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Marktbericht : Aktienanleger bleiben extrem nervös

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Bild: F.A.Z.

Nach Kurseinbrüchen am Donnerstag ging die Aktienverkaufswelle am Freitag in Asien und auch in Europa zunächst weiter. Optimistisch interpretierte amerikanische Arbeitsmarktdaten führten an den Märkten in Europa nur kurzzeitig zu einer Erholung.

          Nach Kurseinbrüchen am Donnerstag ging die Aktienverkaufswellen am Freitag in Asien und auch in Europa zunächst weiter. Optimistisch interpretierte amerikanische Arbeitsmarktdaten fühtren an den Märkten in Europa kurzzeitig zu einer gewissen Erholung. Kurzzeitig sprang der Dax sogar ins Plus, nachdem der deutsche Leitindex zum Handelsstart noch um etwa vier Prozent abgesackt war. Zuletzt gab er allerdings wieder deutlich ab. In Amerika starteten die Aktienbörsen zwar im Plus, gaben ihre Gewinne aber wieder ab.

          Die amerikanischen Arbeitsmarktdaten für Juli waren etwas besser als erwartet ausgefallen und hatten dem Markt einen deutlichen Schub gegeben. Ob das allerdings reichen werde, sei fraglich, kommentierten zahlreiche Händler. Immerhin sei der amerikanische Arbeitsmarkt nur eines von vielen Problemen derzeit. Ein weiterer Händler hob hervor, dass die Daten nichts an den Problemen der Eurozone änderten. Kurzfristig sei es aber etwas „Balsam auf die geschundenen Anlegerseelen“.

          Bundesanleihen geben Kursgewinne wieder ab, spanische Bonds fester

          Deutsche Bundesanleihen haben am Freitag anfängliche Kursgewinne wieder preisgegeben. Dagegen konnten spanische Staatsanleihen ihre Verluste aufholen und deutlich zulegen. Marktteilnehmer spekulierten darauf, dass die Politiker handeln müssen, um die Ausbreitung der europäischen Schuldenkrise zu bremsen. Der französische Präsident Nicolas Sarkozy und Bundeskanzlerin Angela Merkel werden heute über die Krise beraten. Zudem hat zudem EU-Wirtschafts- und Währungskommissar Olli Rehn eine Pressekonferenz zu den Entwicklungen in der Eurozone angekündigt. „Die Kursbewegungen heute deuten darauf hin, dass die Investoren ein bisschen vorsichtig sind, falls die Politiker ein Kaninchen aus dem Hut zaubern“, sagte Nick Stamenkovic, a Stratege für festverzinsliche Werte bei RIA Capital Markets in Edinburgh.“Es gibt einige Krisen-Treffen und der Markt holt Atem für den Fall, dass eine neue politische Strategie angekündigt wird.“ Die Europäische Zentralbank (EZB) hat Händlern zufolge auch am Freitag Staatsanleihen von Ländern der Eurozone-Peripherie am Sekundärmarkt gekauft. Die EZB habe in kleineren Transaktionen erneut portugiesische und irische Anleihen vornehmlich mit kurzen Laufzeiten erworben, sagten Händler in London. Im Zuge der EZB-Käufe seien die Rendite-Aufschläge der Peripherie-Länder zurückgegangen.

          Am Vormittag rentierten die zehnjährigen Bundesanleihen unverändert mit 2,29 Prozent. Der Terminkontrakt Bund-Future lag 24 Basispunkte im Plus bei 133,03 Prozent. Die Rendite zehnjähriger spanischer Bonds fiel neun Basispunkte auf 6,20 Prozent. Bei vergleichbaren italienischen Anleihen legte die Rendite acht Basispunkte zu auf 6,28 Prozent. Erstmals seit April 2010 rentierten spanische Anleihen damit niedriger als italienische Papiere. Zunächst hatte das Sicherheitsstreben der Anleger für Kursgewinne bei Bundesanleihen und Treasuries gesorgt und Bonds aus Italien und Spanien nach unten gedrückt. Treasuries hielten im Gegensatz zu Bundesanleihen ihre Gewinne, die Rendite der zehnjährigen amerikanische Staatsanleihen lag einen Basispunkt im Minus bei 2,39 Prozent.

          Franken fällt von Rekordhoch gegenüber dem Euro leicht zurück

          Der Schweizer Franken hat am Freitag deutlich gegenüber dem Euro verloren. Im Verlauf war bei 1,0711 je Euro ein Rekordhoch markiert worden. Philipp Hildebrand, der Chef der Schweizerischen Nationalbank, erklärte in einem Interview mit der Neuen Zürcher Zeitung, die Zentralbank werde „alle denkbaren wirksamen Maßnahmen“ ergreifen, um die Aufwertung des Franken zu stoppen. Der Franken werde gedrückt durch „die Angst, dass die Schweizerische Nationalbank interveniert“, sagte Neil Jones von Mizuho Corporate Bank Ltd. in London, „da herrscht echte Nervosität.“ Für den Franken ging es ein Prozent abwärts auf 1,0874 je Euro. Zum Dollar gab die eidgenössische Währung 0,5 Prozent nach auf 76,79 je Dollar.

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