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Scherbaums Börse : Die erfolgreichen Aktien aus der zweiten Reihe

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Schwankende Kurse: Helme für Hochtief-Mitarbeiter auf einer Baustelle Bild: dpa

Der kleine Bruder des Dax hat in 25 Jahren bis auf zwei Börsendinosaurier alle seine Gründungsmitglieder verloren. Doch seinen Charme für Anleger hat er behalten: Sie hatten viel Freude am M-Dax – trotz starker Kursschwankungen der beiden Dauermitglieder.

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          Deutschlands Börsenindex der Nebenwerte, der M-Dax, wurde diese Woche 25 Jahre alt. Für manche Anleger ist der „kleine Dax“ schon seit jeher attraktiver als der große Bruder. Dies ist auch verständlich, muss sich doch der M-Dax keineswegs hinter dem Dax verstecken. Trotz verschiedener Krisen und Konjunktureintrübungen in den vergangenen 25 Jahren hat sich der Index seit Beginn mehr als verzehnfacht. Im Januar 1996 mit 2684 Punkten gestartet, liegt der M-Dax aktuell bei rund 31.000 Punkten.

          Der Erfolg kommt nicht von ungefähr. „Die starke Kursentwicklung des M-Dax Index ist nicht auf übergeordnete Faktoren zurückzuführen, sondern liegt in den im Index enthaltenden Unternehmen begründet“, so die Kapitalmarktfachleute der Deka in einer Analyse  zum Jubiläum. Die Unternehmen hätten es in den vergangenen Jahrzehnten geschafft, die Dynamik der Weltwirtschaft in besonders gutem Maße in profitables Gewinnwachstum umzusetzen, heißt es weiter. „Viele der im Index gelisteten Unternehmen sind Weltmarktführer in lukrativen Nischenmärkten“, ergänzt Christine Bortenlänger vom Deutschen Aktieninstitut.

          Für Dividendenjäger weniger interessant

          Wer Dividendenjäger ist, mag den Dax aktuell vielleicht interessanter finden als den M-Dax. Die geschätzte Dividendenrendite für den Dax liegt bei rund 3,1 Prozent und damit doppelt so hoch wie die des M-Dax bei rund 1,5 Prozent. Aber diese Differenz sei prozentual so hoch wie nie zuvor in den vergangenen 15 Jahren, und auch absolut sei sie ungewöhnlich hoch, so die Deka-Fachleute.

          Unser Autor Christoph Scherbaum ist Börsenfachmann und arbeitet als Finanzjournalist aus Ludwigsburg.
          Unser Autor Christoph Scherbaum ist Börsenfachmann und arbeitet als Finanzjournalist aus Ludwigsburg. : Bild: Christoph Scherbaum

          Dennoch werden Fans von Mid-Cap-Werten immer wieder auf den M-Dax zurückkommen, weil es zuhauf gute Aktien gibt, die langfristig eine solide Rendite ermöglichen und zwar ohne großen medialen Rummel wie im Dax. Was in der Fußball-Bundesliga bis vor Jahren der HSV war, sind Rheinmetall und Hochtief im M-Dax. Zwei Dinos, die seit Start des M-Dax immer in diesem gelistet waren.

          Beide sind traditionsreiche Unternehmen mit einer langen Geschichte, die Aktionären auf lange Sicht die angesprochene solide Rendite beschert haben. Allerdings musste ein langfristig orientierter Anleger in den vergangenen Jahren gute Nerven haben, um nicht den Drang zu verspüren, seine Anteile zu verkaufen. Der Kursverlauf beider Aktien zeigt es auf.

          Das Chart von Hochtief zeichnete sich beispielsweise langfristig durch immer wieder abwechselnde, zum Teil über mehrere Jahre anhaltende, Baisse- und Hausse-Phasen aus. Diese Entwicklung war auch in den 2010er-Jahren zu beobachten. Nach einem Tief im Jahr 2012 bei 35 Euro kletterten die Notierungen bis 2017 auf ein neues historisches Hoch auf 174 Euro, woraufhin eine kontinuierliche Talfahrt bis zum März 2020 in den Bereich der 42er-Marke folgte.

          HOCHTIEF

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          Seitdem konnte sich der Kurs unter starken Schwankungen bis Mitte Januar 2021 wieder auf zwischenzeitlich 87 Euro nach oben arbeiten. Aktuell notiert die Aktie wieder in deutlichem Abstand über der bei 75 Euro verlaufenden 200-Tage-Linie und damit im übergeordneten Aufwärtstrend. Wer 2010 in die Aktie eingestiegen war, hat trotzdem eine Rendite von mehr als 33 Prozent bis Ende 2020 machen können.

          Nicht besser erging es einem Anleger von Rheinmetall. Auch hier waren in der Vergangenheit immer wieder starke Nerven gefragt, die Kursentwicklung glich einer Berg-und-Tal-Fahrt.

          RHEINMETALL

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          Trotz der immer wiederkehrenden heftigen Rückschläge konnte sich die Aktie aber langfristig betrachtet in immer höhere Kursphären nach oben arbeiten. So wurden zuletzt in den Jahren 2018 und 2019 Rekordniveaus im Bereich der 120 Euro-Marke verzeichnet. Aktuell notiert die Aktie zwar unter 90 Euro, befindet sich aber klar im Aufwärtstrend. Auf Sicht von zehn Jahren gab es hier ein Kursplus von mehr als 40 Prozent.

          Zweite Liga bleibt attraktiv

          Was beide Dino-Aktien des M-Dax gemein haben, ist, dass Anleger mit ihnen auf jeden Fall Geld verdienen können. Es sind eben Aktien aus der „zweiten Reihe“, die sich zudem nicht so sehr unter der medialen Aufmerksamkeit befinden, wie es die Pendants im Dax.

          Das dürfte sich wiederum für zehn Unternehmen im Jubiläumsjahr des deutschen Mid-Cap-Index ändern. Denn mit der Dax-Reform werden im September die zehn größten M-Dax-Werte in den Dax aufrücken. Verlierer der Reform dürfte nach Ansicht des Deutschen Aktieninstituts der M-Dax sein, der ein Drittel an Marktkapitalisierung und damit wohl auch massiv an Bedeutung verliert. Anleger sollten sich davon aber nicht entmutigen lassen, denn Deutschlands Aktien aus der zweiten Reihe bleiben nach wie vor eine gute Geldanlage. Wohl auch in den nächsten 25 Jahren.

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