagen mit minus 0,95 Prozent auf 4,61 Euro ebenfalls unter den schwächeren Werten. Die Papiere des Halbleiterkonzerns bauten anfängliche Verluste am Nachmittag im Eiltempo auf mehr als fünf Prozent aus, nachdem der Chiphersteller Intel seine Umsatzprognose für das dritte Quartal gesenkt hatte. Die Titel grenzten ihre Verluste jedoch wieder ein, als Medien kurze Zeit später in Berufung auf Kreise berichteten, dass der Verkauf der Wireless-Sparte an Intel schon am Wochenende über die Bühne gehen könnte.

          Gesenkte Airbus-Produktionsziele drücken EADS-Aktie

          Die Versorger Eon und RWE stiegen um 1,18 und 0,77 Prozent. Händler legten einen Medienbericht positiv aus, wonach die Bundesregierung als Gegenleistung für längere Kraftwerkslaufzeiten Investitionen in den Ausbau von Ökostrom fordert. Andere Börsianer verwiesen darauf, dass Anleger in unsicheren Zeiten wegen einer hohen Dividendenrendite auf die Papiere setzten. Das habe auch die Aktien der Deutschen Telekom um 2,31 Prozent in die Höhe getrieben, sagte der Händler.

          Bei EADS verwiesen Börsianer auf einen französischen Medienbericht, wonach die Tochter Airbus ihre Produktionsziele für den Airbus A350 für die Jahre 2013 bis 2015 senken will. EADS verloren am Ende vom MDax 3,09 Prozent auf 17,425 Euro.

          Renditen auf Rekordtief

          Der EuroStoxx 50 stieg um 0,90 Prozent auf 2630,35 Punkte. Auch in Paris und London erholten sich die nationalen Indizes. An der Wall Street legte der Leitindex Dow Jones Industrial zum europäischen Handelsschluss 1,19 Prozent zu.

          Am Rentenmarkt sank die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf das Rekordtief von 1,81 (Vortag: 1,85) Prozent. Der Rentenindex Rex kletterte um 0,03 Prozent auf 129,04 Punkte. Der Bund Future gab 0,31 Prozent auf 133,52 Punkte ab. Der Referenzkurs des Euro stieg. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte ihn auf 1,2713 (Donnerstag: 1,2693) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7866 (0,7878) Euro.

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