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Märkte in Asien : Burma im Blick

Tokio mit dem Fuji Bild: AFP

Große Hoffnungen setzt man in Tokio auf Reformen in Burma, dessen Militärdiktatur das Land selbst Myanmar nennt. Doch das ist noch ein wenig Musik der Zukunft.

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          Der Besuch der Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi aus Burma in Japan zeigt, welche große Bedeutung Burma, das sich selbst Myanmar nennt, in den Investitionsplänen japanischer Unternehmen für die Zukunft hat. Seit der Demokratisierung Myanmars nach rund einem halben Jahrhundert Militärdiktatur sehen sie in dem Land, das an so wichtige Märkte wie China, Indien und Thailand grenzt, Chancen für rasantes wirtschaftliches Wachstum.

          Carsten Germis

          Wirtschaftskorrespondent in Hamburg.

          Aung, die am Donnerstag den japanischen Regierungschef Shinzo Abe treffen sollte, warnte in Tokio allerdings vor zu hohen Erwartungen. „Das Wachstum ausländischer Investitionen gibt es derzeit noch eher in der Theorie, als dass es Wirklichkeit ist“, sagte sie. Zwei Hindernisse sieht sie noch auf dem Weg zu mehr wirtschaftlichem Wohlstand in Myanmar: Rechtssicherheit für ausländische Investoren und die extrem schlechte öffentliche Infrastruktur.

          Gerade der Mangel an Infrastruktur ist es aber, der großen japanischen Unternehmen lukrative Aufträge – und steigende Kurse an der Börse – bescheren dürfte. So wird die neue Wirtschaftszone in Thilawa von japanischen Unternehmen wie Mitsubishi, Sumitomo und Marubeni entwickelt. 2015 soll dort produziert werden. Die Japaner haben sich dabei gegen Wettbewerber aus China und Südkorea durchgesetzt.

          Dazu mag beigetragen haben, dass die Regierung in Tokio das Projekt in der Tradition japanischer Industriepolitik mit großzügigen Krediten gefördert hat. Für Abe sind japanische Investitionen in dem strategisch wichtigen Land von höchster Bedeutung. Das dürfte er auch seiner Besucherin gesagt haben. Einer der wenigen Industrieparks in Myanmar, die internationalem Standard entsprechen, ist der Mingaladon-Industriepark, der vom japanischen Mitsui-Konzern entwickelt worden ist.

          „Was um alles in der Welt wollen die hier?“

          Wie stark Japan auf die Entwicklung in Myanmar setzt, das hat auch ein Besuch einer Wirtschaftsdelegation im Frühjahr gezeigt, zu der Top-Manager aller großen japanischen Konzerne gehörten. Der Führung des Landes scheint die Bedeutung ausländischer Direktinvestitionen im Prozess der politischen und wirtschaftlichen Öffnung allerdings noch nicht ganz klar zu sein. Vorschläge für mögliche Investitionen bekamen die Japaner nicht. Myanmars Präsident Thein Sein soll einem seiner engen Vertrauten beim Anblick der geballten japanischen Wirtschaftselite, die ihn da besuchte, sogar zugeraunt haben: „Was um alles in der Welt wollen die hier?“

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