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Marktbericht am Mittag : Deutscher Aktienmarkt zeigt sich freundlich

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Bild: F.A.Z.

Vor der Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank haben die deutschen Aktien am Donnerstag einen Teil ihrer Verluste vom Vorabend wieder wettgemacht. Die großen Indizes liegen im Plus, der Euro steigt leicht.

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          Vor der Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) haben die deutschen Aktien am Donnerstag einen Teil ihrer Verluste vom Vorabend wieder wettgemacht. Der Deutsche Aktienindex (Dax) steigt bis zum Mittag um rund ein Prozent auf von 3.891 Punkte. Der MDax legt um 0,8 Prozent auf 4.787 Punkte zu, der TecDax verbessert sich ebenfalls um 0,8 Prozent auf 598 Punkte.

          Am Rentenmarkt treten die Kurse weitgehend auf der Stelle. Der wegweisende Terminkontrakt Bund-Future notiert bei 116,11 Prozent. Der Euro legt gegenüber dem Dollar um knapp 0,2 Prozent auf 1,2323 Dollar zu. Parallel dazu verteuert sich die Unze Gold von 423,70 Dollar auf 425 Dollar.

          Warten auf die EZB-Entscheidung - Daten besser als erwartet

          Händler rechneten nicht mit nachhaltigen Bewegungen, solange die EZB ihre Entscheidung nicht bekannt gegeben hat. Überwiegend erwarten Händler und Analysten keine Zinssenkung. Zugleich mochten sie aber nicht ausschließen, daß EZB-Chef Jean-Claude Trichet den Märkten für die Zukunft ein entsprechendes Signal geben wird. Wie die Märkte aber darauf reagierten, sei nicht klar einzuschätzen, hieß es.

          „Der Markt ist weiter in Abwarte-Haltung", sagte Händler Ascan Iredi von der Postbank in Frankfurt. „Es gibt den Hoffnungsschimmer, daß Trichet sich freundlich dahin gehend äußert, daß eine Zinssenkung bald möglich ist", fügte er hinzu. Ob dies aber den Dax nachhaltig in die Höhe treiben könnte, sei nicht ganz klar. Schließlich würde eine solche Aussage das Eingeständnis bedeuten, daß die Konjunktur in der Euro-Zone doch noch nicht gut läuft. Dies wäre für die Unternehmen und ihre Ertragskraft ein schlechtes Signal. Die besser als erwartet ausgefallenen Reuters-Einkaufsmanagerindizes für Deutschland und die Euro-Zone unterstützen indes den Dax.

          Große Unsicherheit geht nach Einschätzung vieler Händler derzeit auch von den amerikanischen Konjunkturdaten aus. Nach den enttäuschenden Daten des Vortages seien weitere Hinweise auf einen ins Stocken kommenden Aufschwung in der weltgrößten Volkswirtschaft möglich, sagten mehrere Volkswirte. Die Daten werden allerdings wegen der Zeitverschiebung erst kurz vor Handelsschluß hierzulande veröffentlicht.

          Angehobene Ericsson-Prognose hilft auch deutschen Aktien

          Unterstützung bekamen die deutschen Aktien von der Nachricht, daß der schwedische Telekommunikationsausrüster Ericsson seine Gewinnmargen-Prognose für das erste Quartal 2004 nach oben revidierte."Das hat auch den Markt beflügelt und vor allem die Umsätze nach oben getrieben", sagte ein Händler bei einer deutschen Großbank in Frankfurt. Im Dax gehörten Infineon mit einem Gewinn von zeitweise 2,6 Prozent auf ein Tageshoch von 12,21 Euro zu den Gewinnern und Umsatzspitzenreitern.

          Größter Dax-Gewinner sind die HVB-Aktien, die um fast 3,6 Prozent auf 16,57 Euro zulegen. Händler begründeten dies mit dem letzten Tag im Bezugsrechtehandel für die jungen Aktien aus der milliardenschweren Kapitalerhöhung der HVB. Die HVB wollte mehr als 214 Millionen neue Aktien für jeweils 14 Euro ausgeben und damit rund drei Milliarden Euro einnehmen. Die Aktien der Deutschen Bank erhöhten sich in der Spitze um rund zwei Prozent, die der Commerzbank um 2,8 Prozent. Von den Dax-Werten liegt lediglich FMC im Minus.

          Aareal Bank-Aktien nach Zahlen unter Druck

          Im MDax führen die Titel von Aareal Bank die Verliererliste mit einem Minus von 5,4 Prozent auf ein Tagestief von 25,45 Euro an. Die Immobilienbank hat nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr wegen einer mehr als verdoppelten Risikovorsorge für faule Kredite ihr ursprüngliches Gewinnziel deutlich verfehlt. Die Vorzugsaktien von Hugo Boss ziehen im Trend des MDax an, der 0,8 Prozent auf ein Tageshoch von 4.789,10 Punkte hinzugewann. Die Aktien des schwäbischen Modekonzerns konnte mit einem Plus von 1,3 Prozent auf 18,05 Euro kaum von Aussagen des Vorstandschef Bruno Sälzer zum laufenden Jahr profitieren. Sälzer hatte unter anderem die Prognosen zum Umsatz und Gewinn bestätigt.

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