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Marktbericht : Amerikanische Konjunkturdaten treiben Dax auf 18-Monats-Hoch

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Bild: F.A.Z.

Positiv interpretierte Konjunkturdaten aus China, der Eurozone und den Vereinigten Staaten haben dem deutschen Aktienmarkt am Gründonnerstag Auftrieb gegeben. Der Dax erreichte kurzzeitig sogar wieder das Vor-Krisen-Niveau.

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          Positiv interpretierte Konjunkturdaten aus China, der Eurozone und den Vereinigten Staaten haben dem deutschen Aktienmarkt am Gründonnerstag Auftrieb gegeben. Der Dax erreichte mit 6238,57 Punkten kurzzeitig sogar wieder das Niveau unmittelbar vor der Pleite der amerikanischen Investmentbank Lehman Brothers im September 2008. Er beendete den Xetra-Handel 1,3 Prozent höher mit 6236 Punkten. Im Vergleich zum Vorwochenschluss gewann er damit 1,9 Prozent. Der MDax stieg um 1,8 Prozent auf 8287 Stellen. Der TecDax zog um 1,2 Prozent auf 825 Zähler an.

          Die New Yorker Börsen haben am Donnerstag beflügelt von guten Konjunkturdaten im Plus geschlossen. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte gewann 0,7 Prozent auf 10.927 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500 stieg um 0,7 Prozent auf 1178 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq erhöhte sich um 0,2 Prozent auf 2402 Punkte. Am Karfreitag bleiben die amerikanischen Aktienmärkte geschlossen.

          Börsianer zeigten sich insbesondere erfreut über den neusten Index der amerikanischen Einkaufsmanager. Dieser untermauere die Einschätzung, dass sich die amerikanische Konjunktur erhole, sagte Helaba-Analyst Ralf Umlauf: „Insgesamt scheint die wirtschaftliche Erholung an Breite zu gewinnen.“ Zuvor hatten bereits die Konjunkturbarometer der chinesischen und der europäischen Einkaufsmanager für eine positive Überraschung gesorgt.

          Zurückhaltung vor amerikanischem Jobbericht und Osterwochenende

          Die Umsätze blieben insgesamt aber dünn, da viele Anleger davor zurückscheuten, sich vor einem langen Wochenende zu stark aus dem Fenster zu lehnen. Zudem wird am Karfreitag der amerikanischen Arbeitsmarktbericht für März erwartet, auf den der Aktienhandel in
          Deutschland erst am Dienstag reagieren kann.

          Die Kursgewinne dürften aber nicht überbewertet werden, warnte auch Fidel Helmer, Leiter des Wertpapierhandels bei Hauck & Aufhäuser. Das Thema Griechenland sei noch nicht ganz ausgestanden.

          Am Derivatemarkt blieben die Anleger vor dem langen Osterwochenende trotz des Dax-Anstieges skeptisch. „Die Anleger trauen der Sache nicht und sehen anscheinend keine ausreichenden fundamentalen Gründe, warum der Markt steigt“, sagte Euwax-Händler Markus Pongratz. Es gingen auffällig viele Puts auf den Dax um. Auch an der Frankfurter Börse Scoach überwog der Anteil der gekauften Puts und verkauften Calls auf den Dax mit rund 66 Prozent.

          Luftfahrtgesellschaften im Aufwind

          Mit einem Plus von 2,9 Prozent auf 35,16 Euro führten BMW über lange Strecken das Dax-Feld an. Credit Suisse hatte die Aktien auf „Outperform“ von bislang „Underperform“ hochgestuft. Im Vergleich mit Daimler habe BMW mehr Aufwärtspotential, begründeten die Analysten ihre Empfehlung. Außerdem hätte der Münchener Autobauer mit seiner Preispolitik Erfolg. Daimler-Papiere stiegen dennoch im Windschatten des Rivalen um 1,6 Prozent auf 35,41 Euro. Die Vorzugsaktien von Volkswagen notierten 2,4 Prozent fester bei 69,52 Euro.

          Stark gefragt waren auch Lufthansa, die um 3 Prozent auf 12,65 Euro anzogen. Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) hatte das Angebot der Fluggesellschaft angenommen, den Tarifstreit mit Hilfe eines Schlichters beizulegen. Damit wäre
          der für April angekündigte viertägige Streit zunächst abgewendet.

          Zusätzlichen Schub erhielten die Lufthansa-Titel von einer höheren Ergebnisschätzung von Ryanair. Die Aktien des irischen Billigfliegers verteuerten sich an der Dubliner Börse um bis zu 8,7 Prozent auf ein 26-Monats-Hoch von vier Euro. Die Papiere der Konkurrenten Air Berlin und Easyjet hoben ebenfalls ab und legten jeweils rund 2,5 Prozent zu.

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