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Marktbericht am Mittag : Dax nähert sich wieder den 4.000 Punkten

  • Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Schwache Vorgaben aus Amerika und Sorgen über steigende Zinsen und abnehmendes Wachstum in China lasten auf den europäischen Börsen. Im Dax steht die Aktie der HypoVereinsbank deutlich unter Druck.

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          Der deutsche Aktienmarkt tendiert am Donnerstag leichter. Am Mittag liegt der Dax mit einem Minus von 1,08 Prozent bei 4.022 Punkten. Der Druck auf HypoVereinsbank nach schwächeren Zahlen hat sich seit der Eröffnung noch erhöht. Daneben belasten schwache Vorgaben von den amerikanischen Börsen. Die Sorge vor möglichen Zinserhöhungen, die sich verschlechternde Lage im Irak sowie Äußerungen des chinesischen Premiers, möglicherweise seien dämpfende Maßnahmen angesichts der boomenden Wirtschaft und der Inflationssorgen nötig, hatte die Notierungen in Amerika belastet.

          Die Aktie der HypoVereinsbank verliert bei sehr hohen Umsätzen deutlich und liegt mit einem Minus von 7,77 Prozent bei 14,83 Euro. Nach Angaben eines Analysten sind die Geschäftszahlen schwächer als erwartet ausgefallen. Vor allem der Zinsüberschuß enttäusche, heißt es. Ein Händler erkennt in der Reaktion der Anleger “die blanke Enttäuschung“. Auch sehr langfristig orientierte Fonds und Anleger schienen sich aus der Aktie zu verabschieden. Die starken Kursverluste belasten auch den Kurs der Münchener Rück, die an der HypoVereinsbank beteiligt ist. Der Titel gibt um 1,8 Prozent auf 90,51 Euro nach.

          Bayer verbucht Kursgewinne

          Kräftig nach oben geht es dafür für Bayer, die um 2,3 Prozent auf 22,72 Euro vorrücken. Die am Vorabend bekannt gegebenen Zahlen zum ersten Quartal seien “sehr gut“, vor allem das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern von rund 833 Millionen Euro gefalle, heißt es. “Deutlich besser“ als erwartet seien zudem die am Morgen vorgelegten Quartalszahlen von BASF, sagt ein Händler. Nach anfänglichen Gewinnen dreht die Aktie allerdings ins Minus und verliert 0,5 Prozent auf 43,78 Euro. Nach “sehr guten“ Quartalszahlen steigen Altana leicht um 0,3 Prozent auf 52,94 Euro.

          Große Aufmerksamkeit dürften Investoren im weiteren Verlauf auch DaimlerChrysler widmen. Die gegen Mittag erwarteten Zahlen und die Aufsichtsratssitzung träten hinter der “Frage Schrempp“ zurück. Sollte es stimmen, daß der Vorstandsvorsitzende seinen Rücktritt angeboten habe, sei das positiv für die Aktie. “Allerdings wirft es sofort die Frage auf, wer ihm nachfolgt und welche Strategie derjenige hat“, sagt ein Händler. Die Aktie gewinnt 1,7 Prozent auf 39,23 Euro.

          Teles unter Druck

          Im MDax steigen Merck nach Zahlen um 0,5 Prozent auf 43,70 Euro. Die Ergebnisse hätten alle Erwartungen getoppt, sagt ein Marktteilnehmer. Die Zahlen von Hugo Boss seien “gemischt bis gut“. Der Wert gibt dennoch um 1,1 Prozent auf 19,18 Euro nach. IDS Scheer stehen nach der Vorlage von Zahlen für das erste Quartal unter Druck. “Die Aktien haben in diesem Jahr schon rund 30 Prozent zugelegt“, sagt ein Händler. Das mache sie für Gewinnmitnahmen anfällig. Die Zahlen selbst seien solide gewesen. Der Titel zeigt sich mit Abschlägen von 5,6 Prozent auf 17,69 Euro.

          Noch wesentlich deutlichere Verluste müssen allerdings Teles hinnehmen. Der nur leichte Umsatzanstieg im ersten Quartal sei enttäuschend, entscheidend sei aber der weit unter den Erwartungen liegende Gewinn, sagt ein Händler. Teles verlieren 9,7 Prozent auf 10,34 Euro. Vergleichsweise deutlich fallen auch T-Online mit einem Minus von 1,9 Prozent auf 9,10 Euro. Grund seien breite Verkäufe von Index-Titeln im TecDax durch indexnahe Fonds, nachdem der TecDax deutlich unter die Unterstützungszone von 600/595 Punkten gefallen ist, sagt ein Händler.

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