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Marktbericht am Mittag : Dollar zieht den Dax nach unten

  • Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Der Dollar steht am Dienstag deutlich unter Druck und beeinflußt auch die Börsen negativ. Denn sollte er weiter abgeben, wäre das nicht sonderlich positiv für die europäische Exportindustrie.

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          Die deutschen Aktien geben am Dienstag im Verlauf des Vormittaghandels deutlicher nach. Der Dax verliert gegen 11.05 Uhr 36 Punkte oder 0,8 Prozent auf 4.317 Punkte. Händler sprechen von technisch orientierten Verkäufen und meinen, die Konsolidierung dehne sich nun auch räumlich aus.

          Nächste Unterstützung sei der Bereich um 4.300 Punkte. Nach oben liege beim letzten Mehrjahreshoch von 4.409 Punkten der obere Rand der Konsolidierungszone. Aus fundamentaler Sicht werde die Stimmung vom schwächeren Dollar und dem gestiegenen Ölpreis etwas gedrückt, heißt es.

          Deutsche Börse, Henkel und Thyssenkrupp in der Defensive

          Von der Wall Street kommen wegen des Feiertags am Montag keine Vorlagen, die Terminkontrakte auf die großen amerikanischen Indizes geben aber ebenfalls nach. Im Dax kommt es besonders bei einigen der zuletzt besonders gut gelaufenen Einzelwerten zu Gewinnmitnahmen und kräftigen Kursverlusten. So fallen Henkel um 2,2 Prozent auf 70,53 Euro. Zwar seien die vorgelegten Zahlen und auch der Ausblick “in Ordnung“, meinen Händler übereinstimmend. Nach dem starken Kursanstieg der vergangenen Wochen nähmen Anleger aber nun Gewinne mit nach dem Motto “buy the rumours, sell the facts“.

          Deutsche Börse verlieren 1,9 Prozent auf 51,88 Euro, die Gewinnentwicklung des Unternehmens, das am Vorabend seine Geschäftszahlen präsentiert hatte, hat den Markt eher enttäuscht. ThyssenKrupp geben um 2,2 Prozent auf 17,00 Euro nach und leiden unter steigenden Eisenerzpreisen. Auch die dollarsensitiven Autowerte geben deutlicher nach. Auf der anderen Seite halten sich Deutsche Telekom mit einem Minus von 0,3 Prozent auf 15,89 Euro vergleichsweise gut, nachdem die Analysten der Citigroup das Kursziel auf 20 von 17 Euro erhöht haben.

          Dollar unter Druck

          Relative Stärke zeigen auch die Pharmawerte: Schering können sich knapp, Altana sogar gut behaupten. In der zweiten Reihe fallen Schwarz Pharma nach enttäuschend aufgenommenen Geschäftszahlen um 5,3 Prozent auf 34,75 Euro zurück. Im TecDax legen Solarworld nach ihren Geschäftszahlen etwas zu.

          Der Dollar hat in den vergangenen Stunden sowohl gegen den Euro als auch den Yen deutlich an Wert eingebüßt und die Marken von 104 Yen und von 1,32 Dollar je Euro unter beziehungsweise überschritten. Hintergrund sind die altbekannten makroökonomischen Ungleichgewichte. Dazu kommen nun Überlegungen Südkoreas, die Devisenreserven des Landes breiter als bisher zu diversifizieren. Das spricht gegen den Dollar. Vor allem dann, wenn sich nicht weitere asiatische Staaten zu diesem Schritt entscheiden sollten.

          Das spricht aber auch gegen den amerikanischen Rentenmarkt. Denn bisher wurde er vor allem durch den Kauf von asiatischen Zantralbanken auf dem für den Konjunkkturzyklus unüblich hohen Niveau gehalten hat. Sollte der amerikanische Rentenmarkt unter Druck geraten, dürften sich die übrigen Rentenmärkte weltweit davon kaum oder nur bedingt abkoppeln können.

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